Eva Schönberg
deutsche Illustratorin, Malerin, Gebrauchs- und Werbegrafikerin sowie Zeichnerin
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Eva Schönberg (verehelichte Beermann, geboren 5. Dezember 1899 in Buckow, Provinz Brandenburg, Königreich Preußen[1]; gestorben 3. November 1979 in Beckenham, London Borough of Bromley, England) war eine deutsch-englische Illustratorin und Grafikerin.
Leben
Eva Schönberg wurde in Buckow im Kreis Lebus geboren und zog als Jugendliche nach Berlin-Wilmersdorf. Am 28. Dezember 1935 heiratete sie in Berlin-Charlottenburg den promovierten Juristen, Verleger und Kaufmann Friedrich Wilhelm Karl Beermann (1898–1972).[1] Zu ihrem Freundeskreis zählte die Schriftstellerin Josi von Koskull. Diese berichtete in ihrer Autobiographie, dass Eva Beermann geb. Schönberg eine Tochter hatte, die Engländerin war. Eine englische Dame hatte Eva Beermann nach England eingeladen, als sie das Kind erwartete. Dort war die Tochter geboren worden, die unter dem Schutz des englischen Konsuls stand.
Vom 3. Juni 1939 bis zur Verordnung durch Gesetz des Alliierten Kontrollrates vom 20. September 1945 musste sie zwangsweise den zweiten Vornamen Sara und ihr Ehemann den zweiten Vornamen Israel tragen. Amtlich wurden diese beiden Vornamen erst am 5. April 1952 durch das Standesamt Berlin-Charlottenburg gelöscht.[1] Das jüdische Paar wanderte kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Kent in England aus und erhielt 1949 die britische Staatsbürgerschaft.
Nach dem Tod ihres Mannes wohnte Eva Beermann weiter in Beckenham, einem Stadtteil von London Borough of Bromley und starb dort am 3. November 1979.
Werk und Rezeption
Ihr Name ist insbesondere durch die Buchillustration zu dem Kinderbuch Mutschi: Eine lustige Geschichte von Jakob Loewenberg überliefert, das 1932 bei Orell Füssli in Zürich erschien.[2] Schönberg gestaltete für dieses Werk die Innenillustrationen, die in der zeitgenössischen Produktion als charakteristische Beispiele der deutschen Kinderbuchgrafik dieser Zeit gelten.[3] Ein Exemplar mit vollständigen Bildtafeln ist im antiquarischen Handel dokumentiert, wodurch ihre Urheberschaft gesichert belegt ist.[3] In der Datenbank jüdischer Gewerbebetriebe in Berlin[4] wird sie als Werbetreibende und wohnhaft in der Meierottostraße 6 in Berlin benannt.[5] Zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung 1935 wohnte sie bereits in der Rankestraße 13a in Berlin.
Sie illustrierte Der Procurator. Eine altfranzösische Novelle, die 1925 von Raimund Steinert herausgegeben wurde und in Berlin im A. Juncker Verlag erschien. Dies ist ein Ausschnitt aus Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten nach einer Erzählung aus den altfranzösischen Die hundert neuen Novellen.[6]
Im Verlag Scholz erschien zu Weihnachten 1930 ihr Bilderbuch zum Selbstanfertigen Das hab ich gemacht (Ein Beschäftigungsspiel für die Kleinen).[7] Im gleichen Jahr wurde von ihr das illustrierte Große Stickbuch für fleißige Mädchen nach einer Geschichte von Hela Strehl mit buntem Garn und vielen nützlichen Vorlagen auf Leinwand und Papier veröffentlicht.
Die Illustrationen Schönbergs werden in der Forschung zum deutschen Kinderbuch der Zwischenkriegszeit gelegentlich erwähnt, vor allem im Zusammenhang mit der Produktion des Scholz-Verlags. Eine breitere kunsthistorische Einordnung liegt bislang nicht vor; die erhaltenen Werke erlauben jedoch eine Zuordnung zur zeittypischen Linie der klar konturierten, erzählerischen Kinderbuchgrafik der frühen 1930er-Jahre.[3]
Neben ihren Zeichnungen wurde Eva Schönberg auch durch ihre filigranen Scherenschnitte bekannt.[8]
Literatur
- Dresslers Kunsthandbuch. Zweiter Band. Das Buch der lebenden deutschen Künstler, Altertumsforscher, Kunstgelehrten und Kunstschriftsteller. Bildende Kunst. 9. Jahrgang, Curtius, Berlin 1930.
- Christoph Kreutzmüller: Ausverkauf. Die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeit in Berlin 1930–1945, Berlin 2012 (2. Auflage Berlin 2013); ISBN 978-3-86331-080-6.