Änziwigger

Quellfluss der Wigger From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Änziwigger, auch Enziwigger genannt, ist der knapp 16 Kilometer lange linke Quellfluss der Wigger in den Emmentaler Alpen und bildet hydrologisch einen Teil von deren Hauptstrang. Sie entspringt im Napfgebiet, verläuft überwiegend nach Norden durch den Schweizer Kanton Luzern und vereinigt sich in Willisau mit der Buechwigger zur Wigger.

Schnelle Fakten
Änziwigger
Enziwigger
Änziwigger bei Höll, Hergiswil bei Willisau

Änziwigger bei Höll, Hergiswil bei Willisau

Daten
Gewässerkennzahl CH: CH001225
Lage Westalpen

Schweiz Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Wigger Aare Rhein Nordsee
Quelle am Nordhang des Napfs
47° 0′ 23″ N,  56′ 45″ O
Quellhöhe ca. 1260,5 m ü. M.
Zusammenfluss in Willisau mit der Buechwigger zur Wigger
47° 7′ 28″ N,  59′ 56″ O
Mündungshöhe 548,1 m ü. M.
Höhenunterschied ca. 712,4 m
Sohlgefälle ca. 45 
Länge 15,8 km[1]
Einzugsgebiet 40,57 km²[2]
Abfluss[3]
AEo: 40,57 km²
an der Mündung
MQ
Mq
950 l/s
23,4 l/(s km²)
Gemeinden Hergiswil bei Willisau, Willisau
Änziwigger (Emmentaler Alpen)
Änziwigger (Emmentaler Alpen)
Quelle
Mündung
Emmentaler Alpen
Quelle und Mündung der Änziwigger
Blick nach Südwesten:Zusammenfluss der Änziwigger (rechts) mit der Buechwigger (links) zur Wigger (unten)(Kameraposition47.124447.99895)

Blick nach Südwesten:
Zusammenfluss der Änziwigger (rechts)
mit der Buechwigger (links) zur Wigger (unten)
(Kameraposition)

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Geographie

Verlauf

Quelle

Die Änziwigger entspringt am Nordhang des Napfs auf 1260,5 m ü. M. Höhe. Ihr Quellgebiet liegt in einem schmalen Bergtal im südlichsten Teil des Gemeindegebiets von Hergiswil bei Willisau. Das Tal ist nahezu vollständig vom ausgedehnten Änziwald bedeckt.

Am oberen Ende des engen Tals gliedert sich der sehr steile, teils felsige Hang unterhalb des Grats zwischen dem Napfgipfel und dem Berg Hängst in mehrere Runsen. Aus Sickerwasser im Nagelfluhmassiv bilden sich dort bis zu einer Höhe von etwa 1300 m ü. M. zahlreiche kleine Quellrinnen, die nordwärts abfliessen und sich bald mit der jungen Änziwigger vereinigen. Die höchsten, von Felsbändern durchsetzten Grasflächen am Quellhang sind im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung (TWW) aufgeführt.

Über den schmalen Kamm südlich der Quellzone verläuft die Grenze zum Kanton Bern. Auf seiner Südseite entspringt der Fankhusbach, der nach Süden zur Emme zieht. Nur wenige hundert Meter westlich der Änziwiggerquellen liegen die Ursprungsbereiche der Luthern, eines weiteren Zuflusses der Wigger; diese Quellen bilden zugleich den südlichsten Punkt des Einzugsgebiets der Wigger.

Das Berggebiet um den Napf mit den Quellbereichen der Wigger ist als «Napfbergland» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet.

Weiterer Verlauf

Zunächst durchschneidet die Änziwigger ein eng eingeschnittenes, stellenweise steilwandiges Kerbtal und verläuft über etwa zehn Kilometer nordwärts in Richtung Hergiswil. Auf den ersten drei Kilometern verliert das Flüsschen merklich an Höhe und erhält in rascher Folge mehrere Zuflüsse: Von rechts treten der Wissebach, der Riterenlochbach und der Dürstenbach hinzu, von links der Holzbach. Kurz darauf erreicht die Änziwigger das Dorf Hergiswil bei Willisau, wo ihr linksseitig der Fürbach zufliesst. Hier öffnet sich das Tal allmählich; der Talboden wird breiter und die Hänge flacher.

Auf dem weiteren Weg nach Willisau nimmt sie auf ihrer linken Seite noch den Nollentalbach auf. Einige Kilometer später gelangt sie nach Willisau, das sie in einem weiten Bogen von Südwesten nach Nordosten durchquert und dabei den nördlichen Rand der historischen Altstadt streift. Innerhalb des Siedlungsgebiets mündet unter anderem von links der Mülitalbach ein.

Zusammenfluss

In der Nähe des Bahnhofs Willisau direkt oberhalb der Strassenbrücke der 2a fliesst die von Südwesten und links kommende Änziwigger mit der fast von Süden und rechts kommenden Buechwigger auf einer Höhe von 548,1 m ü. M. zur Wigger zusammen.

