Everytime (Film)
Film von Sandra Wollner (2026)
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Everytime ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2026 der Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Wollner mit Birgit Minichmayr und Tristán López.[2] Der Film wurde zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2026 eingeladen, wo er als bester Film der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet wurde.[3][4]
| Film | |
| Titel | Everytime |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich, Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 123 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Sandra Wollner |
| Drehbuch | Sandra Wollner |
| Produktion |
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| Musik |
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| Kamera | Gregory Oke |
| Schnitt | Hannes Bruun |
| Besetzung | |
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Handlung
Im Sommer steigen die siebzehnjährigen Jessie und Lux in Berlin nach einer durchfeierten Nacht auf das Dach eines Hochhauses und nehmen ein paar Pillen, obwohl für Jessie in einigen Stunden bereits die Abfahrt in den Urlaub mit der Familie ansteht. Auf dem Dach macht Jessie bei aufgehender Sonne Bilder mit ihrem Handy und es ist ungewöhnlich ruhig, weil in der ganzen Umgebung keine einzige Person zu sehen ist. Plötzlich stürzt das Mädchen in die Tiefe und ist tot.
Ein Jahr später sind die Friedhofsbesuche für Jessies Mutter Ella und ihre jüngere Tochter Melli zur Routine geworden. Bis dahin war Lux verschwunden, er taucht aber wieder auf. Melli freut sich, ihn wiederzusehen, und sie verbringen zusammen Zeit auf dem Tempelhofer Feld. Lux gesteht daraufhin, dass er bislang noch nicht bei Jessies Grab war. Ella bleibt zurückhaltend, doch Melli lädt ihn ein, am nächsten Freitag mitzukommen. Am Grab erklärt Melli Lux, woher die Figuren stammen, die sie auf dem Grab platziert hat. Anschließend kommt Lux auch zum gemeinsamen Familiengrill. Er hat allerdings keinen Hunger und die Unterhaltung endet in Vorwürfen innerhalb der Familie, aus denen Lux sich heraushält.
Um zu verstehen, was vor einem Jahr geschehen ist, zeigt Lux Ella die besuchten Orte. Zunächst gibt er Ella im Wald die Drogen, die er damals auch Jessie gegeben hatte. Anschließend ziehen sie weiter und durchstreifen Berlin bis zu dem Hochhaus. Ella schläft zu Hause ihren Rausch aus und Lux spielt währenddessen mit Melli, die bemerkt, dass ihre Mutter komisch drauf ist. Melli verwendet noch den Kontakt ihrer Schwester auf ihrem Handy, um ihr regelmäßig Nachrichten zu schreiben und die Nachrichten und Bilder aus der Vergangenheit mit Jessie wiederholt zu lesen und anzuschauen.
An einem Abend entdeckt Ella Lux betrunken an einem Bahnhof und nimmt ihn mit nach Hause, wo er seinen Rausch ausschläft. Am nächsten Morgen begutachtet er das ehemalige Zimmer von Jessie. An einem weiteren Abend kommt Ella heim und entdeckt Lux weinend auf dem ehemaligen Bett von Jessie, woraufhin sie ihn tröstet. Er bittet schluchzend um Vergebung und macht sich Vorwürfe, dass er Jessie gefährdet hat. Ella überrascht Melli und Lux am frühen Morgen mit einem Überraschungsurlaub nach Teneriffa. Dort schwanken die Emotionen zwischen Entspannung, Belustigung und Trauer. Da Ella's Mutter Ella telefonisch nicht erreichen kann, ruft sie Melli an, die gerade Nachrichten an den Kontakt von Jessie schreibt, woraufhin drei Punkte auftauchten, als ob Jessie antworten würde. Mit dem eingehenden Anruf gibt sie das Handy weiter, verlangt es aber schnellstmöglich zurück. Ella bricht das Telefonat schnell ab, wirft das Handy aber aus Unachtsamkeit weg. Über das zerstörte Handy ist Melli äußerst traurig und wütend, weil darauf ihre Erinnerungen an Jessie gespeichert waren.
Am Hotelpool entdeckt Melli im Rucksack von Lux eine Pille, nimmt diese in den Mund und nimmt diese angekaut wieder heraus. Sie durchschreitet die Hotelanlage, bis sie ein verlassenes rothaariges Kind findet, welches sie an die Babybilder von Jessie erinnert. Auch Ella nimmt sich des Babys an, nachdem keine Bezugsperson für das Baby gefunden werden konnte. Lux kann dagegen nicht verstehen, was es mit dem Baby auf sich hat. Melli verschwindet mit dem Baby und die ganze Hotelanlage ist völlig verlassen. Lediglich am Felsstrand sieht sie eine Gruppe von Kindern. Diese feuern eine Signalpistole in Richtung Sonne, die daraufhin für einige Stunden stehen bleibt und eine quadratische Form annimmt. Die Personen in der Hotelanlage tauchen wieder auf und es wird ein kleines Mädchen und ein Baby vermisst. Ella macht sich Sorgen und sucht nach ihrer Tochter, die sie mit dem Baby erleichtert findet.
