Epstein-Akten
teilweise öffentlich zugängliche Dokumente betreffend den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dessen Netzwerk
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Die Epstein-Akten (englisch Epstein files) sind eine Sammlung von mehreren Millionen Dokumenten, Bildern und Videos, welche ursprünglich der Strafverfolgung des mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sowie weiterer Personen aus seinem sozialen Umfeld dienten. Durch ihre teilweise Veröffentlichung Ende 2025 und Anfang 2026 bestätigten sich jahrelang diskutierte Vermutungen, dass Epstein zentraler Akteur eines großen Netzwerks war, das Frauen und minderjährige Mädchen systematisch vergewaltigte und sexuell missbrauchte. Viele der Opfer wurden dafür verschleppt, unter anderem auf Epsteins Insel Little Saint James in der Karibik.

Öffentliches Aufsehen erregte der Umstand, dass viele prominente und mächtige Personen aus Politik und Wirtschaft in engem Kontakt mit Epstein standen und in den Akten häufig auftauchen, darunter US-Präsident Donald Trump. Die unvollständige Veröffentlichung der Akten wurde häufig als Zensur kritisiert. Ebenfalls kritisiert wurde, dass in den USA bisher gegen keine der in den Akten auftauchenden Prominenten Strafermittlungen aufgenommen wurden. Strafermittlungen gegen Prominente erfolgten lediglich in Europa: in Norwegen gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland und im Vereinigten Königreich gegen den damaligen Prinzen Andrew sowie den damaligen Botschafter Peter Mandelson.
Inhalt und Bedeutung
Die Epstein-Akten enthalten Beweismittel, die in den Strafverfahren gegen Jeffrey Epstein und seine Komplizen gesammelt wurden. Sie umfassen über 300 Gigabyte an Daten sowie weitere Mediendateien und sind im Sentinel-Fallmanagementsystem des FBI gespeichert. Dazu gehören auch Prozessabsprachen mit der Staatsanwaltschaft und den Geschädigten, sein Adressbuch, Flugprotokolle seiner Flugzeuge und Gerichtsakten, wobei einige in geschwärzter Form veröffentlicht wurden. So finden sich beispielsweise in Gerichtsakten und Flugprotokollen Hinweise darauf, dass verschiedene prominente Persönlichkeiten mit Epstein gereist oder mit ihm in Kontakt gestanden haben.
Die Akten enthalten insbesondere Protokolle der Grand Jury aus den Gerichtsverfahren gegen Epstein in Florida und New York, Akten aus dem Strafverfahren gegen Ghislaine Maxwell in New York, Akten zur Untersuchung von Epsteins Tod in seiner New Yorker Zelle sowie Ermittlungsakten aus einem Verfahren gegen einen ehemaligen Butler Epsteins.[1][2]
Da es bis zu Epsteins Tod im August 2019 kein öffentliches Hauptverfahren mit Beweisaufnahme gegen ihn gab, soll nunmehr die Veröffentlichung der Akten die Aufklärung strafbarer Handlungen ermöglichen.[3]
Gerichtsverfahren 2007 in Florida

Gegen Jeffrey Epstein ermittelte das FBI in Florida wegen des vielfachen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in seiner Villa in Palm Beach zwischen 2001 und 2007. Er erzielte jedoch im September 2007 eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft (engl. plea bargaining), ausgehandelt zwischen dem damaligen Staatsanwalt Alexander Acosta und Epsteins Verteidiger Alan M. Dershowitz.[4] In einem Non-Prosecution Agreement bekannte sich Epstein schuldig wegen Anstiftung zur Prostitution und wurde zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Nachdem er 12 Monate weitgehend im offenen Vollzug verbüßt hatte, wurde er auf Bewährung entlassen. Von einer weiteren Strafverfolgung wurde abgesehen.