Ihr 15,83 km langer Lauf endet etwa 712 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, was einem mittleren Sohlgefälle von circa 45 ‰ entspricht.

Einzugsgebiet

Die Änziwigger entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde Hergiswil bei Willisau. Ihr Einzugsgebiet liegt in den Emmentaler Alpen und wird über die Wigger, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert. Es umfasst die politischen Gemeinden Hergiswil, Luthern, Willisau und Zell und ist 40,57 km² gross.[2]

Das Einzugsgebiet grenzt

  • im Osten an das Einzugsgebiet der Buechwigger;
  • im Südosten an das der Kleinen Fontanne, die über die Fontanne, die Kleine Emme und die Reuss in die Aare entwässert;
  • im Süden an das der Trueb, die über die Ilfis und die Emme ebenfalls in die Aare entwässert;
  • im Westen an das der Luthern, die in die Wigger mündet;
  • im Nordwesten an das des Mülibachs, der auch in die Wigger mündet.

Es besteht zu 30,6 % aus bestockter Fläche, zu 61,8 % aus Landwirtschaftsflächen, zu 7,2 % aus Siedlungsfläche und zu 0,3 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe beträgt 760,5 m ü. M.[4], und der höchste Punkt liegt am Nordhang des Napfs mit einer Höhe von etwa 1400 m ü. M. im Süden des Einzugsgebietes.

Zuflüsse

Vom Ursprung zur Mündung, die Namen nach dem Geoportal Luzern und die Längen in Kilometern (km), das Einzugsgebiet in Quadratkilometern (km²), der mittlere Abfluss (MQ) in Litern pro Sekunde (l/s), die Mündungskoordinaten Ort und die Mündungshöhe in Metern über Meer (m ü. M.) nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung

  • Wissebach (rechts), 1,4 km, 0,84 km², Welt-Icon, 777,6 m ü. M.
  • Riterelochbach (rechts), 1,7 km, 1,33 km², Welt-Icon, 766,6 m ü. M.
  • Dürstenbach (rechts), 1,4 km, Welt-Icon, 745,3 m ü. M.
  • Holzbach (links), 2,0 km, 2,01 km², Welt-Icon, 736,6 m ü. M.
  • Luchserebächli (rechts), 1,4 km, 0,64 km², Welt-Icon, 712,9 m ü. M.
  • Näspelbach[5] (Hundschellebach[6]) (links), 2,5 km, 3,01 km², Welt-Icon, 700,3 m ü. M.
  • Hauetebach (links), 0,8 km, Welt-Icon, 691,8 m ü. M.
  • Opferseibächli (rechts), 1,2 km, Welt-Icon, 680,2 m ü. M.
  • Budmigebach (links), 2,1 km, 1,57 km², Welt-Icon, 671,2 m ü. M.
  • Steinacherbach (rechts), 1,2 km, Welt-Icon, 653,2 m ü. M.
  • Fürbach[5] (Eggbach[6]) (links), 2,0 km, 1,18 km², Welt-Icon, 651,7 m ü. M.
  • Sennebächli (links), 0,9 km, Welt-Icon, 647,8 m ü. M.
  • Talbechbach (rechts), 1,3 km, 0,82 km², Welt-Icon, 635,2 m ü. M.
  • Nollentalbach (links), 3,7 km, 4,26 km², 100 l/s, Welt-Icon, 608,5 m ü. M.
  • Eimattbächli (rechts), 1,0 km, Welt-Icon, 581,1 m ü. M.
  • Mülibach (rechte Abzweigung)
  • Vorbergbächli (rechts), 0,8 km, Welt-Icon, 572,6 m ü. M.
  • Mülitalbach (links), 4,8 km, 9,34 km², 200 l/s, Welt-Icon, 564,8 m ü. M.
  • Mülibach (Rücklauf rechts)

Hydrologie

Beim Zusammenfluss der Änziwigger mit dem Buechwigger zur Wigger beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 0,95 m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist pluvial supérieur[7], und ihre Abflussvariabilität[8] beträgt 24.[3]

Weitere Informationen Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Änziwigger in m³/s ...
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Änziwigger in m³/s[3]
1,5
1
0,5
0
0,95
1,01
Jan.
1,26
Feb.
1,27
März
1,20
Apr.
1,01
Mai
0,99
Juni
0,76
Juli
0,66
Aug.
0,70
Sep.
0,72
Okt.
0,89
Nov.
1,04
Dez.
Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 0,95 m³/s
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Brücken

50 Übergänge überspannen den Fluss: 28 Strassenbrücken, 14 Fussgängerbrücken, sechs Feldwegbrücken, eine Eisenbahnbrücke und eine Gebäude-«Brücke».

Commons: Änziwigger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen

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