Fibroblasten-Wachstumsfaktor 18
humanes Protein
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Der Fibroblasten-Wachstumsfaktor 18 (FGF-18, von engl. Fibroblast Growth Factor 18) ist ein Signalprotein aus der Familie der Fibroblast Growth Factors, das in Wirbeltieren vorkommt.
Genetik
Beim Menschen befindet sich das für FGF-18 kodierende FGF18-Gen auf Chromosom 5 Genlocus q34.[2] Es wurde erstmals 1998 beschrieben[3] und besteht aus 1999 Basenpaaren.[4] Das Genprodukt besteht bei Maus, Ratte und Mensch zunächst aus 207 Aminosäuren. Durch posttranslationale Modifikation werden die ersten 27 Aminosäuren – das Signalpeptid – abgeschnitten, sodass die übrigen 180 Aminosäuren das freie FGF-18 bilden. FGF-18 ist wahrscheinlich an ein oder zwei Aminosäuren glykosyliert und hat daher eine molare Masse von etwa 23 kDa.[5][6]
Beim Menschen ist die nachfolgende Sequenz im Einbuchstabencode gegeben:
MYSAPSACTC LCLHFLLLCF QVQVLVA (Signalpeptid) EEN VDFRIHVENQ TRARDDVSRK QLRLYQLYSR TSGKHIQVLG RRISARGEDG DKYAQLLVET DTFGSQVRIK GKETEFYLCM NRKGKLVGKP DGTSKECVFI EKVLENNYTA LMSAKYSGWY VGFTKKGRPR KGPKTRENQQ DVHFMKRYPK GQPELQKPFK YTTVTKRSRR IRPTHPA
Funktion
Wie alle Mitglieder der FGF-Familie ist FGF-18 an einer Vielzahl von biologischen Prozessen, wie beispielsweise die embryonale Entwicklung, Zellwachstum, Morphogenese, Wundheilung, sowie Tumorwachstum und -infiltration beteiligt. In verschiedenen Modellorganismen stimuliert FGF-18 als Wachstumsfaktor die Proliferation unterschiedlicher Zellgewebe, speziell in Leber und Dünndarm.
Bei einigen Tumoren, wie beispielsweise dem Kolorektalen Karzinom ist die Expression von FGF-18 hochreguliert.[7]
Bei der Ossifikation (Knochenbildung) und Chondrogenese (Knorpelbildung) scheint FGF-18 eine wichtige stimulierende Funktion zu haben.[3][8]
Therapeutisches Potenzial
Aufgrund seiner vielfältigen Funktion bei der Entstehung, potenziell auch bei der Vermeidung beziehungsweise Behandlung von Erkrankungen, ist FGF-18 eine vielversprechende Zielstruktur (Target).[3] Im Tiermodell konnte durch die intraartikuläre Injektion (in das Gelenk hinein) von FGF-18 die Chondrogenese zum Aufbau von Gelenkknorpel angeregt werden. Dies ist ein potenzieller Therapieansatz für arthrotische Gelenke.[9][10] Ein entsprechender Wirkstoff (Sprifermin (INN), AS902330 bzw. rhFGF-18 (rekombinant produziertes humanes FGF-18)) befindet sich derzeit in der klinischen Phase III (Stand: November 2023).[11]