Eva Winkler
deutsche Ärztin und Medizinethikerin
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Eva Caroline Winkler, geborene Weiss (* 1971), ist eine deutsche Ärztin und Medizinethikerin. 2024 wurde sie in den Deutschen Ethikrat berufen, dem sie als stellvertretende Vorsitzende angehört. Sie ist außerdem Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.
Akademischer und beruflicher Werdegang
Eva Winkler studierte von 1992 bis 1999 Humanmedizin an der Universität Heidelberg sowie an der Freien Universität Berlin. Bereits während des Studiums begann sie 1994 eine Promotion in der Krebsforschung an der Universität Heidelberg, die sie 2000 mit dem Dr. med. abschloss. Von 2000 bis 2010 absolvierte sie eine Facharztweiterbildung an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2002 bis 2004 war sie Forschungsfellow in Medizinethik an der Division of Medical Ethics der Harvard Medical School sowie am Edmond and Lily Safra Ethics Center der John F. Kennedy School of Government, gefolgt von einer Fellowship am Massachusetts General Hospital in Boston im Jahr 2004.[1] Von 2006 bis 2010 absolvierte sie an der Universität Basel den Doktoratsstudiengang Medizin- und Gesundheitsethik, wodurch sie einen zweiten Doktortitel (Dr. phil.) erwarb.[2] 2011 habilitierte sie sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Venia Legendi für Innere Medizin und Medizinethik und erhielt im selben Jahr die Anerkennung als Fachärztin für Innere Medizin.[1] 2016 erwarb sie zusätzlich die Facharztbezeichnung für Hämatologie und Onkologie mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin.
2012 wurde sie Oberärztin für Medizinische Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und 2013 übernahm sie die Sprecherrolle der interdisziplinären Forschungsplattform EURAT („Ethische und rechtliche Aspekte der Translationalen Medizin“) an der Universität Heidelberg.[1]
Winkler hatte ab 2015 eine außerplanmäßige Professur für Medizinethik an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg inne. Seit 2019 lehrt sie dort als Professorin für Translationale Medizinethik, zunächst bis 2024 im Rahmen einer Heisenberg-Professur.[2] Seit 2022 gehört sie dem geschäftsführenden Direktorium des NCT Heidelberg an.[1]
Im Jahr 2025 übernahm sie mehrere Leitungsfunktionen an der Universität Heidelberg: Sie wurde Gründungsdirektorin des Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrums für Ethik,[3] Direktorin des Instituts für Medizin- und Datenethik an der Medizinischen Fakultät[4][5] sowie Prodekanin für Digitalisierung der Medizinischen Fakultät.[2]
Eva Winkler ist verheiratet mit dem Mediziner Frank Winkler und hat zwei Kinder.[6]
Mitgliedschaften in Gremien
Winkler wurde im Oktober 2024 durch die Bundestagspräsidentin in den Deutschen Ethikrat berufen[7] und im November in der konstituierenden Sitzung zu einer der stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.[8] Als Schwerpunkte ihres Engagements im Ethikrat werden in ihrem Profil Medizinethik, Datenethik und Forschungsethik (Genomforschung / genomisches Neugeborenenscreening) genannt.[1]
Darüber hinaus ist bzw. war sie auch in einer größeren Reihe weiterer Gremien engagiert:[1]
- Seit 2009: Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Medizin und Ethik“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie[9]
- Seit 2014: „Regulatory and Ethics Working Group“ der Global Alliance for Genomics & Health
- Seit 2016: Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin[10]
- Seit 2020: Vorstand der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer[11][12]
- 2020 bis 2025: Direktorium des Deutschen Humangenom-Phänomarchivs (GHGA)
- Seit 2020: EU-Initiative „1+Million Genomes“
- Seit 2022: Vizepräsidentin der Akademie für Ethik in der Medizin[10]
- Seit 2022: Expertenrat der Nationalen Strategie für Genommedizin genomDE des Bundesministeriums für Gesundheit[13]
- Seit 2022: Wissenschaftliches Kuratorium der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, Heidelberg
- Seit 2022: Ethikbeirats des EU-Projekts „Genomic Data Infrastructure“
- Seit 2022: Ethikbeirats der NAKO Gesundheitsstudie[14]
- Seit 2024: stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates
- Seit 2024: Kommission für genomisches Neugeborenenscreening der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik
- Seit 2025: FinanzKommission Gesundheit[15]
Auszeichnungen
- 1996–1999: Journalistische Nachwuchsförderung, Konrad-Adenauer-Stiftung
- 2010: Fakultätspreis der Universität Basel für die beste Promotionsarbeit
- 2016: Lohfert Preis für Patientensicherheit und Patientenkommunikation[16]
- 2017: DMW Walter Siegenthaler Preis[17]
- 2025: Aufnahme in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina[18]
Publikationen
Eva Winkler hat zahlreiche Zeitschriftenartikel über die Ergebnisse ihrer Arbeiten veröffentlicht. Im März 2026 hatte sie laut Google Scholar einen h-Index von 39.[19]
Weblinks
- Literatur von Eva Winkler auf dem Dokumentenserver Researchgate
- Literatur von und über Eva Winkler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek