Ernemann Sander

deutscher Bildhauer (1925-2020) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Hermann (Ernemann) Friedrich Sander (* 18. April 1925 in Leipzig; † 21. Dezember 2020 in Bad Godesberg[1]) war ein deutscher Bildhauer.

Ernemann Sander (2007)

Leben

1941 begann Ernemann Sander das Studium an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar. Sein Lehrer war vorzugsweise der Tierzeichner Walther Klemm.[2] Zwei Jahre später wurde er zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht einberufen. Während des Krieges, 1944, fand Sanders erste Einzelausstellung im Jenaer Kunstverein statt.

Nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nahm Ernemann Sander 1947 sein Studium an der Weimarer Hochschule wieder auf. Im selben Jahr musste er das Studium abbrechen. Anschließend war er als freischaffender Künstler tätig. 1948 wurde Sander zum Vorsitzenden der Gruppe des Verbandes Bildender Künstler in Jena gewählt, die zu diesem Zeitpunkt noch „Sparte 17“ im Gewerkschaftsbund hieß. 1949 publizierte der Greifenverlag Rudolstadt eine Mappe mit 10 Aktzeichnungen Sanders (Lithografien, von ihm selbst von Rötelblättern abgezogen und handsigniert; Mappe 37 × 26 cm).

Nachdem Sanders Eltern 1951 nach West-Berlin gegangen waren, folgte er ihnen mit Frau und Kind zwei Jahre später. 1955 ging die Familie nach Bonn, wo Sander im Florentiusgraben ein bescheidenes Atelier hatte. Von 1957 bis 1983 war er Vorsitzender der Künstlergruppe Bonn. Ab 1963/64 wohnte und arbeitete Ernemann Sander in Königswinter-Oberdollendorf.[3] Zuletzt lebte er in einem Seniorenheim im Bonner Stadtteil Bad Godesberg, in dem er im Dezember 2020 im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Erkrankung an COVID-19 starb.[1]

Seine Arbeiten findet man in Bad Hersfeld, Bad Honnef, Bad Oeynhausen, Bergheim, Bergisch Gladbach, Berlin, Bonn, Cleethorpes, Fulda, Jena, Köln, Königswinter, Lünen, Montabaur, Pforzheim, Renchen, Wesseling und Worms.

Ausstellungen (unvollständig)

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Weitere Informationen Entstehungsjahr, Gemeinde Ortsteil ...
EntstehungsjahrGemeinde
Ortsteil
AdresseBildObjektAnmerkungen
1958Stadt Bonn
Ortsteil Tannenbusch
Görlitzer Straße (Rückseite Haus Nr. 3)Zwei Kraniche[4.1]
1959Stadt Bonn
Ortsteil Nordstadt
Adolfstraße (Seiteneingang an der Vorgebirgsstraße)
Lage
Wettschwimmen, Steinrelief (Auftraggeber: Stadt Bonn)[5]
1962Stadt Bonn
Ortsteil Tannenbusch
Hohe Straße 11
Lage
Tierpfeiler[4.1]Standort: Elsa-Brändström-Schule/Paulusschule[4.1]
1962Stadt Bonn
Ortsteil Bonn-Zentrum
Brassertufer
Lage
Husarenrelief[4.1]Standort: Alter Zoll
1965/1985Stadt Bonn
Ortsteil Weststadt
Colmantstraße 16
Lage
Die Badende[6]Standort: Skulpturenhof des Rheinischen Landesmuseums Bonn (seit 2001)[6]
1971Stadt Bonn
Ortsteil Heiderhof
Weißdornweg 49–51
Lage
Hetzender Hund (Auftraggeber: GAGFAH)[4.2]Material: Bronze[4.2]
1972Stadt Königswinter
Ortsteil Niederdollendorf
Friedenstraße 29
Lage
Bronzerelief Vertreibung aus dem Paradies in der evangelischen Kirche[7][8]am Grundstein in der Eingangshalle[7]
1972/1973Stadt Bergheim
Stadtteil Quadrath-Ichendorf
Köln-Aachener Straße/Kammerstraße
Lage
Hengstskulptur Oleanderunter Denkmalschutz
1972–1976Stadt Bonn
Ortsteil Bonn-Zentrum
Dreieck
Lage
Grazienbrunnen (Auftraggeber: Stadt Bonn)[4.3]
1978Stadt Königswinter
Ortsteil Niederdollendorf
RheinuferPelikanBronzeplastik
1980Stadt Bad HonnefHauptstraße/Kirchstraße
Lage
Tierbrunnen[9]2016 runderneuert[10]
1980Stadt KönigswinterKellerstraße 16Großer HundStandort: Siebengebirgsmuseum (Außengelände); Abguss seit 1984 in Hannover[11]
1980Stadt Königswinter
Ortsteil Oberpleis
Dollendorfer Straße 64Archimedes[12]Standort: Schulzentrum Oberpleis[13]
1982/1983Stadt Bonn
Ortsteil Bonn-Zentrum
Martinsplatz
Lage
4 Reliefs mit der Geschichte des hl. Martin[14][4.1]Standort: an Stiftsmauer[4.1]
1984Stadt KönigswinterRheinallee
Lage
Eselsbrunnen
1985Stadt MontabaurKonrad-Adenauer-PlatzSchusterjungeBronzestatue (mit beweglichem rechten Unterarm)
1987/1988Stadt Bonn
Ortsteil Beuel-Mitte
Wagnergasse 2
Lage
Wäscherinnenbrunnen (Auftraggeber: Volksbank Bonn)[4.4]Material: Bronze[4.5]; Standort: Heimatmuseum Beuel, ursprünglich Hermannstraße 40[4.5]
1991Stadt Königswinter
Ortsteil Oberdollendorf
Cäsariusstraße/Heisterbacher Straße (Leo-Tendler-Anlage)
Lage
Caesarius-DenkmalBronzestatue
1993Stadt Bonn
Ortsteil Oberkassel
Theresienau 20
Lage
Aus der Quelle schöpfen[4.1]Standort: vor evgl. Altenwohnheim[4.1]
2000Stadt Königswinter
Ortsteil Oberdollendorf
LageMariensäule
2006Stadt Königswinter
Kloster Heisterbach
Heisterbacher StraßeSchutzmantelmadonnaMaterial: Bronze
2009/2010Stadt Bonn
Ortsteil Alt-Godesberg
Aennchenplatz 2
Lage
Relief von Aennchen Schumacher[4.1]Material: Bronze; Standort: Gasthof „Zur Lindenwirtin Aennchen“
2010Stadt Königswinter
Ortsteil Oberdollendorf
Kellerberger Winzerweg
Lage
TraubenernteMaterial: Bronze; Standort: Kellerberger Winzerweg
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Literatur

  • Gero Sander (Hrsg.): Ernemann F. Sander. Edition Sander, Königswinter 1997, ISBN 3-00-001444-6.

Einzelnachweise

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