Ermittlungsverfahren 2019 in New York
Am 6. Juli 2019 wurde er in New York wegen Menschenhandel und Zwangsprostitution Minderjähriger (im US-Strafrecht sog. Sex trafficking Conspiracy) in seinen Anwesen in Florida und an der Upper East Side zwischen 2002 und 2005 verhaftet und angeklagt,[5] starb jedoch am 10. August 2019 in Untersuchungshaft.[6] Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.[7]
Vermeintlicher Inhalt
„Kundenliste“
Nach Epsteins Tod wurden Spekulationen und Theorien befeuert, wonach er eine Liste von Personen geführt habe, an die er junge Frauen vermittelt haben soll. Mit den von diesen Treffen heimlich gefertigten Filmaufnahmen soll er seine „Kunden“ erpresst haben, weswegen er ermordet worden sei. Diese Theorien wurden nach seinem Tod 2019 weit verbreitet, unter anderem vom damaligen Präsidenten Donald Trump, und erneut 2025.[8]
Behauptungen über die Existenz einer Kundenliste tauchten schon vor Veröffentlichung der Epstein-Akten auf und erlangten 2025 größere Bedeutung durch einen mittlerweile gelöschten Tweet des ehemaligen Beraters des Weißen Hauses und Mitarbeiters des Department of Government Efficiency, Elon Musk, der behauptete, US-Präsident Donald Trump sei „in den Epstein-Akten“ verzeichnet. Das Justizministerium der Vereinigten Staaten (DOJ) der Trump-Regierung veröffentlichte am 7. Juli 2025 ein Memorandum, in dem es hieß, die Liste existiere nicht und es würden „keine glaubwürdigen Beweise dafür gefunden, dass Epstein im Rahmen seiner Aktivitäten prominente Persönlichkeiten erpresst hat.“ Das Memo stieß bei politischen Kommentatoren aus dem gesamten politischen Spektrum, wie etwa Alex Jones und John Oliver, auf Skepsis.[9][10]
Adressbuch
Neben dem Memorandum existiert „Epsteins kleines schwarzes Buch“ (englisch: Jeffrey Epstein's "little black book"), ein 97-seitiges Verzeichnis mit Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Privatadressen, das ein ehemaliger Angestellter 2005 aus Epsteins Haus entwendete und 2009 an das FBI verkaufte.[11] Gawker veröffentlichte 2015 eine geschwärzte Version, und eine ungeschwärzte Version davon erschien 2019 auf 8chan; diese wurde 2025 auch auf Wikimedia Commons veröffentlicht.[12]
Ein zweites Adressbuch, bezeichnet als „Epsteins anderes kleines Schwarzes Buch“, wurde 2021 von Business Insider veröffentlicht und ist auf Oktober 1997 datiert.[13] Laut der Investigativjournalistin Julie K. Brown erstellte Epsteins damalige Freundin Ghislaine Maxwell dieses Verzeichnis, das neben Prominenten auch Epsteins Gärtner, Friseur, Barbier und Elektriker enthielt. Brown sagte, die sogenannte Liste sei eine falsche Fährte, und jedes Mal, wenn Epstein oder Maxwell wichtige Persönlichkeiten trafen, notierten sie sich deren Kontaktdaten und trugen sie in diese Akte ein. Dabei wurde deutlich, dass es sich eigentlich nicht um ein Adressbuch handelte, in dem alle seine Klienten aufgeführt waren, sondern lediglich um ein Telefonverzeichnis.[14]
Gesetz zur Freigabe der Akten


Während seines Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2024 versprach Donald Trump, die Epstein-Akten vollständig offenzulegen, obwohl er später behauptete, dass die Akten verfälschte Behauptungen von Mitgliedern der Demokratischen Partei seien.[15]
2024 kamen bereits einige Dokumente an die Öffentlichkeit: Die New Yorker Richterin Loretta Preska sorgte im Januar 2024 für die Veröffentlichung von Dokumenten in einem Verleumdungsprozess gegen Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2015.[16]
