Etonitazen

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Etonitazen ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid aus der Gruppe der Nitazene innerhalb der Benzimidazole mit sehr starker schmerzstillender Wirksamkeit. Etonitazen ist ein reiner Agonist am μ-Opioid-Rezeptor.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Etonitazen
Vereinfachte Strukturformel
Allgemeines
Freiname Etonitazen
Andere Namen
  • 2-[(4-Ethoxyphenyl)methyl]-N,N-diethyl-5-nitro-1H-benzimidazol-1-ethanamin
  • 1-[(2-Diethylamino)ethyl]-2-(p-ethoxybenzyl)-5-nitrobenzimidazol
  • 2-p-Ethoxybenzyl-1-(2-diethylaminoethyl)-5-nitrobenzimidazol
  • Englisch: Etonitazene
Summenformel C22H28N4O3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 213-009-1
ECHA-InfoCard 100.011.827
PubChem 13493
ChemSpider 12908
DrugBank DB01462
Wikidata Q5404835
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Opioid-Analgetikum

Eigenschaften
Molare Masse 396,49 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

110–120 und 163–164,5 °C (Hydrochlorid mit Doppelschmelzpunkt)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Beschreibung

Etonitazen wurde 1957 erstmals synthetisiert.[3] Etonitazen ist in der Bundesrepublik Deutschland ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel (Anlage I) nach dem Betäubungsmittelgesetz.

Chemie

Gewinnung und Darstellung

Etonitazen wird vollsynthetisch hergestellt. Es sind mehrere Syntheseverfahren bekannt, von denen das 1960 in Basel entwickelte nachfolgend aufgeführt ist. 4-Nitro-ortho-phenylendiamin wird mit 4-Ethoxyphenylacetonitril zur Reaktion gebracht, wodurch sich ein Heterocyclus (1) bildet. Anschließend wird mit 2-Chlorethyl-N,N-diethylamin alkyliert, wobei Etonitazen entsteht:[4]

Übersicht der Etonitazen-Synthese von 1960
Übersicht der Etonitazen-Synthese von 1960

Andere Synthesemethoden sind ebenfalls bekannt.[4][3][5][6]

Wirkung

Etonitazen hat als Opioid dasselbe Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil und somit im Wesentlichen dasselbe Gefahrenpotential wie andere Opioide. Seine analgetische Potenz beträgt das ca. 1000-fache derjenigen von Morphin.[7]

Literatur

Einzelnachweise

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