Ernie Irvan

US-amerikanischer NASCAR-Rennfahrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Virgil Earnest Irvan (* 13. Januar 1959 in Salinas, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Automobilrennfahrer, der bei NASCAR-Rennen aktiv war. Er ging im NASCAR Winston Cup in über 300 Rennen an den Start und gehörte in den 1990er-Jahren zu den Titelfavoriten. 1994 erlitt er jedoch beim Training auf dem Michigan International Speedway eine schwere Kopfverletzung, welche ihm nur eine geringe Überlebenschance ließ, woraufhin er über ein Jahr lang pausieren musste. Dennoch gelang ihm sein Comeback und er fuhr noch bis 1999 Rennen.

Schnelle Fakten NASCAR-Cup-Series-Statistik, Starts ...
Ernie Irvan
Statusnicht aktiv
NASCAR-Cup-Series-Statistik
Beste Platzierung 5. – (1991)
Starts Siege Poles Top 10
313 15 22 124
NASCAR-Xfinity-Series-Statistik
Beste Platzierung 28. – (1991)
Starts Siege Poles Top 10
57 3 5 15
NASCAR-Craftsman-Truck-Statistik
Beste Platzierung 45. – (1998)
Starts Siege Poles Top 10
12 0 0 8
Datenstand: Karriereende
Schließen

Für seine Leistungen im Motorsport wurden Irvan verschiedene Ehrungen zuteil. Er ist seit 1998 Teil der NASCAR’s 50 Greatest Drivers.

Herkunft und Privatleben

Virgil Earnest Irvan wurde am 13. Januar 1959 in Salinas, Kalifornien, als Sohn von Jo und Vic Irvan geboren und wuchs mit seinen beiden Schwestern und seinem Bruder auf. Die ursprünglich aus Oklahoma stammende Familie war aufgrund der Dust Bowl in den 1930er-Jahren an die Westküste der Vereinigten Staaten gezogen.[1] Sein Vater war an Wochenenden als Rennfahrer aktiv und steckte seinen Sohn bereits früh mit der Leidenschaft an.[2] Er besuchte die Salinas High School, wo er neben seinen Aktivitäten im Motorsport auch Tennis spielte.

Irvan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Ocala im US-Bundesstaat Florida.[3]

Karriere

Anfänge

Irvan begann seine Motorsportkarriere im Alter von neun Jahren mit kleineren Kartrennen.[1] Mit 15 Jahren gewann er 1974 die kalifornische Kartmeisterschaft und fuhr ab dann in nationalen Rennen. Er beendete die nationale Kartmeisterschaft in seiner Klasse auf dem zweiten Platz. Im darauffolgenden Jahr stieg er in kleinere Stockcar-Klassen auf und gewann seine ersten Rennen auf dem Stockton 99 Speedway.[4][5] In den folgenden Jahren fuhr er in regionalen Rennserien und verbuchte regelmäßig Siege. 1980 bestritt er seine ersten Rennen in der damaligen Winston West Series und verpasste sogar seine Abschlussfeier an der Highschool, um in Riverside zu fahren. Im Alter von 18 Jahren gewann er seinen ersten großen Titel mit der Stockton-Speedway-Meisterschaft.[6] Zu der Zeit verlor er seinen engen Freund Tim Williamson, der bei einem Rennunfall auf dem Riverside International Raceway ums Leben kam.[7]

Erste Rennen im Winston Cup

Irvans Vater Vic war bereits Anfang der 1980er-Jahre an die Ostküste gezogen und Irvan folgte ihm 1982, um seine Motorsportkarriere dort fortzusetzen, da es an der Westküste an Sponsoren mangelte.[8] Da er mit nur 700 Dollar seine Heimat verließ (dazu 200 Dollar, welche er auf dem Weg in Las Vegas gewann), plagten ihn zuerst finanzielle Probleme, weshalb er gezwungen war, sich mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen.[1] Er arbeitete unter anderem auf dem Charlotte Motor Speedway und lebte vorerst in North Carolina.[9] Nebenbei fuhr er weiterhin Rennen mit Late-Model-Wagen und gewann mehrere davon auf dem Concord Speedway.

