Eystrup

Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Eystrup ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Eystrup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eystrup hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 47′ N,  13′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Grafschaft Hoya
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 24,12 km²
Einwohner: 3597 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27324
Vorwahl: 04254
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 53,
27324 Eystrup
Website: www.eystrup.de
Bürgermeister: Jost Egen (SPD)
Lage der Gemeinde Eystrup im Landkreis Nienburg/Weser
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Geschichte

Eine alte Bezeichnung des Ortes ist um 1025 Estorp. In alten Schreibungen ist der Ortsname identisch mit Estorf: 1217 Estorpe. (auch: Eißdorff). Die Grundform lautet Ages-thorp und bedeutet „Dorf eines ‚Agi‘“, zu Egge, Ecke für Kante, Schärfe des Schwertes.[2]

Die Gegend um Eystrup war bereits früh besiedelt. Ein 1897 gemachter archäologischer Fund, von 750 bis 600 v. Chr. (Hortfund vom Blankenmoor bei Eystrup), besteht aus bronzenen Schmuckstücken wie einem Armring, weiteren Ringen (ein Wendelring von 15 cm und ein Ring von 8,5 cm Durchmesser) und einer Bernsteinkette.
Die Kirche in Eystrup wurde 1179 erstmals erwähnt.

Die südliche Nachbargemeinde Doenhausen wurde 1929 eingegliedert. 1945 wurde in Bücken das Unternehmen Albin Grünzig & Co. neugegründet, ein Turn-, Sport- und Spielplatz-Gerätehersteller, der später nach Eystrup umzog.

Am 29. November 1951 kam es im Postamt Eystrup zu einer Explosion durch eine Paketbombe. Sie war vom Attentäter Erich von Halacz abgeschickt und an Carl Mayntz, den Leiter der Marmeladenfabrik Göbber, adressiert. Als die Kontoristin der Firma Göbber das Paket abholte, kam es zu einer Explosion, bei der sie ums Leben kam.[3]

Bis 1977 gehörte Eystrup zum Landkreis Grafschaft Hoya, kam mit der Gebietsreform dann zum Landkreis Nienburg.
2011 fusionierte die Samtgemeinde Eystrup mit der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.
Am 1. März 1974 wurde die kleine Nachbargemeinde Mahlen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, 30. Juni 2019 ...
Jahr188519251933193920082015 30. Juni 2019[5] 30. Juni 2020[5]
Einwohner7419761369140833083251 3413 3421
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Politik

Wahlbeteiligung: 51,73 %
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Rat

Der Rat der Gemeinde Eystrup setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)[7]

Bürgermeister

Am 16. November 2016 wurde Jost Egen zum Bürgermeister der Gemeinde Eystrup gewählt. Zuvor war er bereits von 2001 bis 2009 Samtgemeindebürgermeister.[8]

Bisherige Amtsinhaber

  • 1974–1980: Bruno Marz (CDU)
  • 1980–~2005: Alfred Schindler (CDU)
  • ~2005–2011: Wilhelm Bergmann-Kramer (CDU)
  • 2011–2015: Manfred Ernst (SPD)
  • 2015–2016: Wilhelm Bergmann-Kramer (CDU), wurde gem. §105 NKomVG aus der Mitte des Rates für die verbleibende Wahlperiode bis 31. Oktober 2016 für den am 17. Mai 2015 verstorbenen Manfred Ernst gewählt.
  • seit 2016: Jost Egen (SPD)

Bisherige Gemeindedirektoren

  • Hans Joachim Blumenberg
  • Paul Frankmölle
  • Hans Hermann
  • Jost Egen
  • Detlef Meyer

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

In Eystrup gibt es folgende Firmen der Nahrungsmittelindustrie:

  • Göbber GmbH (gegründet 1888), Hersteller von Konfitüren, Sirups und Honig
  • Leman GmbH & Co. KG, ein Senf-, Essig- und Ölproduzent, mit einer Dampfmaschine als Industriedenkmal
  • Kaiser & Kühne Freizeitgeräte GmbH, Hersteller von Spiel- und Freizeitgeräten

Öffentliche Einrichtungen

Eystrup ist Standort eines großen Seniorenpflegeheimes (Landsitz Hohenholz). Nächstgelegene Krankenhäuser sind die Aller-Weser-Klinik in Verden (Aller) und die Mittelweserkliniken (Helios-Kliniken) in Nienburg/Weser. In Eystrup gibt es eine Freiwillige Feuerwehr.

Verkehr

Eystrup liegt an der B 215 zwischen Nienburg/Weser und Verden.

Der Bahnhof Eystrup liegt an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen (die in diesem Abschnitt auch Teil der Weser-Aller-Bahn ist) und an der Güter- und Museums-Eisenbahnstrecke Eystrup – Hoya – Bruchhausen-Vilsen – Syke („Kaffkieker“).

Mehrere Buslinien der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) stehen im Nahverkehr zur Verfügung. Tariflich ist Eystrup in den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) eingebunden.

Vereine

  • Der Schützenverein von um 1920 teilte sich, nachdem Doenhausen 1929 zu Eystrup eingemeindet wurde, in
    • Schützenverein Eystrup
    • Schützenverein Doenhausen mit: Spielmannszug von 1958 bis 2024, Bogenabteilung seit 2016, zwei Anlagen mit Lichtpunktgewehren und -pistolen, Steel-Darts über Scolia Anlagen (gespielt wird im Schützenhaus Eystrup)
  • Heimatverein Eystrup Grafschaft Hoya von 1971, für Natur- und Umweltschutz, Pflege von Denkmalen, Heimatgeschichte, Volkskunde und plattdeutsche Sprache.[10] Die Interessengemeinschaft Industriedenkmal Senffabrik Leman schloss sich 2012 dem Heimatverein an.[11]
  • Schwimmverein Naturfreibad Eystrup, betreibt überwiegend seit 2004 das 1960 gebaute Naturfreibad.[12]

Literatur

  • Heimatverein Grafschaft Hoya (Hrsg.): Eystrup – Ein Dorf im Wandel der Zeit. Adam Prettenhofer, Eystrup 1995, ohne ISBN.

Einzelnachweise

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