Produktion und Hintergrund
Beim Verfassen des Drehbuchs versuchte Sarah Wollner, die Zeit unmittelbar nach dem Todesfall zu erzählen. Dies erschien ihr allerdings nicht darstellbar. Deshalb folgt auf den Tod eine Schwarzblende mit einem anschließenden langen Zeitsprung.[5] Zum Filmtitel erklärte Sarah Wollner: „‚Everytime‘ sollte als ein eigener Begriff funktionieren. Er beschreibt den Kosmos, in dem dieser Film stattfindet – eine eigene Raum- und Zeitlichkeit.“[5]
Die Dreharbeiten fanden bis zum 30. Oktober 2024 in Deutschland, Österreich und Spanien statt, gedreht wurde in Wien, Berlin und auf Teneriffa.[2][6]
Der Film wurde von der österreichischen Panama Film und der deutschen The Barricades produziert, als Produzenten fungierten Lixi Frank, Viktoria Stolpe und David Bohun. Beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das ZDF (Das kleine Fernsehspiel).[2][7]
Unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds, von der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, dem Filmfonds Wien, dem Österreichischen Filminstitut, ÖFI+, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Eurimages.[2][6][7] Bereits im Jahr 2023 wurde bekannt gegeben, dass Everytime von Eurimages in Höhe von 380.000 Euro gefördert wird.[8]
Die Kamera führte Gregory Oke, die Musik stammt von David Schweighart, Peter Kutin und Timm Kröger, die Montage verantwortete Hannes Bruun und das Casting Ulrike Müller und Jacqueline Rietz. Das Szenenbild gestalteten Julia Libiseller und Gerald Freimuth, das Kostümbild Hanna Rode, den Ton Johannes Schmelzer-Ziringer und Dominik Leube und die Maske Virginie Thomann und Rosa Singhofen.[2][6][7]
Veröffentlichung
Premiere war am 18. Mai 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2026 in der Sektion Un Certain Regard.[9]
Am 28. und 29. Juni 2026 wurde der Film am Filmfest München 2026 im Wettbewerb CineCoPro gezeigt.[10] Ende Juli 2026 sind Vorstellungen am Internationalen Filmfestival Guanajuato (GIFF) vorgesehen.[11]
Vom Sarajevo Film Festival wurde der Film 2026 in den Hauptwettbewerb eingeladen.[12]
Der deutsche Kinostart erfolgte am 6. August 2026.[13] In Österreich soll der Film am 27. November 2026 in die Kinos kommen.[6]
Rezeption
Christoph Petersen bewertete den Film auf filmstarts.de mit fünf von fünf Sternen und bezeichnete diesen als mysteriös-zärtliches Kinowunder, das bis zu seiner letzten Einstellung einfach nicht aufhöre, sein Publikum immer und immer wieder zu überraschen.[14]
Alessio Vinciguerra nannte den Film auf cinema-austriaco.org eine poetische, inszenatorisch mutige und eindrucksvolle Erinnerung daran, dass die Bilder der Menschen, die uns am Herzen liegen, für immer Teil unserer Welt bleiben werden.[15]
Simon Eberhard vergab auf outnow.ch vier von sechs Sternen. Der Film habe vor allem im Mittelteil einige zähe Momente, trumpfe aber am Anfang wie am Schluss mit sehr starken Szenen auf. Durch einige surreale Elemente behalte der Film auch etwas Nichtgreifbares, Mysteriöses. Das tue ihm aber sehr gut, denn als reines Drama wirke er etwas zu dünn.[16]
Jakob Jurisch bezeichnete die Produktion auf moviebreak.de als eine ästhetisch monumentale Filmerfahrung. In seiner Formvollendung sei der Film jedoch thematisch zu eindeutig und wirke unfertig. Es bleibt offen, ob dies gerade Wollners Ambition sei, der es gelinge, jede Form von Klischee zu umgehen.[17]
Jens Balkenborg (fünf von fünf Sterne) nannte den Film auf epd-film.de eine Trauerstudie, wie sie im Kino noch nicht zu sehen gewesen sei. Wollners leise-wuchtiger Film sei durchzogen von Spiegelungen und Doppeldeutigkeiten.[18]
Oliver Armknecht (neun von zehn Punkte) schrieb auf film-rezensionen.de, dass das zuweilen surreale Drama stärker auf den Kopf abziele als auf das Herz, tatsächlich emotionale Szenen seien rar. Dafür gelinge es dem Film, auf einmalige Weise die Gefühlswelt in Bilder zu packen und Diskussionsgrundlage zu sein.[19]
Filmdienst.de (fünf von fünf Sterne) meinte, dass die präzise Inszenierung Plot und Dialoge auf ein Minimum reduziere und im Umgang mit dem Tod immer wieder den strukturierenden Aspekt von Videos, Fotos und Sprachaufnahmen aufgreife. Das Gespenstische werde dabei unpathetisch und wie selbstverständlich eingebunden.[20]
Auszeichnungen und Nominierungen
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2026
- Auszeichnung als bester Film der Sektion Un Certain Regard[3]
- Auszeichnung mit dem Hauptpreis Herz von Sarajevo[21]
Weblinks
- Everytime bei IMDb
- Everytime in The Movie Database (englisch)
- Everytime auf panama-film.com