Nach einiger Zeit lernte Irvan den Fahrzeugbauer Marc Reno kennen und die beiden wurden schnell Partner.[10] 1986 bauten die beiden einen Rennwagen, mit dem Irvan erstmals in der NASCAR Busch Series zwei Rennen bestreiten konnte. Gleichzeitig suchten sie weiterhin nach Möglichkeiten, im prestigeträchtigen Winston Cup anzutreten. In ihrer Werkstatt war unter anderem der Rennfahrer Ken Schrader Kunde, woraufhin die beiden ihn um Hilfe bei der Suche nach Sponsoren für ihre Motorsportaktivitäten baten. Schrader stellte den Kontakt zum mehrfachen Winston-Cup-Sieger Dale Earnhardt Sr. her, welcher sich bereit erklärte, als Sponsor zu fungieren. Der Deal beinhaltete zwar keine finanzielle Unterstützung, Earnhardts Name konnte allerdings zu Werbezwecken genutzt werden, was den Fahrern mehr Glaubwürdigkeit verschaffte.[10] Irvan fuhr daraufhin gegen Ende der Saison 1987 erstmals im Winston Cup. Sein erstes Rennen in Richmond startete er vom 20. Startplatz, fiel jedoch mit einem überhitzten Motor aus und beendete das Rennen auf Platz 29.[1] Wenig später weckte er durch einen achten Platz in Charlotte das Interesse des Rennfahrers und Teameigners D. K. Ulrich, für den er weitere Rennen absolvierte.[1]

Reno und Irvan plagten trotz der ersten Winston-Cup-Rennen finanzielle Sorgen, worauf letzterer in der Folgesaison für Ulrich mit der Startnummer 2 antrat. Er absolvierte 25 der 29 Rennen und war Anwärter im Kampf um den Rookie of the Year Award, den er letztendlich sehr knapp an Ken Bouchard verlor.[1] Sein bestes Resultat erzielte er mit einem elften Platz auf dem Martinsville Speedway und beendete die Saison auf Platz 29. Auch im Folgejahr startete er im Winston Cup für Ulrichs Team und bestritt erstmals alle 29 regulären Saisonrennen. Mit mehreren Top-10-Platzierungen wurde er mit 2919 Punkten 22. in der Fahrerwertung. In der Zeit gewann er zudem ein Rennen in der ARCA Permatex SuperCar Series.[11]

Erfolge der 1990er-Jahre

Aufgrund verschiedener Probleme mit den Sponsoren verlor Irvan seinen Sitz bei D. K. Ulrichs U.S. Racing und musste sich für die Saison 1990 nach Alternativen umsehen. Er unterschrieb zuerst bei Donlavey Racing, doch auch dort kam es zu Problemen. Hauptsponsor True Cure erfüllte seine finanziellen Verpflichtungen nicht, woraufhin Teambesitzer Junie Donlavey Irvan nach nur drei Rennen freistellen musste.[9] Sein bestes Resultat für das Team holte er mit einem 13. Platz beim Daytona 500.

Nach seiner Freistellung unterschrieb er einen Vertrag bei Morgan–McClure Motorsports und ersetzte dort Phil Parsons im Wagen mit der Startnummer 4.[1] Direkt beim ersten Rennen gelang Irvan sein erstes Podium mit einem dritten Platz auf dem Atlanta Motor Speedway. Kontrovers diskutiert wurde sein zweites Rennen auf dem Darlington Raceway, da er in einen Unfall verwickelt war, bei dem Neil Bonnett sich schwere Verletzungen zuzog.[12] Nach mehreren Top-10-Platzierungen entschied sich das Team gegen Saisonmitte von Oldsmobile zu Chevrolet zu wechseln.[13] Am 25. August gewann Irvan daraufhin sein erstes Rennen auf dem Bristol Motor Speedway und beendete mit weiteren Podien die Saison als Neunter die Fahrerwertung.[14][15] Im selben Jahr gelangen ihm erstmals, sowohl in Daytona als auch in Rockingham, Top-10-Platzierungen in der Busch Series.

