Erwin Reiter

österreichischer Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Erwin Reiter (* 25. September 1933 in Julbach, Oberösterreich; † 19. Dezember 2015[1]) war ein österreichischer Bildhauer und Maler.

Erwin Reiters Plastik Strömung an der Linzer Donaulände, Forum Metall

Leben

Erwin Reiter besuchte von 1949 bis 1953 die Holzfachschule Hallstatt in Hallstatt und studierte dann bis 1959 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba. 1964 war er dessen Mitarbeiter am Relief für die Universität Marburg. 1968 wurde Erwin Reiter Lehrbeauftragter an der Akademie bei Wander Bertoni. Reiter zählte zum Kreis jener Künstler, die von Otto Mauer mit der Galerie nächst St. Stefan gefördert und deren Werke für die Sammlung angekauft wurden. 1973 erhielt er die Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung in Linz, an der er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 die Meisterklasse für Bildhauerei leitete.[2][3]

Reiter war ein Mitbegründer der Schulgalerie Oberösterreich und des Vereins Kunst Julbach. Er war Ehrenmitglied der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychopathologie des Ausdrucks (DGPA). Er lebte und arbeitete in Wien und Oberösterreich und war u. a. Mitglied beim Kunstforum Salzkammergut.

Seit 1959 war Reiter mit der Textilkünstlerin Edda Seidl-Reiter verheiratet, aus der Ehe stammen zwei Töchter.[4]

Reiter gründete 1997 mit seiner Frau Edda Seidl-Reiter den St.-Anna-Preis, der an Personen aus Oberösterreich, Bayern oder Tschechien verliehen wird, die sich besonders für die Kunst in diesen Landesteilen eingesetzt haben.[5]

Werk

Plastik Stürzender Astronaut im Dr. Franz Koch-Hof, Wien 21.

Charakteristisch für Reiters Arbeiten ist die Welle bzw. Strömung, die all seine Figuren sowohl im Bild als auch in der Plastik (meist aus Chrom-Nickelstahl) formt. „Strömung“ ist auch der Name jener Figur, die seit dem Forum Metall im Jahr 1977 am Linzer Donauufer steht und ein häufig verwendetes Motiv auf vielen Linzer Postkarten darstellt. Außerhalb von Ausstellungs-, Museums- und Sammlerräumen stehen Reiters Werke an der Salzburger Autobahnabfahrt Schwarzach, an der Einfahrt des Ortes Kollerschlag, sowie in Form von Brunnenarbeiten in Julbach und bei der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation. Weiters befindet sich in Julbach ein frei zugängliches Freilichtmuseum, ein Platz, auf dem vor allem die Arbeiten zum „Platz der Menschheit (Plaza)“ sowie zum Thema „Hukepak“ besichtigt werden können. Die Figur „GENE-TWINS“ war in der Serie Soko Donau zu sehen.[6][7]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 1966: Galerie Abstracta, Freiburg, Plastiken und Handzeichnungen. Erwin Reiter. Galerie nächst St. Stephan, Wien und Wiener Schule. Zagreb
  • 1969: Galerie Nouvelles Images, Den Haag (gemeinsam mit Peter Bischof)
  • 1970: Galerie Schiessel Köln und Künstlerhausgalerie Wien
  • 1973: Galerie Vercamer, Paris
  • 1978: Sparkasse Neumünster
  • 1983: Erwin Reiter Skulpturen 1962-1982. Bayer-Werk, Leverkusen[8]
  • 1985: Erwin Reiter, Plastiken aus 20 Jahren – Retrospektive, Rupertinum, Salzburg
  • 1989: Skulpturen 1978-1988, Entwürfe und Modelle zur Plaza. Griesbadgalerie, Ulm
  • 1992: Grosskulpturen Ölbilder Erwin Reiter. Galerie Schloß Peuerbach, Peuerbach
  • 1993: Erwin Reiter, Skulpturen 1962-1993, zum 60. Geburtstag. Museum Moderner Kunst, Passau[9]
  • 1994: Erwin Reiter, Skulpturen. Egon Schiele Art Centrum, Krumau/Cesky Krumlov[10]
  • 199:9 Edda Seidl-Reiter & Erwin Reiter. Stadtmuseum Deggendorf
  • 2000: Viaggio Nell Urbano. Museo Casabianca[11] (gemeinsam mit Edda Seidl-Reiter)
  • 2001: meisterklasse bildhauerei, Erwin Reiter und Schüler, 1973-2001. Galerie der Kunstuniversität Linz
  • 2011: Erwin Reiter. Fritz Ruprechter. Galerie Schloss Puchheim, Puchheim
  • 2013: Erwin Reiter – Zeichnungen. Kubin-Haus, Zwickledt
  • 2022: Meisterklasse Wotruba, Erwin Reiter im Dialog mit Manfred Daringer. Daringer Kunstmuseum, Aspach
  • 2023: Erwin Reiter, Energie und Konstruktion. Villa Becher, Karlsbad/Karlovy Vary[12]

