Erwin Pink
österreichischer Materialwissenschaftler und Hochschullehrer
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Erwin Pink (* 23. November 1936 in Donawitz; † 18. Februar 1999) war ein österreichischer Materialwissenschaftler und Hochschullehrer.
Leben und Wirken
Erwin Pink wurde am 23. November 1936 als Sohn des Konstruktionszeichners Karl Theodor Pink (* 24. November 1902 in Donawitz; † 24. September 2000 in Leoben)[1][2] und dessen Ehefrau Emma Anna Theresia (geborene Wanka; * 16. Juni 1906 in Groß Grillowitsch, Bezirk Znaim; † 16. September 1990 in Leoben)[2] in der damals noch eigenständigen Gemeinde Donawitz geboren. Seine Eltern hatten am 8. Juni 1930 kirchlich in der Pfarre St. Johann Evangelist im zehnten Wiener Gemeindebezirk sowie am 3. Juli 1930 standesamtlich in Wien geheiratet.[1][2] Seine Großeltern väterlicherseits waren der Warmwalzer Moriz Pink (* 10. November 1871) und dessen Ehefrau Antonia (geborene Posantz; * 9. Juli 1878).[1][2] Die Großeltern mütterlicherseits waren Anton Wanka und dessen Ehefrau Ludmilla (geborene Řehůřek).[2]
Nach der Volksschule besuchte Pink das Bundesrealgymnasium Leoben, an dem er im Juli 1954 mit Auszeichnung maturierte und wo der Botaniker Karl Schittengruber zu seinen Lehrern gehörte.[3] Während dieser Zeit besuchte er auch die Musikschule Leoben, wo er unter anderem vom renommierten Musiklehrer und Konzertpianisten Herbert Harum (Ehemann von Brigitte Harum) unterrichtet wurde.[4] Danach begann er ein Studium der Hüttenkunde an der Montanistischen Hochschule Leoben, das er im Jahr 1960 als Diplom-Ingenieur abschloss. Im Anschluss an sein Studium war er von 1961 bis 1968 im Metallwerk Plansee in Reutte (Tirol) beschäftigt, ehe es ihn bis 1970 an die University of Maryland, College Park im US-Bundesstaat Maryland sowie danach an die University of Oxford im Vereinigten Königreich zog.
Danach kehrte er wieder zurück in seine Heimat, wo er im Jahr 1972 im ein Jahr zuvor gegründeten Erich Schmid Institut der ÖAW tätig wurde. Am Institut war er in einem breiten Arbeitsgebiet tätig und fungierte von 1977 bis 1989 als dessen stellvertretender Direktor. Im Jahr 1978 wurde Pink, der 1966 in Leoben mit einer Arbeit über den Bruch von Wolfram und Molybdän zum Dr. mont. promoviert hatte, für seine wissenschaftlichen Leistungen mit dem Erich-Schmid-Preis für Physik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Im Jahr darauf erhielt er die Lehrbefugnis als Universitätsdozent für das Fachgebiet „Mechanische Eigenschaften der Werkstoffe“ an der nunmehrigen Montanuniversität Leoben und erhielt im Jahr 1986 nach Antrag dieser den Titel Außerordentlicher Universitätsprofessor.
Im Laufe seines Lebens verfasste Pink mehr als 100 Publikationen und war Herausgeber zahlreicher Fachbücher. Ein zentrales Thema seines wissenschaftlichen Werks war die Problematik hochschmelzender Metalle, insbesondere des Molybdäns. Daneben beschäftigte er sich auch mit dem Festigkeitsverhalten von Stählen und Kunststoffen, wobei ihn insbesondere die thermische Aktivierung von Verformung und Bruch interessierte. Neben einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in Mexiko galt sein Interesse zuletzt vor allem den Kulturen in China und Tibet, das er mehrmals bereiste. Seine Forschungen und Reisen machte er immer wieder einem breiten Publikum zugänglich, indem er unter anderem Vorträge gab.
Am 18. Februar 1999 starb Pink nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren. Er hinterließ seine aus Somerville, New Jersey, stammende Ehefrau Marian (geborene Merrill; * 1943), mit der er zwei gemeinsame Kinder hatte.
Ehrungen
- 1978: Erich Schmid-Preis für Physik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- 1986: Außerordentlicher Universitätsprofessor
Schriften (Auswahl)
- 1960: Studien über die Anwendungsmöglichkeiten des Leitz’schen Erhitzungsmikroskopes (Diplomarbeit)
- 1966: Der Spröd-Duktil-Übergang von kubisch-raumzentrierten Metallen unter besonderer Berücksichtigung von Wolfram und Molybdän (Dissertation)
- 1978: Die Tieftemperaturentfestigung in kubisch-raumzentrierten Legierungen (Habilitationsschrift)
- 1989: The Metallurgy of Doped/Non-Sag Tungsten (Hrsg.: Erwin Pink und László Bartha)
Quellen und Literatur
- Gerhard Sperl: Nachruf – Prof. Dr. Erwin Pink. In: Berg- und Hüttenmännische Monatshefte (BHM), Bd. 144, 1999, Heft 5, S. 214–215.
- Gerhard Sperl: Zur Erinnerung an Prof. Dr. Erwin Pink. In: Obersteirische Zeitung, 27. Februar 1999, S. 11.