Am 18. November 2025 verabschiedete das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten den von Ro Khanna und Thomas Massie eingebrachten Gesetzesvorschlag Epstein Files Transparency Act[17] mit 427 Ja- zu einer Nein-Stimme, um die Veröffentlichung der im Besitz des US-Justizministeriums, des FBI und der United States Attorneys befindlichen Akten durch den Justizminister gesetzlich zu regeln.[18][19][20] Darauf billigte der Senat der Vereinigten Staaten den Vorschlag am 19. November einstimmig. Am 19. November unterzeichnete Trump das Gesetz.[15]
Die Dokumente sollten binnen 30 Tagen ab Inkrafttreten veröffentlicht werden, sofern sie nicht den im Gesetz genannten Geheimhaltungsgründen unterliegen, etwa dem Opferschutz oder laufende Ermittlungen und die nationale Sicherheit gefährden würden. Der Justizminister soll nach Abschluss der Veröffentlichung sowohl dem United States Senate Committee on the Judiciary (Justizausschuss des Senats) als auch dem United States House Committee on the Judiciary (Justizausschuss des Repräsentantenhauses) eine vollständige Liste sämtlicher Dokumente vorlegen, einschließlich der nicht veröffentlichten. Bei Schwärzungen soll die Rechtsgrundlage angegeben werden. Anzugeben sind auch die in den Akten enthaltenen Namen von Regierungsbeamten und politisch exponierten Personen. Insoweit dient das Gesetz auch der Kontrolle des Regierungshandelns durch den Kongress.
Das Justizministerium der Vereinigten Staaten veröffentlichte nur einen relativ geringen Teil der Epstein-Akten, was zu parteiübergreifender Kritik führte.[21] Am 30. Januar 2026 wurden zusätzliche drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie über 2000 Videos und 180.000 Bilder veröffentlicht.[22][1] Das Justizministerium erklärte, dass die Veröffentlichung der Akten am 30. Januar die letzte und es damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen sei, obwohl es einräumte, dass insgesamt sechs Millionen Seiten als Akten gelten könnten, die gemäß dem Epstein Files Transparency Act freigegeben werden müssten.[23] In den freigegebenen Akten werden auch zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens genannt, was insbesondere für sie zu einer verstärkten öffentlichen Beobachtung führte.[24][25]
Ende Februar 2026 berichteten mehrere Medien, dass ein veröffentlichtes Indexdokument mehrere FBI-Memos referenziere, diese jedoch nicht veröffentlicht wurden.[26] Am 6. März veröffentlichte das Justizministerium auch diese Memos, die Donald Trump belastende Vernehmungen beinhalten, und gab an, die Memos seien ursprünglich "fälschlicherweise als doppelt codiert" markiert und daher nicht veröffentlicht worden.[27]
Folgen der Veröffentlichung
Vereinigte Staaten
Das United States House Committee on Oversight and Accountability (House Oversight Committee), ein ständiger Ausschuss des Repräsentantenhauses, leitete eine Untersuchung ein. Unter anderen wurden Ghislaine Maxwell,[28] Justizministerin Pam Bondi[29] sowie Bill und Hillary Clinton[30] vor den Ausschuss geladen. US-Handelsminister Howard Lutnick sagte bei einer Anhörung vor dem US-Senat aus, er habe zwischen 2005 und 2019 keinerlei Beziehung zu Epstein gehabt; gab aber gleichzeitig zu, 2012 Epsteins private Karibikinsel Little St. James besucht und mit ihm zu Mittag gegessen zu haben. Abgeordnete forderten Lutnick zum Rücktritt auf, die US-Regierung stellte sich jedoch hinter den Minister.[31]
Am 3. Februar trat der ehemalige Museumsdirektor David A. Ross aufgrund seiner Mails an Epstein von seinem Posten an der School of Visual Arts zurück.[32] Der Chef der Anwaltskanzlei Paul Weiss, Brad Karp, trat nach der Veröffentlichung seines Mailverkehrs mit Epstein zurück.[33] Nach der Veröffentlichung von flirtenden Nachrichten zwischen Casey Wasserman und Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2003 gab die Sängerin Chappell Roan bekannt, das Künstlermanagement Wassermans zu verlassen.[34] Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele 2028 gab bekannt, Wasserman werde nach Prüfung durch eine Anwaltskanzlei diese weiterhin organisieren.[35] Die Ex-Staatsanwältin Kathryn Ruemmler kündigte am 13. Februar an, das Kreditinstitut Goldman Sachs als Chefjuristin mit Jahresmitte zu verlassen. Aus veröffentlichten E-Mails ging hervor, dass sie als Anwältin teure Geschenke von Epstein erhielt und ihn in Medienfragen beriet.[36] Am 17. Februar 2026 gab Thomas Pritzker bekannt, den Vorsitz im Aufsichtsrat des Hotelkonzerns Hyatt angesichts seiner Kontakte zu Epstein und Maxwell aufzugeben.[37] Der Ökonom und ehemalige US-Finanzminister Larry Summers zog sich nach der Veröffentlichung seiner E-Mail-Kommunikation mit Epstein aus dem öffentlichen Leben zurück. Er wurde im November 2025 an der Universität Harvard beurlaubt, nach dem Bekanntwerden noch engerer Verbindungen wurde sein Lehrvertrag mit Sommer 2026 beendet.[38] Der österreichische Mathematiker Martin Nowak wurde im Februar 2026 von der Universität Harvard beurlaubt.[39]
Die Staatsanwaltschaft von New Mexico nahm aufgrund der veröffentlichten Akten im Februar 2026 Ermittlungen zu möglichen Verbrechen auf einer Ranch Jeffrey Epsteins wieder auf.[40]
Europa
Die Veröffentlichung der Dokumente hat außerhalb der Vereinigten Staaten zu zahlreichen Rücktritten, Ermittlungen und offiziellen Untersuchungen im Zusammenhang mit Personen und Organisationen geführt, die in den Epstein-Akten genannt werden.[41]
Die lettischen und türkischen Behörden haben Ermittlungen eingeleitet, da in den Akten Hinweise darauf bestehen, dass Epstein internationale Flüge für junge Frauen oder Mädchen aus diesen Ländern buchen ließ.[42][43] Die litauische Staatsanwaltschaft untersucht ebenfalls auf Basis der Akten möglichen Menschenhandel, während mehrere Künstler wegen Informationen aus den Akten einen Boykott des Kunstfestivals Midsummer Vilnius angekündigt haben.[44] In Österreich läuft eine polizeiliche Prüfung auf Anfangsverdacht hinsichtlich einer Passage in einer E-Mail, in der von zwei 15-jährigen Schweizern die Rede ist.[45] Polizeikräfte in fast allen Teilen Großbritanniens prüfen ihre Akten auf Verbindungen zum Epstein-Netzwerk.[46] Die französische Staatsanwaltschaft hat eine Sondereinheit für Ermittlungen zu möglichen Verbindungen von Staatsbürgern des Landes zu Epstein gebildet.[47] Anfang März 2026 leitete die polnische Staatsanwaltschaft offiziell Ermittlungen ein und stellte Auskunftsersuchen an zwei europäische Länder, da der begründete Verdacht bestehe, in Polen seien junge Frauen bzw. Mädchen angeworben worden, um sie sexuell auszubeuten.[48]
Im November 2025 und Januar 2026 wurden Dokumente veröffentlicht, die eine freundschaftliche Beziehung zwischen Epstein und Miroslav Lajčák nahelegten. Lajčák trat daraufhin als Berater des slowakischen Premierministers zurück.[49] Peter Mandelson wurde nach Veröffentlichungen des House Oversight Committee im September 2025 von der britischen Regierung seines Amtes als Botschafter in den Vereinigten Staaten enthoben. In Folge der Veröffentlichung weiterer Ermittlungsakten, die Kontakte zwischen Epstein und Mandelson belegen, trat dieser im Februar 2026 aus der Labour Party aus[50] und wurde wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen.[51] Der Kabinettschef des britischen Premierministers Morgan McSweeney trat kurz darauf zurück, da er zur Ernennung Mandelsons als Botschafter geraten hatte.[52] Auch der Geschäftsführer der von Mandelson gegründeten Lobbyingfirma Global Counsel gab seinen Rücktritt bekannt, um einen Neustart des Unternehmens zu ermöglichen.[53] Nach der Veröffentlichung von Akten, die wiederholten Kontakt zwischen Epstein und George J. Mitchell zeigen und damit Teile der Vorwürfe Virginia Giuffres gegen Mitchell untermauern, beschloss die US-Ireland Alliance, ihr George J. Mitchell Scholarship Program umzubenennen.[54]
