Eva Schloss

österreichische Überlebende der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Stiefschwester von Anne Frank From Wikipedia, the free encyclopedia

Eva Schloss (* 11. Mai 1929 als Eva Geiringer[1] in Wien; † 3. Jänner 2026 in London[2]) war eine österreichisch-britische Überlebende des Holocaust und wurde durch die spätere Ehe ihrer Mutter mit Otto Frank, dem Vater Anne Franks, als deren Stiefschwester bekannt.

Eva Schloss (August 2010)
Eva Schloss (rechts) mit ihrer Mutter Elfriede (April 1989)

Leben

Kurz nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938 emigrierte die jüdische Familie Geiringer nach Belgien und danach in die Niederlande. Im Mai 1944 wurde sie verraten, von den Nationalsozialisten gefangen genommen und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht. Evas Vater und Bruder überlebten das Lager nicht, ihre Mutter Elfriede Geiringer und sie selbst wurden am 27. Jänner 1945 von sowjetischen Truppen befreit. Anschließend kehrten beide wieder in die Niederlande nach Amsterdam zurück, wo Eva ihre schulische Ausbildung fortsetzte und anschließend Kunstgeschichte an der Universität von Amsterdam studierte. Ihre Mutter heiratete 1953 Otto Frank, den Vater von Anne Frank. Zu Anne Frank selbst hatte sie laut Anne Franks Schulfreundin Jacqueline van Maarsen keinerlei Kontakt.[3] In Eva Schloss’ Autobiografien Evas Geschichte und Amsterdam 11. Mai 1944. Das Ende meiner Kindheit ist dies anders dargestellt.[4] Dort heißt es, dass die Familien Frank und Geiringer in Amsterdam in gegenüberliegenden Häuserblocks auf der gleichen Etage wohnten. Eva sei ab und zu in der Frankschen Wohnung gewesen. Auch in einem Interview mit Spiegel online beschrieb sie übliche Kontakte zu dem fast gleichaltrigen Nachbarsmädchen.[5]

Eva Schloss berichtete in Bildungseinrichtungen über ihre Erlebnisse im Holocaust.[1] Für ihren Einsatz zeichnete die Northumbria University sie 2001 mit der Ehrendoktorwürde aus.[6] Eva Schloss war Mitgründerin des Anne Frank Trust in Großbritannien.

1989 wurde ihre erste Autobiographie Eva’s Story veröffentlicht. 1995 erschien mit Dear Anne Frank ihr Buch über die Stiefschwester. Ein zweites Buch über ihre Zeit in und nach Auschwitz erschien im Februar 2014 unter dem Titel After Auschwitz. James Still beschrieb ihre Erfahrungen als junge verfolgte Jüdin in dem Schauspiel And Then They Came for Me – Remembering the World of Anne Frank.

Eva Schloss hatte drei Töchter. Ihr Mann, Zvi Schloss, starb am 3. Juli 2016.

2021 nahm sie im Alter von 92 Jahren wieder die österreichische Staatsbürgerschaft an und erhielt bei dieser Gelegenheit das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.[7]

Werke (auf Deutsch)

  • Evas Geschichte (mit Evelyn Julia Kent). Heyne, München 1991; Brunnen, Gießen 2014, ISBN 978-3-7655-4250-3
  • Amsterdam 11. Mai 1944. Das Ende meiner Kindheit. Eckhaus, Weimar 2015[8]

Film

Einzelnachweise

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