Erwin Barth

deutscher Gartengestalter From Wikipedia, the free encyclopedia

Erwin Albert Barth (* 28. November 1880 in Lübeck; † 10. Juli 1933 in Berlin) war ein deutscher Gartenarchitekt und Hochschullehrer. Er war Gartendirektor von Charlottenburg, Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Berlin und Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin.

Erwin Barth im Jahre 1911
Unterschrift Erwin Barth
Unterschrift Erwin Barth

Leben

Gedenktafel mit Relief Barths, Brixplatz in Berlin-Westend
Gedenktafel, Mierendorffplatz in Berlin-Charlottenburg
Grab von Erwin Barth auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf

Erwin Barth absolvierte 1897–1899 eine Lehre bei der Handelsgärtnerei Philipp Paulig in Lübeck und arbeitete anschließend 1899/1900 als Gehilfe bei den Baumschulen J. Timm in Elmshorn. Von 1900 bis 1902 besuchte die Höhere Gärtnerlehranstalt in Wildpark bei Potsdam und war anschließend in den städtischen Gartenverwaltungen Hannover und Bremen beschäftigt. 1903 wurde er erster Gartenarchitekt im Privatbüro des Gartendirektors Julius Trip in Hannover, anschließend in gleicher Eigenschaft beim Gartenarchitekten Reinhold Hoemann in Düsseldorf beschäftigt. Am 1. Januar 1905 wurde er nach Hannover zurückberufen zur Ausführung des Stöckener Friedhofs. Von 1906 bis 1908 arbeitete er beim Gartenarchitekten Finken in Köln.[1]

Erwin Barth wurde nach seiner Ausbildung zum Gartenarchitekten einer der wichtigsten Vertreter der modernen Volksparkbewegung im Deutschen Reich. So standen die Schaffung von grünen Stadträumen für die Arbeiterschaft, die schmuck und funktional sein sollten, im Mittelpunkt seines Schaffens.

Barth war von 1908 bis 1911 als Nachfolger von Metaphius Theodor August Langenbuch Stadtgärtner in Lübeck. Dort gestaltete er u. a. einige Friedhöfe und den heute noch erhaltenen Marlipark, den Buniamshof und den Schulgarten. Von 1912 bis 1926, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, wirkte Barth als Gartendirektor von Charlottenburg. Fast alle öffentlichen Parks und Plätze wurden dort von ihm gestaltet, wobei jeder seiner Parks einen ganz eigenen, der Landschaft angepassten Charakter besitzt. 1926 wurde er zum Stadtgartendirektor von Groß-Berlin berufen und übte dieses Amt bis 1929 aus.

Barth war ab 1921 als Dozent an der Technischen Hochschule Berlin tätig und wurde 1927 zum Honorarprofessor ernannt. Höhepunkt seiner Karriere war 1929 die Berufung zum ersten deutschen Professor für Gartengestaltung an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Erwin Barth war Schüler von Fritz Encke gewesen. „In Vorlesungen und bei den Übungen hat er seiner Hochachtung vor den Parkschöpfungen Enckes oft Ausdruck verliehen und dabei erklärt, daß sein eigener Sachsenplatz-Entwurf ohne die Kölner Parkanlagen Enckes, speziell des 1905–1906 angelegten Klettenbergparks, nicht denkbar sei.“[2]

Als Konsequenz aus seinem sich verschlechternden Gesundheitszustand – Barth erblindete durch Katarakt und Glaukom – und der nationalsozialistischen Machtergreifung wählte er am 10. Juli 1933 den Freitod.[3]

Erwin Barth wurde auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf beigesetzt, der nach seinen Entwürfen ab 1920 entstanden war. Das Grab wurde 1980 anlässlich seines 100. Geburtstages als Ehrengrab der Stadt Berlin anerkannt. Anlässlich seines 125. Geburtstags wurde am 28. November 2005 die vorgelagerte Fläche des von ihm gestalteten Lietzenseeparks am Berliner Kaiserdamm zwischen Witzlebenstraße und Wundtstraße nach ihm benannt.[4]

Der zeichnerische Nachlass Erwin Barths wird im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin bewahrt.

Parks und Anlagen von Barth (Auswahl)

Mehrere Werke Barths stehen unter Denkmalschutz (D).

In Lübeck und Umgebung

In Hamburg

In Berlin und Umgebung

In Dresden

Literatur

  • Dietmar Land, Jürgen Wenzel (Hrsg.): Heimat, Natur und Weltstadt. Leben und Werk des Gartenarchitekten Erwin Barth. Koehler & Amelang, Leipzig 2005, ISBN 3-7338-0338-8.
  • Alken Bruns (Hrsg.): Lübecker Lebensläufe. Wachholtz, Neumünster 1993, ISBN 3-529-02729-4 (S. 35 f).
  • Nordelbingen, Band 50. Heide in Holstein 1981, S. 91 ff.
  • Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin (Hrsg.): Garten – Parks – Friedhöfe. Ausstellungskatalog. Berlin 1980.
  • Dietmar Land: Zwischen Heimat und Moderne. Die Lübecker Jahre des Gartenarchitekten Erwin Barth (1880–1933). In: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, Band 89 (2009), S. 251–274 (Digitalisat).
  • Erwin Barth. In: Hartmut Boettcher, Manfred G. Raupp (Hrsg.): Hohenheimer Lexikon der Agrarbiografien. Universität Hohenheim, Hohenheim 2025, ISBN 978-3-945046-31-9, (S. 96–97). (Digitalisat)

Einzelnachweise

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