Am 2. Februar 2026 trat Joanna Rubinstein von ihrem Amt als Vorsitzende des schwedischen Fundraisingbüros des UNHCR zurück. Aus den Akten ging hervor, dass Rubinstein 2012 Epsteins Privatinsel besucht hatte, was sie später bestätigte.[55] Am 8. Februar trat Jack Lang als Vorsitzender des Institut du monde arabe in Paris zurück, zuvor war seine Tochter Caroline Lang vom Vorsitz der unabhängigen französischen Filmproduzenten zurückgetreten. Die beiden hatten langjährigen Kontakt zu Epstein gehabt.[56]
Nach den Veröffentlichungen leitete die norwegische Polizei Ermittlungen gegen den früheren Ministerpräsidenten Thorbjörn Jagland wegen Verdachts der schweren Korruption ein.[57] Die norwegische Botschafterin in Jordanien Mona Juul trat von ihrem Amt zurück, weil ihre zwei Kinder in einem Testament Epsteins als Erben genannt werden; ihr Ehemann Terje Rød-Larsen war bereits 2020 wegen seiner Kontakte zurückgetreten.[58][59]
Andrew Mountbatten-Windsor verlor bereits ab Mai 2020 mehrere Titel; im November 2025 entzog ihm sein Bruder König Charles weitere Ehrenzeichen und Titel einschließlich des Prinzentitels.[60] Seit Februar 2026 ermittelt die Thames Valley Police gegen Mountbatten-Windsor aufgrund des Verdachts auf Amtsmissbrauch (misconduct in public office), Medienberichten zufolge werde der Vorwurf untersucht, er habe in seiner Funktion als Britischer Handelsbeauftragter vertrauliche Geheimdokumente an Epstein weitergeleitet.[61]
Am 26. Februar 2026 trat Børge Brende als Präsident des Davoser Weltwirtschaftsforum zurück. Er hatte im November 2025 behauptet, nie Kontakt zu Epstein gehabt zu haben; die Veröffentlichung der Akten belegte jedoch drei Geschäftsessen und über hundert Nachrichten zwischen den beiden.[62]
Internationale Organisationen
Ein von den Vereinten Nationen ernannter Ausschuss unabhängiger Experten erklärte im Februar 2026, dass die Dokumente Hinweise auf die Existenz eines globalen kriminellen Unternehmens enthielten, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben könnte. Die Experten verwiesen auf systematische Straftaten, die zur Kommerzialisierung und Entmenschlichung von Frauen und Mädchen geführt hätten.[63]
Kritik
Gesetzeszweck
Der große Umfang der ungeordneten und unkommentierten Epstein-Akten, deren Inhalt von der Öffentlichkeit nicht auf Glaubwürdigkeit überprüft werden kann, wird Kritikern zufolge weder der Wahrheitsfindung noch den Opfern dienen, sondern im aufgeheizten innenpolitischen Klima der zweiten Amtszeit Donald Trumps zur Diskreditierung von Gegnern politisch instrumentalisiert.[64]
Sowohl der Justizausschuss des Senats als auch die Geschädigten und die Öffentlichkeit einschließlich der Trump-Anhänger aus der sog. Maga-Bewegung kritisieren die unvollständige Veröffentlichung seitens Justizministerin Pam Bondi, namentlich nicht nachvollziehbare Schwärzungen und gelöschte Dateien.[65][66][67] Diese Politik trage nicht zur Aufklärung, sondern zur weiteren Mythenbildung und Vertuschung bei.[68]
Technische Probleme
Bei der Konvertierung der E-Mails (Quoted-Printable) in PDF wurden Sonderzeichen im E-Mail-Kopf in der Quoted-Printable-Darstellung belassen.[Anmerkung 1] Damit wird eine Volltextsuche erschwert.[69]
Netzwerk

In den Akten werden verschiedene, teils prominente Personen erwähnt. Es ergibt sich ein großes Netzwerk an einflussreichen Persönlichkeiten.