Zur Saison 1991 startete Irvan erneut für Morgan-McClure Motorsports mit der #4 und gewann zum Saisonauftakt das prestigeträchtige Daytona 500.[1] Im weiteren Verlauf holte er seinen dritten Karrieresieg beim Rennen in Watkins Glen. Dazu kamen drei zweite Plätze in Bristol, Darlington und Atlanta. Neben der höchsten Motorsportliga der NASCAR fuhr Irvan ebenfalls in der NASCAR Busch Series, gewann dort auf dem North Carolina Speedway sein erstes Rennen und holte in Watkins Glen einen dritten Platz. Insgesamt wurde die Saison 1991 zu seiner besten im Winston Cup, mit 3925 Punkten wurde er Fünfter in der Fahrerwertung, während Morgan-McClure Motorsports den fünften Platz in der Fahrerwertung holte.[16] In dieser Zeit erhielt er aufgrund seiner Fahrweise den Spitznamen „Swervin Irvan“.[17]

Auch in der Saison 1992 gewann er erneut mehrere Rennen und erzielte gute Resultate. Den ersten Sieg holte er sich auf dem Sonoma Raceway, darauf folgten weitere in Daytona und Talladega. Er erzielte ebenfalls drei Pole-Positions sowie mehrere Top-10-Platzierungen. Dazu kamen auch zwei weitere Siege in der Busch Series sowie ein zweiter Platz beim Auftaktrennen in Florida. In dieser Rennserie kam es auf dem Atlanta Motor Speedway zu einem schweren Unfall, bei dem er sich sein Schlüsselbein brach und den Kiefer prellte.[18]

Irvan in der #28 auf dem Indianapolis Motor Speedway, 1994.

Auch 1993 startete er zu Beginn der Saison im Winston Cup für Morgan-McClure Motorsports und gewann noch einmal das Rennen in Talladega. Im Juli kam der Rennfahrer Davey Allison, der auch ein guter Freund Irvans war, bei einem Hubschrauberunfall ums Leben. Allison war bis zu dem Zeitpunkt für Robert Yates Racing mit der #28 an den Start gegangen, woraufhin Teambesitzer Robert Yates Irvan als Ersatzfahrer verpflichten wollte. Dieser war allerdings noch an Morgan-McClure Motorsports gebunden, was zu langen Verhandlungen und Rechtsstreitigkeiten führte.[10] Letztendlich konnte Irvan allerdings wechseln und beim Rennen in Darlington sein Debüt in der #28 geben. Nach vier Rennen für das neue Team gelang ihm sein erster Sieg auf dem Martinsville Speedway, zwei Rennen später wiederholte er diesen Erfolg.[3] Insgesamt beendete er die Saison auf dem sechsten Platz, sein zweitbestes Ergebnis in der Rennserie.[15]

Das Folgejahr wurde seine erste volle Saison für Robert Yates Racing und begann für seine Titelaussichten vielversprechend. Die ersten sechs Rennen beendete er alle innerhalb der Top 10, gewann davon zwei und landete beim Daytona 500 als Zweiter auf dem Podium.[19] Nachdem er aufgrund eines Problems mit dem Motor seines Wagens im siebten Rennen ausgeschieden war, kam er daraufhin bis zum 13. Rennen immer in die Top 10, darunter ein weiterer Sieg auf dem Sonoma Raceway. Insgesamt ging er als einer der Titelfavoriten in das 21. Saisonrennen auf dem Michigan International Speedway, mit einem Unterschied von lediglich 27 Punkten befand er sich mit Dale Earnhardt im Rennen um die Meisterschaft.[20]

