Erwin Oehme
deutscher Maler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Ernst Erwin Oehme (* 18. September 1831 in Dresden; † 10. Oktober 1907 in Blasewitz) war ein deutscher Architektur-, Bildnis-, Genre- und Landschaftsmaler.
Leben
Oehme war der Sohn des Landschaftsmalers Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855) und dessen Frau Emma Auguste (geborene Wiedemann; 1806–1865).[1] Er hatte drei Schwestern und war bis 1853 ein Schüler seines Vaters, besuchte seit 1846 die Dresdner Kunstakademie und arbeitete für einige Zeit unter Ludwig Richter, der ein Freund seines Vaters war. Anschließend wandte er sich den Naturstudien zu und bildete auf Reisen in Deutschland, England, Frankreich und der Schweiz fort. Er kehrte 1855 nach Dresden zurück.[2]

Oehme malte in Öl und Aquarell, zunächst Landschaften, dann Architekturen, Genrebilder und Porträts und führte einige Dekorationen für das Dresdner Hoftheater und anderen städtischen Gebäuden aus; ebenso malte er in Wasserfarben eine Reihe von Tapeten, in welchen er alte Gobelins wirkungsvoll imitierte. Auf der Albrechtsburg in Meißen schuf er das Wandgemälde Altenburger Prinzenraub. Seit 1887 war er Professor für Landschaftszeichnen und Malerei am Dresdner Polytechnikum. Die Dresdner Galerie Neue Meister besitzt von Oehme ein Werk Steinbruch in der Sächsischen Schweiz.[3] Es existierte auch ein Album der Königin Carola von Sachsen mit Ansichten aus Compiègne.
Oehme war ein Bekannter und Freund des Fotografen August Kotzsch. Er ist mit seiner Frau auf einer Fotografie anlässlich er Taufe von dessen Sohn Hermann Kotzsch am 2. Juni 1873 abgebildet.[4]
Er führte auch Aufträge im Ausland aus, so schuf er 1887 bis 1889 für die Regierung der Republik Venezuela ein Kolossalgemälde das ein Ereignis aus der Befreiungsgeschichte der Republik schildert. Es war eines der 16 großen Gemälde, die für das Parlamentsgebäude in Caracas bestimmt waren und stellt den Kongress zu Bolivar am 15. Februar 1819 (Kongress von Angostura) dar.[5] Er stellte 1850 erstmalig Werke in der Dresdener Kunstausstellung aus. Seine letzte Teilnahme war 1906, als er dort einige Aquarelle zeigte.
Oehme war seit 1866 mit Therese (geborene Lange) verheiratet,[6] sein Grab befindet sich auf dem Johannisfriedhof in Dresden.
Werke (Auswahl)

Aquarelle
- 1862: Liebespaar im Park
- 1866: Kanzel von S. Afra in Meissen
- 1869: Eingang zur Folterkammer in Nürnberg
- 1874: Bärenjagd
- 1880: Die Patrizierhochzeit
- 1881: Kirchgang am Weihnachtsmorgen
- 1883: Götz von Berlichingen auf der Hornburg
- 1884: Zimmer der verstorbenen Königin Maria von Sachsen
- Parkromantik oder Parklandschaft mit Hirsch

Decken- und Wandmalerei
- Hamlet (Shakespeare), Wilhelm Tell (Schiller), Die Jagd (Iffland) und Die Hugenotten (Meyerbeer), in Wachsfarben ausgeführt (Dresdner Hofoper, 4 Lünetten im südlichen Vestibül)
- Lohengrin, Der Freischütz, Figaros Hochzeit, Nicolais Lustige Weiber von Windsor, Molières Geiziger, Minna von Barnhelm, Tell und Egmont (Schauspielhaus Dresden-Neustadt, 8 Deckengemälde im Zuschauerraum)
- Kunz von Kauffungen bei Ausführung des Prinzenraubes, Die Befreiung des Prinzen Albrecht durch den Köhler und Der Einzug der beiden geretteten Prinzen in Altenburg (Albrechtsburg in Meißen, 3 Gemälde in der großen Hofstube, unter dem zweiten stehen drei Verse aus dem Liede „Was blast dich Kunz für Unlust an.“)

Ölmalerei
- 1860: Steinbruch in der Sächsischen Schweiz (Moderne Galerie Dresden)
- 1868: Städtchen Kauern im bayerischen Walde
- 1870: Auf der Homburg am Neckar
- 1879: Im Spreewalddorf. Ein Leichenzug auf der Spree
- 1879: Waldschenke
- 1882: Der Langbathsee in Oberösterreich
- 1884: Die vier Jahreszeiten (Gobelinartige Wandbilder)
- 1887/1889: Der Congress zu Angostura (Ciudad Bolivar) am 15. Februar 1819
- 1902: In der Bergstadt Graupen
Zyklen
- 1880: Perikleisches Zeitalter (Olympische Spiele), Antonius an der Leiche Caesars, Bonifacius bekehrt an der Donnereiche bei Geismar die Sachsen und Luthers Einzug in Worms (Für die Aula eines Gymnasiums, Aquarelle)
- Gemäldezyklus zu Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke. (heute im Ratssaal der Stadt Flöha)
- 1887: Compiegne-Album (15 Aquarelle)[7]
Ehrungen (Auswahl)
- 1864: Ehrenmitglied der Dresdner Akademie
- 1891: Ehrenvolle Anerkennung auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin
- 1892: Ehrendiplom der Dresdner Aquarell-Akademie
Literatur
- Öhme, Ernst Erwin. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 12, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 345–346.
- Oehme, Ernst Erwin. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 2/1, Bogen 1–32: Mayer, Ludwig–Rybkowski.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1898, S. 175–177 (Volltext [Wikisource]).
- Nekrologe – Erwin Öhme. In: Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe. Neue Folge 19, Heft 3, 25. Oktober 1908, S. 52–53 (uni-heidelberg.de).
- Oehme, Erwin (Ernst E.). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 566 (biblos.pk.edu.pl).
Weblinks
- Literatur von und über Erwin Oehme im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Der Gemäldezyklus „Das Lied von der Glocke“ von Ernst Erwin Oehme goethezeitportal.de
- Ernst Erwin Oehme (deutsch, 1831–1907) artnet.de