Fabian Jacobi
deutscher Politiker (AfD), MdB
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Fabian Jacobi (* 19. Juni 1973 in Münster) ist ein deutscher Politiker der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Seit 2017 ist er für die AfD Mitglied des Deutschen Bundestags.
Leben
Jacobi wuchs in Essen auf. Nach dem Abitur 1991 leistete Jacobi Zivildienst in Essen und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Bonn, Berlin und Göttingen.[1] Für das Rechtsreferendariat kehrte er nach Nordrhein-Westfalen zurück. Er war ab 2006 als Rechtsanwalt in Köln im Bereich der Insolvenzverwaltung tätig.[1] Wie mehrere andere heute führende Parteifunktionäre und Mandatsträger der AfD bezog Jacobi 2010 und 2011, vor seinem Eintritt in die Politik, mehrere Exemplare der „radikal rechten Zeitung“ (Untertitel) Hier & Jetzt, die als Plattform einer rechten Sammlungsbewegung konzipiert war und von dem NPD-Politiker Arne Schimmer herausgegeben wurde.[2]
Politik
Jacobi trat im März 2013 in die AfD ein. Am 24. September 2017 zog er über die Landesliste als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein.[3] Jacobi war im 19. Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Zudem gehörte er als stellvertretendes Mitglied dem Unterausschuss Europarecht, dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie dem Wahlausschuss an.[4] Im 20. Deutschen Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Rechtsausschuss und im Wahlausschuss. Im Rechtsausschuss ist er Obmann der AfD-Fraktion. Stellvertretendes Mitglied ist er im Unterausschuss Europarecht, des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung sowie im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union.[5] Jacobi war von 2013 bis 2022 durchgehend Mitglied des Landesvorstandes der AfD NRW und war es erneut vom 24. Februar 2024 bis zum 7. März 2026. Seit dem 8. März 2026 ist Richter im Landesschiedsgericht.
Nach seiner Aussage sei die AfD erforderlich, um eine „‚Funktionsstörung der deutschen Demokratie‘ zu beheben“.[6][7] Parteiintern gehört Jacobi zum Lager der Höcke-Anhänger in der NRW-AfD, die mit dem gemäßigter auftretenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz verfeindet sind.[8] Auf dem Landesparteitag in Marl im März 2026 versuchte er gemeinsam mit dem völkisch-nationalen AfD-Bundestagsabgeordneten Christian Zaum erfolglos, Vincentz zu stürzen.[9] Im Zuge der Eskalation der Esser-Afäre im Vorfeld des Marler Parteitags wurde Jacobi beschuldigt, die angeblich gefälschten und plötzlich wieder aufgetauchten Bewerbungsunterlagen des ehemaligen AfD-Landesgeschäftsführers Klaus Esser bewusst zurückgehalten zu haben.[10]