Unfall in Michigan

Am Morgen des 20. August 1994 war Irvan beim freien Training zum GM Goodwrench Dealer 400 auf der Strecke des Michigan International Speedway und fuhr dort seine ersten Runden. Nachdem sein Crew Chief ihn nach zehn Runden zurück in die Box holte, platzte der rechte Vorderreifen und Irvan verlor die Kontrolle über den Wagen.[20] Mit einer Geschwindigkeit von beinahe 273 km/h kollidierte dieser mit der Mauer neben Kurve 2. Irvan verlor bei dem Unfall das Bewusstsein und wurde von den eintreffenden Notfallteams aus dem Wrack befreit. Der Notarzt führte an ihm noch vor Ort eine Tracheotomie durch, was ihm wahrscheinlich das Leben rettete.[21] 23 Minuten später wurde er per Hubschrauber ins Saint Joseph’s Hospital im nahegelegenen Ann Arbor transportiert, wo bei ihm ein Schädelbasisbruch und Lungenverletzungen diagnostiziert wurden.[22] Seine Überlebenschancen wurden auf 10 % bemessen.[23]

Nach einigen kritischen Tagen verbesserte sich Irvans Zustand, etwa 20 Tage nach dem Unfall war er wieder bei Bewusstsein. Er wurde daraufhin in das Charlotte Institute of Rehabilitation verlegt und konnte zwei Monate später auf dem NASCAR Awards Banquet erneut in der Öffentlichkeit auftreten. Während seiner Genesung war er als Kommentator für TNN Motorsports aktiv.[24] Da er keines der restlichen Saisonrennen bestritt, verlor er die Meisterschaft und beendete die Fahrerwertung auf Platz 22. Dale Jarrett ersetzte ihn für den Rest der Saison.[25]

Irvans Unfall in Michigan war einer von mehreren schweren Zwischenfällen, welche die 1990er-Jahre in der NASCAR prägten.[26] Bereits bei den Testfahrten zum Daytona 500 1994 kamen Neil Bonnett sowie Rodney Orr durch Unfälle ums Leben. Weitere bekannte Fahrer wie Dale Earnhardt Sr. und Rusty Wallace waren ebenfalls in schwere nicht-tödliche Unfälle verwickelt. Nach den Todesfällen von Adam Petty und Dale Earnhardt im Jahr 2001 setzte die NASCAR letztendlich strengere Sicherheitsmaßnahmen durch, zum Beispiel die SAFER Barriers und das HANS-System, um den Kopf der Fahrer besser zu schützen.[22]

Rückkehr in die NASCAR

Irvan beim Aussteigen aus seinem Wagen, 1997.

Im September 1995, 13 Monate nach dem Unfall, stieg Irvan zum ersten Mal erneut in einen Rennwagen und absolvierte erste Testfahrten für Robert Yates Racing.[10] Er trug dabei eine Augenklappe auf dem linken Auge, da er sonst doppelt sah. Manche Rennfahrer sahen dies als Sicherheitsrisiko, sowohl für Irvan als auch für sie selbst, und meinten, dass seine periphere Sehfähigkeit beeinträchtigt sei.[27] Trotzdem gab ihm die NASCAR am 16. September die Freigabe für die Teilnahme an Rennen und er gab sein Comeback beim Qualifying eines Rennens der Craftsman Truck Series. In den folgenden Wochen absolvierte er mehrere Rennen in der Serie, wobei er zweimal auf dem Podium landete. Zeitgleich gab er auch sein Comeback im Winston Cup beim Rennen auf dem North Wilkesboro Speedway, wo er für Robert Yates Racing die #88 fuhr. Vom siebten Startplatz erkämpfte er in 125 Runden die Führung, die er für weitere 31 Runden behaupten konnte, fiel dann aber auf Platz sechs zurück.[28] Bis Saisonende absolvierte er vier Rennen in der höchsten NASCAR-Liga, zwei davon beendete er innerhalb der Top 10. Zudem bestritt er die Qualifikation zu einem Rennen der Busch Series auf dem Homestead Speedway, konnte jedoch nicht an diesem teilnehmen.[29]

