Eva Sopher

brasilianische Kulturmanagerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Eva Sopher (* 18. Juni 1923 in Frankfurt am Main; † 7. Februar 2018 in Porto Alegre) war eine brasilianische Kulturmanagerin und langjährige Präsidentin der Fundação Theatro São Pedro in Porto Alegre.[1][2][3] 2015 wurde sie mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet.[4]

Eva Sopher (2012)

Leben

Sopher wurde 1923 in Frankfurt am Main als Angehörige einer jüdischen Familie geboren.[1][5] Als 13-Jährige emigrierte sie mit ihrer Familie aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Brasilien.[6][1] Sie lebte zunächst in São Paulo und Rio de Janeiro und arbeitete für die Kulturgesellschaft Pro Arte des Emigranten Theodor Heuberger.[1] Später zog sie mit ihrem Ehemann Wolfgang Klaus Sopher aus beruflichen Gründen nach Porto Alegre.[6] Sopher starb am 7. Februar 2018 in Porto Alegre.[3]

Wirken

Seit Mitte der 1970er-Jahre setzte sich Sopher für die Rettung und Restaurierung des historischen Theatro São Pedro ein, das 1973 wegen Baufälligkeit geschlossen worden war.[2][7] 1975 übernahm sie offiziell die Koordinierung der Wiederherstellungsarbeiten.[2] Mit der Gründung der Fundação Theatro São Pedro im Jahr 1982 wurde Sopher zur Präsidentin ernannt.[2] 1984 wurde das Haus feierlich wiedereröffnet.[2] Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Theater zu einer lebendigen Spielstätte mit internationalem Austausch; auf der Bühne gastierten neben brasilianischen Künstlern auch Persönlichkeiten aus Deutschland wie Pina Bausch und Hanna Schygulla.[5] In den 2000er-Jahren initiierte sie das Multipalco-Projekt als Erweiterungskomplex des Theaters, das heute ihren Namen trägt (Multipalco Eva Sopher).[2][8] Für ihr Lebenswerk und ihre Rolle als kulturelle Brückenbauerin zwischen Brasilien und Deutschland erhielt sie 2015 die Goethe-Medaille.[4][7] Nach ihrem Tod würdigten Staat und Stadt in Rio Grande do Sul ihr Wirken mit offizieller Trauer.[9]

Commons: Eva Sopher – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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