Das Projekt Epstein Visualizer stellt die Beziehungen zwischen Personen, Orten und Ereignissen, wie sie sich aus dem vom Ausschuss des Repräsentantenhauses (House Oversight Committee) veröffentlichten E-Mail-Verkehr Epsteins ergeben, ohne Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit als durchsuchbare Netzwerkanalyse bereit.[70][71]
Siehe auch
- Beziehung zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein
- Beziehung zwischen Bill Clinton und Jeffrey Epstein
- Beziehung zwischen Bill Gates und Jeffrey Epstein
- Beziehung zwischen Andrew Mountbatten-Windsor und Jeffrey Epstein
- Beziehung zwischen Peter Mandelson und Jeffrey Epstein
- Mette-Marit-Affäre
- Beziehung zwischen Alan M. Dershowitz und Jeffrey Epstein
- Beziehung zwischen Sarah Ferguson und Jeffrey Epstein
Weblinks
- Epstein Library – DOJ Disclosures. Department of Justice (amerikanisches Englisch).
- Oversight Committee Releases Epstein Records Provided by the Department of Justice. United States House Committee on Oversight and Accountability, 2. September 2025 (amerikanisches Englisch).
- Betreffende Materialien zu den Epstein-Akten aus Jeffrey Epsteins Villa. In: Courier Newsroom, 12. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- Portal zur Suche nach Epstein-Dateien. tommycarstensen.com (englisch).
- System der Macht, Podcast zum System Epstein, Wirtschaftsmagazin Surplus.
Anmerkungen
- Email-Header dürfen keine Nicht-ASCII-Zeichen enthalten. Falls Nicht-ASCII-Zeichen vorhanden sind, werden diese kodiert nach RFC: – Multipurpose Internet Mail Extensions (MIME) Part One: Format of Internet Message Bodies. November 1996 (englisch). Eine E-Mail an einen Mario Schröder kann im E-Mail-Header neben vielen anderen Möglichkeiten als
To: =?UTF-8?Q?Mario_Schr=C3=B6der?= <mario.schroeder@nowhere.com>, als
To: =?ISO-8859-1?Q?Mario_Schr=F6der?= <mario.schroeder@nowhere.com>oder als
To: =?UTF-8?B?TWFyaW9fU2NocsO2ZGVy?= <mario.schroeder@nowhere.com>
kodiert werden. Weiterhin ist auch
To: Mario Schroeder <mario.schroeder@nowhere.com>oder
To: Mario Schroder <mario.schroeder@nowhere.com>
denkbar. Insgesamt sind sehr viele verschiedene Kodierung möglich, um Namen mit Nicht-ASCII-Zeichen zu kodieren. Es wurden keine Buchstaben und Ziffern teilweise durch Gleichheitszeichen ersetzt, sondern diese Rückkodierung wurde unterlassen.