Zur Saison 1996 trat Irvan erneut in Vollzeit im Winston Cup an, diesmal mit seiner alten Startnummer #28.[20] Sein Ersatzfahrer Dale Jarrett, der ihn im Vorjahr ersetzt hatte, wurde zu seinem Teamkollegen in dem Wagen #88. Beim Saisonauftakt in Daytona gelang es Irvan direkt, sich im Qualifying einen Startplatz auf der vorderen Startreihe zu sichern. Im Rennen schied er allerdings aufgrund eines Unfalls aus. Im weiteren Saisonverlauf gelangen ihm zwei weitere Siege, sowohl auf dem New Hampshire Speedway als auch auf dem Richmond Raceway.[30] Insgesamt wurde seine Comebacksaison zu einer der erfolgreichsten seiner Karriere: Mit 3632 Punkten wurde er Zehnter in der Fahrerwertung und erzielte mehrere Podiumsplatzierungen.[30] In der Craftsman Truck Series bestritt er drei Rennen, von denen er eines innerhalb der Top 10 beendete.

Irvan in Pocono 1997.

Die Folgesaison 1997 wurde seine letzte bei Robert Yates Racing. Auf der Rennstrecke erzielte Irvan seinen letzten Sieg im Winston Cup auf dem Michigan International Speedway, derselben Strecke, auf der er drei Jahre früher verunglückt war. Einen weiteren zweiten Platz holte er auf dem Atlanta Motor Speedway.[31] Mit einem 14. Platz in der Fahrerwertung beendete Irvan die Saison schlechter als im Vorjahr, machte jedoch auch außerhalb des Sports Schlagzeilen. Im Frühling war er in eine Auseinandersetzung auf einem Parkplatz eines Nachtklubs verwickelt, die allerdings nicht weiter verfolgt wurde, da keine Partei eine Strafanzeige erstattete.[32] Zudem erschien er mit Verspätung zu einem Empfangsessen zum zehnjährigen Jubiläum der Zusammenarbeit mit Texaco.[33] Nach seiner Freistellung am Ende des Jahres wurde Kenny Irwin jr. als Ersatz verpflichtet. In der Truck Series bestritt Irvan drei Rennen, wobei er sich einen zweiten Platz in Martinsville sicherte.

Um in der Saison 1998 weiterhin im Winston Cup an den Start gehen zu können, unterschrieb Irvan einen Vertrag bei MB2 Motorsports und fuhr fortan die #36, gesponsort von Skittles.[20] Im Verlauf der Saison gelangen ihm mehrere Top-10-Platzierungen, doch in keinem der 30 bestrittenen Rennen erzielte er einen Platz auf dem Podium. Die letzten drei Rennen verpasste er, da er sich bei einem Unfall in Talladega verletzte.[1] Die Endwertung beendete er mit 3262 Punkten auf dem 19. Platz. Bessere Ergebnisse erzielte er in der Truck Series, in der an zwei Rennen teilnahm und beide auf dem zweiten Platz beendete.

Mit dem neuen Sponsor M&M Mars startete Irvan erneut mit der #36 für MB2 Motorsports in die Saison 1999. In den ersten 21 Rennen gelangen ihm fünf Top-10-Platzierungen, bevor er am 23. Saisonrennen der NASCAR Busch Series in Michigan teilnahm. Genau fünf Jahre nach seinem beinahe tödlichen Unfall auf dem Michigan Speedway verunglückte Irvan auf der gleichen Strecke erneut. Wie 1994 fand der Unfall beim freien Training statt, wobei er diesmal den Pontiac #84 fuhr. Erneut wurde er per Hubschrauber evakuiert und erlitt eine leichte Kopfverletzung und eine Lungenprellung.[10] Er entschied sich daraufhin seine aktive Karriere zu beenden und gab an, er wolle weitere Unfälle vermeiden und für seine Familie sorgen.

