Ewald Schnug
deutscher Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer und Forscher mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde
From Wikipedia, the free encyclopedia
Ewald Schnug (* 7. September 1954 in Hachenburg, Westerwald) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde.

Werdegang
Schnug studierte Agrarwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er wurde dort 1982 mit der Dissertation Untersuchungen zum Einfluß bodenversauernder Düngung auf die Spurennährstoff-Versorgung von Kulturpflanzen promoviert.[1]
1989 habilitierte er sich an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Fach Pflanzenernährung mit der Schrift Quantitative und qualitative Aspekte der Diagnose und Therapie der Schwefelversorgung von Raps (Brassica napus L.) unter besonderer Berücksichtigung glucosinolatarmer Sorten. Von 1989 bis 1993 war er dort als Privatdozent tätig.[2][3]
1992 übernahm Schnug die Leitung des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig. Mit der Gründung des Julius Kühn-Instituts (JKI) im Jahr 2008 leitete er dort gemeinsam mit Jörg-Michael Greef das Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde bis zu seinem Ruhestand.[4]
Schnug war Mitglied der Fakultät für Lebenswissenschaften der Technischen Universität Braunschweig.[5]
Forschung
Schnugs Forschungsschwerpunkte liegen in der Pflanzenernährung und Bodenkunde sowie in der Entwicklung und Anwendung von Konzepten der Precision agriculture. Ein besonderer Fokus seiner Arbeiten lag auf der Schwefel- und Phosphorversorgung von Kulturpflanzen sowie auf Umweltaspekten mineralischer Düngung.[4]
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielten Arbeiten zu Uran-Einträgen in Böden und Gewässern im Zusammenhang mit phosphathaltigen Düngemitteln, über die auch überregionale Medien berichteten.[6]
Funktionen und internationale Tätigkeit
Schnug war über viele Jahre in internationalen wissenschaftlichen Organisationen aktiv. Er bekleidete leitende Funktionen im International Scientific Centre of Fertilizers (CIEC) und wurde später zum Ehrenpräsidenten ernannt.[7]
Im September 2019 übergab er die Präsidentschaft des CIEC an Lanzhu Ji (CAS).[8]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2008: Ehrendoktorwürde der Rumänischen Akademie der Land- und Forstwissenschaften „Gheorghe Ionescu-Şişeşti“[4]
- 2016: Chinesische Gastprofessuren für Verdienste in der Düngungsforschung[9]
- 2020: Preis der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit[10]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- E. Schnug; S. Haneklaus: Coca Cola is it! The ubiquitous extractant for micronutrients in soils. In: Communications in Soil Science and Plant Analysis 27 (1996), S. 1721–1730.
- L. J. De Kok; E. Schnug (Hrsg.): Loads and Fate of Fertilizer-Derived Uranium. Backhuys Publishers, Leiden 2008, ISBN 978-90-5782-193-6.
- A. E. Ulrich; H.-M. Prasser; E. Frossard; E. Schnug: Uranium endowments in phosphate rock. In: Science of the Total Environment 478 (2014), S. 226–234. doi:10.1016/j.scitotenv.2014.01.069
- E. Schnug; S. Haneklaus: Phosphorus in Agriculture: 100% Zero. Springer, 2016, ISBN 978-94-017-7612-7.
Literatur
- H. Feldhoff, C. Gneist: Ewald Schnug. In: Westerwälder Köpfe – 33 Porträts herausragender Persönlichkeiten. Rhein-Mosel-Verlag, Zell/Mosel 2014, ISBN 978-3-89801-073-3, S. 147–150.
Weblinks
- Archivierte JKI-Seite (Profil und Publikationen, Stand 2019) ( vom 29. Mai 2019 im Internet Archive)
- Profil bei ResearchGate