Eric Persing

Amerikanischer Sounddesigner und Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Eric Persing (* 21. Juli 1960 in Landstuhl) ist ein in Deutschland geborener US-amerikanischer Sounddesigner, Studiomusiker am Keyboard, Arrangeur, Produzent und Unternehmer. Er lebt und arbeitet in Los Angeles, Kalifornien. Er war über zwei Jahrzehnte leitender Sounddesigner der Roland Corporation. Zusammen mit seiner Frau gründete er das Softwareunternehmen Spectrasonics, das virtuelle Musikinstrumente herstellt.

Eric Persing mit seinem OMG-1, Moogfest, 2011

Biographie

Eric Persing wuchs in einer musikalischen Familie in San Francisco auf. Sein Vater war Chorleiter und Multiinstrumentalist. Nachdem er anfangs Trompete spielte, erlernte Eric ab der sechsten Klasse von seiner Mutter das Klavierspiel.

Ab 1975 beschäftigte er sich insbesondere mit der Klangerstellung von Synthesizern. 1982 verdiente er sich neben der Tätigkeit in einer Musikalienhandlung in Orange bereits ein Zubrot, indem er zu den günstigen Roland JX-3P-Synthesizern für 100 Dollar eine Datenkassette mit selbst entstellten Klängen anbot, die das Qualitätsniveau teurerer Synthesizer erreichten. Persing und seine Kollegen machten sich außerdem mit den aktuellen Entwicklungen und technischen Möglichkeiten vertraut: Sie experimentierten mit den elektronischen Musikgeräten, verkabelten die Ausstellung über die damals noch neue MIDI-Schnittstelle und erarbeiteten Vorführungen von Instrumenten, die durch den 1984 erschienen − weltweit ersten – MIDI-Sequenzer Roland MSQ700[1] gesteuert wurden. Daraufhin erhielt er die Gelegenheit, Roland auf der NAMM Show 1984 in Chicago als Produktvorführer zu vertreten. Wenig später wurde er in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Roland Corporation nach Japan geholt,[2][3] wo er von 1984 bis 2005 leitender Sounddesigner war und an vielen einflussreichen Musikprodukten, vornehmlich an der Soundentwicklung von – mittlerweile klassischen – Synthesizern und Samplern mitwirkte.[4][5] Persings erstes Projekt in dieser Funktion war die Erstellung von Werksklängen für den MKS-80 Super Jupiter und den JX-8P, die ebenfalls noch 1984 vorgestellt wurden. Weitere Bekanntheit erlangte er durch seine Arbeit für den 1987 erschienenen Synthesizer Roland D-50, von dem einige Klangideen in den General-MIDI-Standard übernommen wurden, wie z. B. Fantasia (Klang Nr. 89). Ferner erstellte Persing mehrere Werkssounds für den 1991 erschienen JD-800 und einen Großteil der Klänge von Rolands JV-, XP- und XV-Serie.[6] Seine Sounds aus dieser Schaffensperiode sind in vielen Produktionen zu hören. Ab Anfang der 1990er Jahre erlebte der von ihm – bereits für die 1985 erschienene Alpha-Juno-Serie von Roland – erstellte Hoover-Sound eine Renaissance in der elektronischen Tanzmusik.

Während sich Roland am Markt weiterhin hauptsächlich als Hardwarehersteller platzierte, sah Persing in zunehmendem Maße das Marktpotential von Musiksoftware, sodass er 1994 unter Beibehaltung einer Beraterfunktion bei Roland zusammen mit seiner Frau Lorey das Musiksoftware-Unternehmen Spectrasonics gründete.[7][8] Als dessen Kreativdirektor war er für die Produkte des Unternehmens verantwortlich, darunter Omnisphere, Keyscape, Stylus RMX, Trilian, Atmosphere und Trilogy.[9][10] Auf der NAMM Show 2011 stellte Persing im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit der Bob Moog Foundation den OMG-1-Synthesizer vor, den er auf der Basis eines Moog Little Phatty, einem Apple Mac mini und zwei iPads mit virtuellen Instrumenten kombinierte, die in einem gemeinsamen Gehäuse aus Ahorn untergebracht waren.[11]

Einflüsse

Als wichtige musikalische Einflüsse nennt Persing Vangelis, Kraftwerk, Jan Hammer, Yes, Genesis und Thomas Dolby.[12]

Arbeit für andere Künstler

Persing arbeitete unter anderem für Herbie Hancock, Michael Jackson, Hans Zimmer, Nile Rogers, Knower, Quincy Jones, Danny Elfman, Marcus Miller, Sergio Mendes, Luther Vandross, James Newton-Howard, Chaka Khan, Eddie Jobson, Michel Colombier, Diana Ross, Arif Mardin, Bette Midler, Larry Carlton, Leonard Cohen, Bon Jovi, Randy Newman and Celine Dion.[6] Auf seine Mitarbeit an dem 1993 mit dem Grammy für Weltmusik ausgezeichneten Album Brasileiro von Sérgio Mendes, an dem er u. a. als Arrangeur, Keyboard-/Synthesizerspieler/-programmierer mitwirkte,[13] ist er besonders stolz.

Auszeichnung

Im Jahr 2011 nahmen Persing und das Team von Spectrasonics im Rahmen der NAMM Show für Omnisphere Version 1.5 den TEC Award für die „Beste Musikinstrumentensoftware“ entgegen.[14]

Commons: Eric Persing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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