Nach dem Karriereende

Irvan mit einem seiner Rennwagen bei einer Veranstaltung der Historic Stock Car Racing Series

Noch vor seinem Karriereende war Irvan bereits Mitbesitzer eines Rennteams geworden, das in den 1990er-Jahren in der Craftsman Truck Series antrat. Unter anderem fuhr Boris Said für Irvan-Simo Racing.[34] Nach Irvans Karriereende kamen erneut Pläne auf, ein Cup-Series-Rennteam mit dem Rennfahrer und Unternehmer Mark Simo aufzubauen, diese wurden jedoch nie konkretisiert.

In den 2000er-Jahren unterstützte Irvan vor allem die Motorsportkarriere seines Sohnes Jared und fungierte bei dessen Midget-Car-Rennen als Crew Chief. Jared Irvan fuhr vor allem in kleineren Midget- und Late-Model-Rennserien, bevor er ab 2014 auch in der NASCAR K&N Pro Series East an den Start ging.[35] Zugleich war Irvan als Grand Marshal bei mehreren NASCAR-Rennen zugegen, unter anderem beim 50. Daytona 500.

Irvan gründete die Stiftung Race2safety, die das Ziel verfolgt, mehr Bewusstsein für Kopfverletzungen zu schaffen.[1] Im Jahr 1999 veröffentlichte er unter dem Titel No fear: Ernie Irvan, the NASCAR driver’s story of tragedy and triumph eine Autobiographie.

Ehrungen

Irvan gewann zwar nie eine Meisterschaft in einer der drei großen NASCAR-Rennserien, seine zahlreichen Siege und sein Comeback nach dem Unfall in Michigan brachten ihm dennoch verschiedene Ehrungen ein. Bereits 1993 wurde er zum Super Ford Magazine Driver of the Year und im Folgejahr bekam er den True Value Hard Charger Award.

Für seine Leistungen im Motorsport wurde er in die Liste der NASCAR’s 50 Greatest Drivers und in die Sonoma Raceway Wall of Fame aufgenommen.[36][37] Er wurde auch Teil der West Coast Stock Car Hall of Fame und 2002 als Fackelträger für die Olympischen Winterspiele ausgewählt.[38]

