Erich Panitz

deutscher Kommunalpolitiker und Gewerkschaftsfunktionär, Stadtdirektor und Ehrenbürger der Stadt Laatzen (1922-1999) From Wikipedia, the free encyclopedia

Erich Panitz (* 17. Juli 1922 in Klein Süntel; † 4. April 1999 in Laatzen) war ein deutscher Kommunalbeamter und Politiker (SPD), Gemeinde- und Stadtdirektor der Stadt Laatzen. Er gilt als zentrale Persönlichkeit der Stadtentwicklung Laatzens in den 1960er und 1970er Jahren und prägte den Ausbau der Stadt maßgeblich.[1]

Leben

Erich Panitz wurde am 17. Juli 1922 in Klein Süntel bei Bad Münder geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete er ab 1939 als Industriekaufmann. 1942 wurde er zum Militär eingezogen und kehrte 1945 verwundet aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung in der Kommunalverwaltung und war ab 1950 im Staatsdienst tätig. Zusätzlich besuchte er die Wirtschafts- und Verwaltungsakademie in Lüneburg.[2] 1958 übernahm Panitz die Position des Stadtkämmerers von Winsen (Luhe), bevor er 1960 als Gemeindedirektor nach Laatzen wechselte. In dieser Funktion leitete er die kommunale Verwaltung während einer Phase tiefgreifender städtebaulicher und struktureller Veränderungen. 1974 wurde er nach der niedersächsischen Gebietsreform zum Stadtdirektor der neu gebildeten Stadt Laatzen ernannt, ein Amt, das er bis 1984 ausübte.[2] Unter der Leitung von Panitz wurden zentrale Weichen für die städtische Entwicklung gestellt. Zu den prägenden Maßnahmen zählten die freiwillige Vereinigung der Gemeinden Laatzen und Grasdorf im Jahr 1964 sowie die anschließende umfassende Bebauung des neu geschaffenen Stadtzentrums Laatzen-Mitte.[3] Diese Planungen orientierten sich an den Vorgaben der niedersächsischen Raumordnung, die Laatzen als Nebenzentrum zur Entlastung der Landeshauptstadt Hannover vorsahen.

Grabstein für den Ehrenbürger Erich Panitz und dessen Ehefrau Magdalene auf dem Stadtfriedhof Im Heidfeld

In den 1960er Jahren wurden großflächig Grundstücke angekauft, um die Stadtentwicklung planmäßig zu steuern. In diesem Zuge entstand umfangreicher Wohnraum für mehrere zehntausend Menschen, begleitet vom Ausbau der städtischen Infrastruktur mit Schulen, Kindertagesstätten, Verkehrsanbindungen, Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen.[3] Die Stadt führte während seiner Amtszeit das größte Umlegungsverfahren der Bundesrepublik Deutschland durch, wodurch ein hoher Anteil der Flächen in kommunales Eigentum überführt wurde.[3] 1974 erfolgte die Eingemeindung von Rethen, Gleidingen, Ingeln und Oesselse in die Stadt Laatzen. Panitz spielte bei der erfolgreichen Umsetzung dieser Gebietsreform eine zentrale Rolle.[4] Zudem initiierte er 1966 die Städtepartnerschaft mit Grand-Quevilly in Frankreich.[2] Am 4. April 1999 verstarb Panitz im Alter von 76 Jahren an Herzversagen. Er wurde auf dem Stadtfriedhof Im Heidfeld beigesetzt.

Gewerkschafts- und Parteiarbeit

Seit 1947 war Erich Panitz Mitglied der Gewerkschaft ÖTV und engagierte sich maßgeblich im Wiederaufbau der Gewerkschaften im Hamburger Raum nach dem Zweiten Weltkrieg. Er übte verschiedene Funktionen innerhalb der DAG, ÖTV und des DGB aus und war bis zu seinem Wechsel nach Laatzen Vorsitzender der ÖTV-Kreisverwaltung Lüneburg.[5] Politisch war Panitz seit 1948 Mitglied der SPD. Er war Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Alt-Laatzen, Landesgeschäftsführer der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Niedersachsen und Mitglied der Europäischen Kommission beim Vorstand der Bundes-SGK in Bonn. Von 1964 bis 1974 gehörte er dem Vorstand des Kommunalverbandes Großraum Hannover an und war stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Verbandsversammlung. Darüber hinaus war er Mitglied in zahlreichen Ausschüssen, Verbänden und Gremien auf kommunaler und regionaler Ebene.[2]

Ehrungen und Verdienste

Erich Panitz wurde 1993 zum Ehrenbürger der Stadt Laatzen ernannt.[1] Für seine kommunalpolitischen Leistungen erhielt er 1984 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.[2] Zu seinem 20. Todestag im Jahr 2019 ehrte die Stadt Laatzen sein Wirken mit einer Gedenkminute und einer Blumenniederlegung.[6] Sein Name ist bis heute im Stadtbild präsent: Im Juli 2000 wurde die Hauptstraße in Laatzen-Mitte nach ihm benannt.[4]

Literatur

  • Helga Welker-Schwab: Profile aus dem Landkreis Hannover - Bürger unserer Zeit. Band III. Gauting 1997, S. 273.
Commons: Erich Panitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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