Estedt

Ortsteil von Gardelegen From Wikipedia, the free encyclopedia

Estedt ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[2]

Schnelle Fakten Hansestadt Gardelegen ...
Estedt
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: 52° 35′ N, 11° 22′ O
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 14,85 km²
Einwohner: 369 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
Estedt (Sachsen-Anhalt)
Estedt (Sachsen-Anhalt)
Lage von Estedt in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Estedt
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Lage der Ortschaft Estedt in Gardelegen

Geografie

Estedt, ein Haufendorf mit Kirche, liegt 6 Kilometer nordwestlich der Kernstadt Gardelegen in der Altmark. Westlich des Dorfes beginnt das Landschaftsschutzgebiet Zichtauer Berge und Klötzer Forst.[3]

Nachbarorte sind Wiepke im Nordwesten, Schenkenhorst im Nordosten und Laatzke im Süden.[3]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Holländerwindmühle Estedt

Estedt wird urkundlich erstmals im Jahre 1121 als Eslestede erwähnt, als der Bischof von Halberstadt Reinhard von Blankenburg, den Ort an das Kloster Schöningen übereignete.[4]

Im Jahre 1273 waren die Markgrafen Otto V. und Albrecht in campo apud villam Estede (im Feld beim Dorfe Estedt), als der Verkauf der Vogtei in Quedlinburg beurkundet wurde.[5]

Im Jahre 1345 wird berichtet, dass Markgraf Ludwig den Gardelegener Bürgern Walter Niendorf und Barthold von Berge (Berghe) Gericht und Patronat in villa Estede verleiht, welches sie schon vom Herzog Otto von Braunschweig als Pfandbesitz hatten.[6]

Südwestlich vom Dorf liegen die Ruinen vom Rösikenturm, einer alten Warte.[7]

Im Süden des Dorfes steht eine Windmühle, die heute als Wohnhaus genutzt wird.

In der Nähe des Ortes kam es im April 1945 durch SS-Männer zu Massenerschießungen von 122 (nach anderen Angaben 108) KZ-Häftlingen eines Todesmarsches, der im Zusammenhang mit dem Massaker von Gardelegen steht. Räumungstransporte per Bahn hatten die Häftlinge zuvor aus mehreren Außenlagern des KZ Mittelbau-Dora und aus dem KZ Hannover-Stöcken nach Mieste verschleppt. Eine Gedenkstätte bei einem Sammelgrab auf dem Ortsfriedhof erinnert an sie.

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1810 lag es im Kanton Zichtau auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen.[8]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Estedt in den kleineren Kreis Gardelegen umgegliedert. Am 1. Juli 1994 kam Estedt zum Altmarkkreis Salzwedel.[9] Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde zusammen mit 17 weiteren Gemeinden per Landesgesetz in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[10][11] Der Stadtrat Gardelegen beschloss in der Ortschaftsverfassung für die ehemalige Gemeinde Estedt die Einführung eines Ortschaftsrates mit 7 Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister.[2]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734284
1774276
1789280
1798259
1801263
1818282
Jahr Einwohner
1840331
1864424
1871424
1885453
1895465
1905467
Jahr Einwohner
1925427
1939390
1946709
1964475
1971454
1981398
Jahr Einwohner
1993395
2006398
2009389
2012[00]379[12]
2016358
2021[0]352[1]
Jahr Einwohner
2022369[1]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:[8]

Religion

Politik

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister der Ortschaft Estedt ist Volker Schmidt.[17]

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 wurden die 7 Sitze wie folgt vergeben:[18]

  • CDU, 1 Sitz
  • Liste Ortschaftsrat-Estedt, 6 Sitze

Gewählt wurden eine Ortschaftsrätin und ein Rat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Estedt ist ein um 1200 entstandener spätromanischer Feldsteinsaal mit eingezogenem quadratischen Chor und Westquerturm.[8]

Verkehr

Das Dorf liegt an der B 71 von Salzwedel nach Gardelegen.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.[19]

Durch das Dorf führt der Radfernweg Altmarkrundkurs.

Commons: Estedt – Sammlung von Bildern

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 649–653, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 404, 21. Estedt (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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