Statistik

Einzelergebnisse in der NASCAR Winston Cup Series

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 Pos Punkte
1987 Reno Enterprises DAY CAR RCH ATL DAR NWS BRI MAR TAL CLT DOV POC RSD MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR RSD ATL 53. 324
29 8
U.S. Racing 15 22 19
1988 DAY RCH CAR ATL DAR BRI NWS MAR TAL CLT DOV RSD POC MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR CLT NWS CAR PHO ATL 26. 2319
DNQ 25 18 22 26 24 32 22 26 31 37 15 25 22 32 29 33 15 20 28 13 11 26 15 22 18
1989 DAY CAR ATL RCH DAR BRI NWS MAR TAL CLT DOV SON POC MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR CLT NWS CAR PHO ATL 22. 2919
41 23 12 9 24 29 10 19 25 15 17 23 26 18 23 26 20 24 25 15 24 26 33 6 33 8 16 33 11
1990 Donlavey Racing DAY RCH CAR ATL DAR BRI NWS MAR TAL CLT DOV SON POC MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 9. 3593
13 22 29
Morgan–McClure Motorsports 3 32 16 16 15 4 5 7 7 17 2 33 26 6 28 35 1 2 12 26 11 6 27 9 9 7
1991 DAY RCH CAR ATL DAR BRI NWS MAR TAL CLT DOV SON POC MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 5. 3925
1 27 6 14 7 2 10 15 32 7 4 4 6 5 5 7 33 1 7 18 2 4 28 4 33 30 31 6 2
1992 DAY CAR RCH ATL DAR BRI NWS MAR TAL CLT DOV SON POC MCH DAY POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 11. 3580
28 11 15 25 26 24 13 25 5 2 4 1 19 30 1 37 1 3 4 28 25 11 11 27 6 6 2 34 29
1993 DAY CAR RCH ATL DAR BRI NWS MAR TAL SON CLT DOV POC MCH DAY NHA POC TAL GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 6. 3834
37 3 11 2 22 24 11 32 1 2 5 32 34 3 7 15 31 2 15 32 26
Yates Racing 5 36 26 1 3 1 6 2 12
1994 DAY CAR RCH ATL DAR BRI NWS MAR TAL SON CLT DOV POC MCH DAY NHA POC TAL IND GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 22. 3026
2 5 1 1 6 33 3 2 2 1 5 2 7 18 2 30 37 3 17 2 WD
1995 DAY CAR RCH ATL DAR BRI NWS MAR TAL SON CLT DOV POC MCH DAY NHA POC TAL IND GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 48. 354
6 DNQ 40 7
1996 DAY CAR RCH ATL DAR BRI NWS MAR TAL SON CLT DOV POC MCH DAY NHA POC TAL IND GLN MCH BRI DAR RCH DOV MAR NWS CLT CAR PHO ATL 10. 3632
35 14 38 4 33 16 6 2 31 42 9 4 39 5 5 1 4 4 2 35 4 36 7 1 36 12 36 37 4 7 36
1997 DAY CAR RCH ATL DAR TEX BRI MAR SON TAL CLT DOV POC MCH CAL DAY NHS POC IND GLN MCH BRI DAR RCH NHS DOV MAR CLT TAL CAR PHO ATL 14. 3534
20 9 36 2 21 36 39 31 8 10 13 30 29 1 37 9 8 40 10 21 4 41 33 23 2 9 10 18 5 28 18 12
1998 MB2 Motorsports DAY CAR LVS ATL DAR BRI TEX MAR TAL CAL CLT DOV RCH MCH POC SON NHS POC IND GLN MCH BRI NHS DAR RCH DOV MAR CLT TAL DAY PHO CAR ATL 19. 3262
6 19 30 15 36 20 43 9 6 13 11 9 29 14 34 36 20 9 6 33 6 22 28 6 14 8 8 31 37 8
1999 DAY CAR LVS ATL DAR TEX BRI MAR TAL CAL RCH CLT DOV MCH POC SON DAY NHS POC IND GLN MCH BRI DAR RCH NHA DOV MAR CLT TAL CAR PHO HOM ATL 40. 1915
14 29 6 7 24 37 43 22 40 35 33 36 35 7 8 30 9 21 11 24 41
Schließen
Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeBedeutung
GoldSieger
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
Grün4. bis 10. Platz
Hellblau11. bis 20. Platz
DunkelblauRennen beendet (außerhalb der ersten 20 Piloten)
ViolettRennen nicht beendet
Rotnicht qualifiziert (DNQ)
Schwarzdisqualifiziert (DSQ)
Weißnicht am Start (DNS)
zurückgezogen (WD)
Rennen abgesagt (C)
Blankonicht teilgenommen
nicht erschienen (DNA)
verletzt oder krank (INJ)
ausgeschlossen (EX)
Schließen

