Erwin Dichtl
deutscher Betriebswirt und Hochschullehrer
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Erwin Dichtl (* 20. März 1935 in Günzburg; † 19. September 1997 in Mannheim) war ein deutscher Betriebswirt und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Erwin Dichtl absolvierte nach seinem Schulbesuch in Günzburg, in den USA und der Reifeprüfung 1955 in Augsburg zunächst eine kaufmännische Lehre und arbeitete danach bei der Deutschen Shell AG (Hamburg) bzw. der International Shell Co. Ltd. (London). Anschließend studierte er ab dem Wintersemester 1959/60 Betriebswirtschaftslehre an der Universität München und legte im Wintersemester 1963/64 die Prüfung zum Diplom-Kaufmann ab. Es folgte die Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent und eine Dozentur an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Augsburg/Kempten. 1967 promovierte er bei Robert Nieschlag zum Dr. rer. pol.[2] Dichtl habilitierte sich 1970 an dieser Universität. Im gleichen Jahr übernahm er eine Professur für Marketing an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Jahre 1975 übernahm er dann einen Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Neben seinen zahlreichen Veröffentlichungen bzw. Lehrbüchern vor allem zum Marketing begründete Dichtl (mit Otmar Issing) die Zeitschrift „WiSt – Wirtschaftswissenschaftliches Studium“, außerdem die Zeitschrift „Marketing ZFP - Journal of Research and Marketing“ und war Herausgeber mehrerer Schriftenreihen. Das von ihm mitverfasste umfangreiche Marketing-Lehrbuch erschien zu seinen Lebzeiten in 18 Auflagen. Außerdem war er Mitherausgeber von „Vahlens großes Wirtschaftslexikon“.
Die Technische Universität Dresden, deren Gründungskommission für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Dichtl angehörte, ehrte ihn 1993 mit der Ehrendoktorwürde.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Über Wesen und Struktur absatzpolitischer Entscheidungen (= Betriebswirtschaftliche Schriften. Bd. 21). Duncker & Humblot 1967 (= Dissertation Universität München).
- Die Beurteilung der Erfolgsträchtigkeit eines Produktes als Grundlage der Gestaltung des Produktionsprogramms (= Betriebswirtschaftliche Schriften. Bd. 42). Duncker & Humblot, Berlin 1970 (= Habilitationsschrift Universität München).
- Grundzüge der Binnenhandelspolitik (= UTB. Bd. 806). Fischer, Stuttgart 1979, ISBN 3-437-40058-4.
- mit Rudolf Schobert: Mehrdimensionale Skalierung. Vahlen, München 1979, ISBN 3-8006-0734-4.
- (Hrsg.): Fallstudien zum Marketing. 4. Aufl. Zwei Bände. Duncker & Humblot, Berlin 1979, ISBN 3-428-03004-4.
- (Mitautor): Die Wirksamkeit staatlicher Mittelstandsförderung im Einzelhandel (= Schriften zum Marketing. Bd. 12). Duncker & Humblot, Berlin 1981, ISBN 3-428-04919-5.
- (mit Hans Raffée u. Hans-Manfred Niedetzky): Reisende oder Handelsvertreter. Eine Anleitung zur Lösung eines Entscheidungsproblems mit praktischen Vorschlägen. Beck, München 1981, ISBN 3-406-08062-6.
- Der Weg zum Käufer. Das strategische Labyrinth. Vahlen, München 1987, ISBN 3-8006-1291-7 (3. neubearb. Aufl. u.d.T.: Strategische Optionen im Marketing durch Kompetenz und Kundennähe zu Konkurrenzvorteilen. Beck, München 1994, ISBN 3-8006-1886-9).
- (Mithrsg.): Vahlens großes Wirtschaftslexikon. 2., überarb. u. erw. Auflage. Vier Bände. Beck, München 1994, ISBN 3-8006-1830-3.
- (Mithrsg.): Markterfolg mit Marken. Beck, München 1996, ISBN 3-406-39404-3.
- Deutsch für Ökonomen. Lehrbeispiele für Sprachbeflissene. Vahlen, München 1996, ISBN 3-8006-2025-1.
- (Hrsg.): Effizient studieren: Wirtschaftswissenschaften. 3., überarb. u. erw. Auflage. Gabler, Wiesbaden 1997, ISBN 3-409-33635-4).
- mit Robert Nieschlag und Hans Hörschgen: Marketing. 18., durchges. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-08785-2.
Festschrift
- Hans H. Bauer (Hrsg.): Wege des Marketing. Festschrift zum 60. Geburtstag von Erwin Dichtl (= Schriften zum Marketing. Bd. 36). Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08249-4.