Ernst Walder

8.2.1914 Bern, 17.11.2000 Seedorf (BE), ref., von Hombrechtikon. Sohn des Rudolf Emil, Maschinentechnikers, und der Frieda geb. Rausser. ∞ 1954 Frieda Stilli, Tochter des Julius, Sekret From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Walder (* 8. Februar 1914 in Bern; † 17. November 2000 in Seedorf BE) war ein Schweizer Historiker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Matura am Gymnasium in Bern studierte Walder von 1933 bis 1939 Geschichte, Germanistik und Italianistik an den Universitäten Bern, Perugia und Berlin. Das Studium schloss er mit dem Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. Bis 1949 arbeitete er als Gymnasiallehrer in Bern. Ausserdem war er seit 1942 wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bern, wo er 1948 bei Richard Feller zum Dr. phil. promovierte. Als Lektor war er seit 1953 an dieser Universität tätig und habilitierte sich 1954 für Neuere Geschichte. Zunächst war Walder ausserordentlicher Professor, von 1968 bis 1980 hatte er einen Lehrstuhl an der Universität Bern inne.

Walder veröffentlichte zahlreiche Quellenausgaben zur Neueren Geschichte und beschäftigte sich u. a. mit der Reformationsgeschichte und dem Bauernkrieg.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Wie sich im Kanton Bern in den 1820er Jahren die Ideen bildeten, die zum Durchbruch der Volksherrschaft führten. In: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 36, 1942, H. 2, S. 432–522.
  • (Bearb.): Vom Ancien Régime zur Französischen Revolution. Wahlreglement für die États généraux von 1789. Cahiers de doléances 1789. Französische Verfassung von 1791 (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 1). Lang, Bern 1944.
  • (Bearb.): Kaiser, Reich und Reformation 1517 bis 1525. Die 95 Thesen Luthers 1517; die Wahlkapitulation Karls V. 1519; das Wormser Edikt 1521; die zwölf Artikel der Bauern 1525 (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 3). Lang, Bern 1944 (4. Aufl. 1974, ISBN 3-261-01381-8).
  • (Bearb.): Religionsvergleiche des 16. Jahrhunderts. Zwei Bände (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 7 und 8). Lang, Bern 1945/1946 (2. Aufl. 1960/1961).
  • (Bearb.): Das Ende des Alten Reiches. Der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 und die Rheinbundakte von 1806 (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 10). Lang, Bern 1948 (3. Aufl. 1975, ISBN 3-261-00389-8).
  • Der Condottiere Walter Roll von Uri und die Beziehungen zwischen der Innerschweiz und Italien in der Wende zur Gegenreformation 1551–1561. Möschler, Bern 1948 (Dissertation Universität Bern).
  • (Bearb.): Von der Dritten zur Vierten Republik. Die Verfassung der III. Republik 1875, loi constitutionnelle vom 10. Juli 1940, actes constitutionnels 1940–1943, Aktenstücke zur politischen Organisation der France libre, die Verfassungsvorlage vom 19. April 1946, die Verfassung der IV. Republik, 27. Oktober 1946 (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 14/15). Lang, Bern 1950.
  • (Bearb.): Staat und Kirche in Frankreich. Zwei Bände (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 18/19 und 20/21). Lang, Bern 1953.
  • Zwei Studien über den aufgeklärten Absolutismus. In: Schweizer Beiträge zur allgemeinen Geschichte. Bd. 15, 1957, S. 134–171.
  • (Bearb.): Die Emser Depesche (= Quellen zur neueren Geschichte. Bd. 27/28/29). Lang, Bern 1959 (2. Aufl. 1972).
  • Zur Geschichte und Problematik des Epochenbegriffs «Neuzeit» und zum Problem der Periodisierung der europäischen Geschichte. In: Ernst Walder (Hrsg.): Festgabe Hans von Greyerz zum sechzigsten Geburtstag 5. April 1967. Lang, Bern 1967, S. 21–48.
  • Reformation und moderner Staat. In: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 64/65, 1980/81, S. 445–583.
  • Der politische Gehalt der Zwölf Artikel der deutschen Bauernschaft von 1525. In: Peter Blickle (Hrsg.): Der deutsche Bauernkrieg von 1525 (= Wege der Forschung. Bd. 460). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, S. 40–61, ISBN 3-534-09083-7.
  • Das Stanser Verkommnis. Ein Kapitel eidgenössischer Geschichte neu untersucht. Die Entstehung des Verkommnisses von Stans in den Jahren 1477 bis 1481 (= Beiträge zur Geschichte Nidwaldens. Bd. 44). Historischer Verein Nidwalden, Stans 1994, ISBN 3-906377-02-4.

Einzelnachweise

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