Einzelergebnisse in der NASCAR Busch Series

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Pos Punkte
1986 Reno Enterprises DAY CAR HCY MAR BRI DAR SBO LGY JFC DOV CLT SBO HCY ROU IRP SBO RAL OXF SBO HCY LGY ROU BRI DAR RCH DOV MAR ROU CLT CAR MAR 68. 140
27 35
1990 Rodney Franklin DAY RCH CAR MAR HCY DAR BRI LAN SBO NZH HCY CLT DOV ROU VOL MYB OXF NHA SBO DUB IRP ROU BRI DAR RCH DOV MAR CLT NHA CAR MAR 42. 742
7 5
H.M. 40 26 2 27 34
1991 Ernie Irvan Racing DAY RCH CAR MAR VOL HCY DAR BRI LAN SBO NZH CLT DOV ROU HCY MYB GLN OXF NHA SBO DUB IRP ROU BRI DAR RCH DOV CLT NHA CAR MAR 28. 1551
41 37 27 27 22 23 13 3 5 31 11 10 24 36 1
1992 DAY CAR RCH ATL MAR DAR BRI HCY LAN DUB NZH CLT DOV ROU MYB GLN VOL NHA TAL IRP ROU MCH NHA BRI DAR RCH DOV CLT MAR CAR HCY 31. 1237
2 36 29 36 41 1 1 5 31 33 29 39 31
1993 DAY CAR RCH DAR BRI HCY ROU MAR NZH CLT DOV MYB GLN MLW TAL IRP MCH NHA BRI DAR RCH DOV ROU CLT MAR CAR HCY ATL 39. 901
39 27 2 36 17 24 35 32
BACE 9
KSR 27
1994 Ernie Irvan Racing DAY CAR RCH ATL MAR DAR HCY BRI ROU NHA NZH CLT DOV MYB GLN MLW SBO TAL HCY IRP MCH BRI DAR RCH DOV CLT MAR CAR 51. 558
5 40 43 5 40 36 30 42
1995 DAY CAR RCH ATL NSV DAR BRI HCY NHA NZH CLT DOV MYB GLN MLW TAL SBO IRP MCH BRI DAR RCH DOV CLT CAR HOM - 0
DNQ
1997 Phoenix Racing DAY CAR RCH ATL LSV DAR HCY TEX BRI NSV TAL NHA NZH CLT DOV SBO GLN MLW MYB GTY IRP MCH BRI DAR RCH DOV CLT CAL CAR HOM 101. 79
28
1999 Irvan-Simo Racing DAY CAR LSV ATL DAR TEX NSV BRI TAL CAL NHA RCH NZH CLT DOV SBO GLN MLW MYB PPR GTY IRP MCH BRI DAR RCH DOV CLT CAR MEM PHO HOM 107. 107
39 34 DNQ
Schließen

Einzelergebnisse in der NASCAR Craftsman Truck Series

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Pos Punkte
1995 Irvan-Simo Racing PHO TUS SGS MMR POR EVG I-70 LVL BRI MLW CNS HPT IRP FLM RCH MAR NWS SON MMR PHO 45. 408
DNQ 30 3 2
1996 HOM PHO POR EVG TUS CNS HPT BRI NZH MLW LVL I-70 IRP FLM GLN NSV RCH NHA MAR NWS SON MMR PHO LVS 60. 39
25 5 29
1997 WDW TUS HOM PHO POR EVG I-70 NHA TEX BRI NZH MLW LVL CNS HPT IRP FLM NSV GLN RCH MAR SON MMR CAL PHO LVS 52. 385
36 2 4
1998 WDW HOM PHO POR EVG I-70 GLN TEX BRI MLW NZH CAL PPR IRP NHA FLM NSV HPT LVL RCH MEM GTY MAR SON MMR PHO LVS 50. 340
2 2
1999 HOM PHO EVG MMR MAR MEM PPR I-70 BRI TEX POR GLN MLW NSV NZH MCH NHA IRP GTY HPT RCH LVS LVL TEX CAL 78. 142
8
Schließen

Einzelergebnisse in der ARCA Permatex SuperCar Series

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Pos Punkte
1989 Tri-Star Motorsports DAY ATL KIL TAL FRS POC KIL HAG POC TAL DEL FRS ISF TOL DSF SLM ATL 105. -
1
Schließen

Schriften

  • Ernie Irvan, Peter Golenbock, Debra Hart Nelson: No fear : Ernie Irvan, the NASCAR driver’s story of tragedy and triumph. Hyperion, 1999, ISBN 0-7868-8940-3.
Commons: Ernie Irvan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI