Erichtho

thessalische Hexe der römischen antiken Literatur From Wikipedia, the free encyclopedia

Erichtho (altgriechisch Ἐριχθώ) ist eine thessalische Hexe der römischen antiken Literatur.

John Hamilton Mortimer – Erichtho (Bildausschnitt)

Quellen

In den Pharsalia (VI, 507–830) genannten Gedichten des Lucan – dem für viele alleinigen Schöpfer dieser Figur – berichtet sie dem Sextus Pompeius über den Ausgang der Schlacht von Pharsalos.

Auch wird Erichtho in der 15. Elegie von Ovids Heroides erwähnt, die zwischen 15 und 5 v. Chr. veröffentlicht wurden. Darin wirft die Dichterin Sappho vor ihrem Suizid dem Fährmann Phaon, der ihre Liebe nicht erwidert, vor, seinetwegen laufe sie „wie von Sinnen umher, wie eine, die die rasende Erichtho berührt hat“ („mentis inops, ut quam furialis Erictho attigit“).[1] Hiergegen wandte der deutsche klassische Philologe Karl Lachmann 1848 ein, die späteren Elegien der Heroides seien pseudo-ovidianisch, das heißt, von einem kongenialen Verfasser im Stil Ovids, aber deutlich später verfasst. Der anonyme Dichter habe die Pharsalia gekannt, die somit die Ersterwähnung darstellen würden. Der niederländische Philologe S.G. de Vries schließlich hielt 1888 den Namen Erictho für einen Schreibfehler und folgte einer mittelalterlichen Frankfurter Handschrift, in der von der „furialis Enyo“ die Rede ist.[2] Dieser Lesart folgen die aktuellen Textausgaben der Heroides.[3]

In der Göttlichen Komödie Dantes wird sie im Inferno, IX 23 erwähnt. Dort berichtet Virgil, sie habe ihn gezwungen, in den tiefsten Kreis der Hölle hinabzusteigen und eine Seele zurückzuholen.

Im 2. Akt des Faust II erscheint Erichtho auf den Pharsalischen Feldern als Vorbotin der Klassischen Walpurgisnacht. Die düstere Berichterstatterin der Geschichte verwirrt, indem sie die vorolympische Epoche Griechenlands, die Zeit des römischen Bürgerkriegs und den griechischen Befreiungskampf aus Goethes Zeit miteinander vermischt. Sie flüchtet beim Herannahen der Luftfahrer Faust, Mephisto und Homunculus.

Einzelnachweise

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