Gemeinschaftsausstellungen

  • 1956: Wotrubaschule. Akademie am Schillerplatz, Wien
  • 1965: Österreichische Bildhauer. Kreisgalerie Liberec
  • 1966: 6 Europese Academies. Galerie Nouvelles Images, Den Haag
  • 1967: Internationale der Zeichnung. Darmstadt und Graphik International. Galerie nächst St. Stephan, Wien
  • 1968: Novo Grafika, Irysunki 2 Austri. Warschau/Warsaw und Plastiken und Objekte. Museum des 20. Jahrhunderts, Wien
  • 1969: Beitrag zur Europäischen Plastik heute. Secession, Wien
  • 1973: XII. Bienal de São Paulo, Brasilien
  • 1975: Kunstverein La Jeune Gravure Contemporaine in Paris
  • 1978: Moderne Skulpturen aus Österreich. Museum Lehmbruck, Duisburg
  • 1979: Viegeland Museum, Oslo / Neue Kunsthalle, Soedertalje, Stockholm / Skulptures Modernes d´Autriche. Staatsmuseum Luxemburg / Nordjyllanda Kunstmuseum, Aalborg / Modern Suiboku Painters Art Exhibition. Metropolitan Art Museum, Tokio
  • 1980: Art 11´80. Internationale Kunstmesse Basel / Galeria Sztuki Wspolczesnej, Jelenia Góra / Kulturpalast Warschau / Salon Sztuki, Krakau / Museum für angewandte Kunst, Zagreb[13]
  • 1983: Sammlung Otto Mauer. Graphische Sammlung Albertina, Wien
  • 1987: Maerz in der Secession. Secession, Wien
  • 1989: Skulptur 1979-1989. Griesbadgalerie, Ulm
  • 1990: From Arp to Zadkine. Festspielausstellung, Galerie Academia, Salzburg
  • 1991: Kunstpfad der Universität Ulm. Ulm / La Figura Interiore. Pordenone
  • 1999: Expression und Meditation. Sammlung Rombold. Neue Galerie der Stadt Linz, Linz
  • 2007: Andernorts II, Künstlervereinigung MAERZ. Galerie Města Plzně, Pilsen[14]
  • 2008: Das Antlitz Christi in der zeitgenössischen Kunst, Il Volto di Cristo nell´arte contemporanea. Passau/Brescia[15]
  • 2010: Wotruba Schule – Skulptur als Markenzeichen. NÖ Art 2010. verschiedene Orte in Niederösterreich[16]
  • 2013: Weggefährten. Burg Burghausen, Burghausen
  • 2017: Wege zum Bildwerk. Heimo Kuchling zum 100. Geburtstag. Werner-Berg-Museum Bleiburg/Pliberk
  • 2018: 30 Jahre neue Sammlung. Oberhausmuseum, Passau
  • 2021: Meisterbildhauer um Wotruba. Galerie Welz, Salzburg[17]
  • 2024: Wege nach Wotruba. Alte Post Triftern[18]
  • 2025: Cool, Sammlung Erwin Hauser. Lentos Kunstmuseum Linz

Preise und Auszeichnungen

Arbeiten im öffentlichen Raum

  • Donau, 1967, Anton Sattler-Gasse 82–84, Wien
  • Englische Schar, 1968/69, Einfahrt Kollerschlag
  • Aufbruch, 1971, Großfeldsiedlung
  • The Gardeners, 2005/06, Tabakwerke Linz
  • Start, 1972/85, Brunnen Ortsplatz Julbach
  • Stürzender Astronaut, 1974, Dr. Franz Koch-Hof, Mitterhofergasse 2, Wien
  • Vereinigung von zwei Engeln, 1975, Grabgestaltung Inge Zimmer-Lehmann, Karnabrunn
  • Strömung, 1977, Forum Metall, Donauufer, Linz
  • Krabbelstein/Hüpfstein, 1978, Rencks Park, Neumünster
  • Freilichtmuseum Julbach mit der Plaza, Entwurf von 1978
  • Entwicklung, 1989/90, Pinzgauer Straße bei Embach
  • Ulmer Bürger, 1990, Universität Ulm, zwischen Albert-Einstein-Allee und Teich
  • Polarität und Spannung, 1995/96, Brunnen Salzburg AG, Salzburg
  • Schauender, 1996/97, Hansberg, St. Johann am Wimberg
  • Verschmelzung, 1997, St. Margarethen, Steiermark
  • Gene-Twins, 2004, OÖ Landesgericht, Linz[22]

Literatur

  • Galerie Gabriel (Hrsg.): Erwin Reiter, Werkmonographie Skulpturen 1948–1980. Verlag A. F. Koska, Linz 1980.
  • Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung (Hrsg.): Erwin Reiter, Handzeichnungen 1948–1982. Verlag Hans Widrich, Linz 1985.
  • Erwin Reiter (Hrsg.): Erwin Reiter, Die Plaza, Entwürfe, Skizzen und Modelle 1985–1989. Verlag Hans Widrich, Linz 1989.
  • Museum Moderner Kunst (Hrsg.): Erwin Reiter: Skulpturen 1962–1993. Ausstellungskatalog. Passau 1993, ISBN 3-928844-04-0.
  • Kunstuniversität Linz (Hrsg.): Meisterklasse Bildhauerei, Erwin Reiter und Schule 1973–2001. Linz 2001, ISBN 3-90111-221-9.
  • Franz Xaver Hofer, Giobatta Meneguzzo, Aldemar Schiffkorn: Viaggio nell‘Urbano, Edda Seidl-Reiter, Erwin Reiter. Ausstellungskatalog. Edition Grenzgänger, Folge 30, Land OÖ, Linz 2000.

Einzelnachweise

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