Extrawurst (Film)
deutscher Film von Marcus H. Rosenmüller (2026)
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Extrawurst ist ein deutscher Spielfilm von Marcus H. Rosenmüller. Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Der Kinostart erfolgte am 15. Januar 2026.
| Film | |
| Titel | Extrawurst |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 100 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Marcus H. Rosenmüller |
| Drehbuch | |
| Produktion | Annalena Frieling |
| Musik | Gerd Baumann |
| Kamera | Daniel Gottschalk |
| Schnitt | Andrea Mertens |
| Besetzung | |
| |
In einem Tennisverein führt die geplante Neuanschaffung eines Grills zu einer Diskussion über Integration, Leitkultur, (kulturelle) Rücksichtnahme gegenüber Minderheiten und schließlich auch noch sexuelle Identität und toxische Männlichkeit. Verschiedene Vereinsmitglieder nehmen in dieser stellvertretend für die bundesdeutsche Gesellschaft Standpunkte ein und wollen die Angelegenheit in ihrem Sinne klären.
Handlung
In der deutschen Kleinstadt Lengenheide führt der heimische Tennisclub seine Mitgliederversammlung durch. Nachdem der Vorsitzende Heribert die Mitglieder bezüglich Spieldress und Neubau des Vereinsheims vor vollendete Tatsachen stellt, soll auch die Abstimmung zur Neuanschaffung des Grills kurzgehalten werden. Melanie, im Doppel mit dem türkischstämmigen Erol jüngst Bezirksmeister geworden, tritt jedoch eine Diskussion darüber los, ob für den muslimischen Vereinskameraden nicht ein separater Grill anzuschaffen sei. Erol möchte dies partout nicht, wenngleich er jedoch auch betont, dass die von seiner Familie bei Vereinsfeiern gegessene Sucuk gemäß muslimischen Speisegesetzen tatsächlich separat gegrillt werden müsse. Letztlich separieren sich folgende Vereinsmitglieder, um die Angelegenheit im kleinen Kreis zu klären:
Heribert: seit inzwischen 25 Jahren Vereinsvorsitzender hat er in seiner Funktion autoritäre Züge entwickelt und möchte stets der Entscheider bleiben, dass die Diskussion aufkommt erscheint ihm grundsätzlich zuwider. Um den Frieden zu wahren, versucht er (aus seiner Sicht) lösungsorientiert zu handeln, was jedoch stets den Unmut einer Seite hervorruft. In einer Kurzschlussreaktion tritt er daher von seinem Vereinsposten zurück, revidiert dies jedoch später.
Matthias: der stellvertretende Vorsitzende ist Anhänger einer deutschen Leitkultur, erwartet eine Anpassung der Minderheit an diese und ist das Klischee des dörflichen, gesellschaftlich rückständigen Spießbürgertums. Persönlich hegt er zudem eine Abneigung gegen Heribert, da Matthias offensichtlich ein sehr engagiertes Vereinsmitglied ist (und zudem noch Sponsor; ersichtlich an seinen Werbebannern auf der Spielanlage), jedoch stets vom Vorsitzenden übergangen und seine Vereinsarbeit nicht gewürdigt wird.
Torsten: der mit seiner Ehefrau Melanie aus Berlin Zugezogene verkörpert in seinen Ansichten stets das Gegenteil von Matthias und ist die überspitzte Darstellung eines modernen Großstädters: Atheist, Vegetarier, belehrend politisch korrekt und spricht gerne schnell von "brauner/blauer Sauce". Er klammert merklich an seiner Frau, da er sich in die Vorstellung reinsteigert, Erol sei ein Nebenbuhler. Im Laufe der Diskussion offenbart er, dass er den Islam mehr noch als andere Religionen ablehne, weil dieser in Fragen der Geschlechtergleichstellung besonders rückständig sei.
Erol: in Deutschland geboren und in Lengenheide aufgewachsen, mit Matthias zusammen die Schulbank gedrückt und seine deutsche Staatsangehörigkeit betonend, möchte er die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit gar nicht haben. Er ist zunächst peinlich berührt, reagiert jedoch zunehmend provokant, wenn insbesondere sein alter Klassenkamerad auf seine Herkunft verweist. Er leidet spürbar darunter, trotz seiner langen Vereinszugehörigkeit in seiner Heimatstadt immer noch als "der Türke" und fremd wahrgenommen zu werden. Später äußert er sich jedoch auch zunehmend ausgesprochen kritisch über deutsche Integrationspolitik und auch die Integrationsverweigerung vieler insbesondere seit der Flüchtlingskrise ab 2015 nach Deutschland gekommenen Muslime, dass auch er dadurch in Verruf geraten sei.
Melanie: die als beste Spielerin des Vereins geltende Melanie ist mit ihrem Mann Torsten erst vor zwei Jahren nach Lengenheide gezogen. Aus ihrer Berliner Heimat sind ihr kulturelle Rücksichtnahme und eine andere Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens offensichtlich vertraut, sodass sie versucht, ähnliche Entwicklungen auch im dörflichen Umfeld zu integrieren. Ihren Diskussionspartnern wirft sie letztlich vor, dass der Großteil aller Probleme der Menschheit nur durch männliche Ignoranz und Imponiergehabe verursacht worden sei und eine von Frauen gelenkte Welt besser aussähe – hierauf führt sie auch die vorliegende Diskussion zurück. Dadurch, dass sie als Angehörige der Mehrheit für die vorhandene Minderheit eintritt und selbst dem jahrhundertelang unterdrückten Geschlecht angehört, fühlt sie sich ihren Counterparts moralisch überlegen.
Als sich die Diskussion durch mitgehörte Satzfetzen schließlich auf die Mitglieder überträgt, geraten auch diese in heftige Diskussionen über gesellschaftliche Entwicklungen. Nach und nach verlassen immer mehr die Versammlung, der Verein droht zu zerbrechen. Als es im Außenbereich des Vereinsgeländes zu einer Kettenreaktion kommt, an deren Ende Heribert bewusstlos am Boden liegt und vom Hausmeister Hans-Günther gerettet werden muss, versöhnen sich schließlich doch alle. Mit dem Verweis darauf, dass Vorstandsmitglied Anne sich aber als nonbinär definiere und somit die Frage nach einer dritten Toilette zu klären sei, fällt die Fröhlichkeit direkt wieder ab.
Hintergrund
Der Film wurde vom 14. April 2025 bis zum 28. Mai 2025 hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen auf dem Gelände des RTHC Bayer Leverkusen gedreht.[3][4] Die Deutschlandpremiere des Films fand am 7. Januar 2026 in Essen statt,[4] eine weitere Premiere für München am Tag darauf im Mathäser Filmpalast.[5]
Weblinks
- Extrawurst bei IMDb
- Extrawurst bei filmportal.de