Falvkopf

Nebengipfel der Löffelspitze im Bregenzerwaldgebirge in Vorarlberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Falvkopf[1] (auch: Falbkopf[2]) ist ein 1850 m ü. A.[3] hoher Nebengipfel der Löffelspitze im österreichischen Bundesland Vorarlberg.[4][5]

Schnelle Fakten
Falvkopf
Falvkopf, Löffelspitze und Pfrondhorn von Westen
Falvkopf, Löffelspitze und Pfrondhorn von Westen
Höhe 1850 m ü. A.
Lage Blons, Bezirk Bludenz, Vorarlberg, Österreich
Gebirge Walserkamm, Bregenzerwaldgebirge, Ostalpen
Dominanz 1 km Grenzspitze
Schartenhöhe 72 m Sattel (1778 m ü. A.) zum Mont Calv
Koordinaten 47° 14′ 30″ N,  50′ 43″ O
Falvkopf (Vorarlberg)
Falvkopf (Vorarlberg)
Gestein Kalksandstein, Hällritzer-Formation, Flyschzone
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Walserkamm von Süden, Falvkopf ganz rechts
Panorama von Blons und dem Walserkamm, v.li.n.re.: Hüttenkopf, Tälispitze, Melkspitze, Kreuzspitze (vorne), Mutabellaspitze, Löffelspitze, Grenzspitze, Mont Calv und Falvkopf (rundlich), dahinter das Türtschhorn

Lage

Politisch liegt der Falvkopf in der Gemeinde Blons, Bezirk Bludenz, Bundesland Vorarlberg, Österreich. Er gehört zur Region und Talschaft Großes Walsertal.[5][4]

Gebirgsgeographisch gehört der Falvkopf zum Walserkamm des Bregenzerwaldgebirges. Von der Löffelspitze am Hauptkamm des Walserkamms führt ein Seitenkamm nach Südosten über die Grenzspitze und den Mont Calv zum Falvkopf.[5]

Umgebung

Am Südhang des Falvkopfs liegen mehrere Parzellen von Blons, Oberblons, Walkenbach und Stutz. Das Ortszentrum von Blons liegt 2,3 km südsüdwestlich. St. Gerold liegt 3,2 km im Südwesten. Garsella, ein Weiler der Gemeinde Sonntag, liegt 2,9 km südöstlich.

Die Löffelspitze liegt 1,9 km nordwestlich, das Pfrondhorn 2,3 km nördlich, beide gehören zum Hauptkamm des Walserkamms. Das Türtschhorn liegt 3,2 km nordöstlich, es gehört zur Glatthorngruppe. Die Ostflanke des Falvkopfes fällt steil ab ins Ladritschtobel mit dem Ladritschbach.

Umgebung
Löffelspitze Pfrondhorn Türtschhorn
St. Gerold Blons Garsella

Lawinenkatastrophe von 1954

Am 11. Januar 1954 zerstörten zwei Lawinen vom Falvkopf und dem benachbarten Mont Calv ein Drittel der Häuser in Blons. 57 Menschen aus der Gemeinde Blons kamen ums Leben. Es handelte sich dabei um eine der größten Naturkatastrophen in Vorarlberg. Die Überlebenden mussten zwei Tage ausharren, bis großangelegte Hilfe kam. Die ersten Helfer kamen am 12. Januar aus dem zunächst alarmierten Nachbarort St. Gerold. Die Behörden erfuhren erst am Nachmittag des 12. Januar von der Katastrophe. Die Hilfskräfte mussten zu Fuß in das tiefverschneite Große Walsertal vordringen. Neben Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Freiwilligen halfen auch die französischen und amerikanischen Besatzungstruppen. Erstmals wurden in Europa Hubschrauber zur Bergung eingesetzt.[6] Die Katastrophe wurde 2010 unter dem Titel Der Atem des Himmels verfilmt.

Heute sind die Südwestseite und die Südseite mit Lawinenschutzbauten gesichert, dennoch sind rote Zonen unterhalb des Falvkopfes mit den Namen Eschtobellawine, Hueggenlawine und Valentschina-Stutzlawine.[7]

Naturschutz

Ursachen für die Lawinenkatastrophe waren einerseits extreme Wetterereignisse, andererseits auch ein übermäßiges Abholzen von Schutzwäldern. Nach der Katastrophe wurde die Wildbach- und Lawinenverbauung intensiviert. Zudem wurde der Schutz der Wälder deutlich verbessert. Das Große Walsertal setzt heute auf sanften Tourismus und den Erhalt der Landschaft. Das gesamte Tal gehört zum UNESCO-Biosphärenpark Großes Walsertal. Das Großraumbiotop Ladritschtobel an der Ostseite ist ein Rückzugsort für Rehe, Rothirsche und Gämse.[8]

Tourismus

Der Falvkopf ist ein beliebtes Ziel bei Wanderern. Von Oberblons braucht man für den Aufstieg mit rund 715 Höhenmetern laut Wegweiser 2 Stunden.[9] Ab Garsella braucht man 3,5 Stunden.[10] Es gibt eine ausgewiesene Mountainbikestrecke bis zu den Baracken der Wildbach- und Lawinenverbauung auf 1600 m Höhe.[11] Von dort sind es noch 40 Minuten zu Fuß auf den Falvkopf.[12][5] Am Gipfel sieht man trotz der geringen Höhe sehr weit, von Norden im Uhrzeigersinn sieht man die Damülser Berge mit der markanten Damülser Mittagspitze, Glatthorn, Türtschhorn, die Zitterklapfengruppe, die Braunarlspitze, den Westlichen Johanneskopf, den Spuller Schafberg, die Rote Wand, die Gamsfreiheit, die Valisera, die Sarotlaspitzen, die Sulzfluh, die Drei Türme, die Zimba, die Schesaplana, den Naafkopf, den Galinakopf, den Gamsberg und schließlich den Walserkamm mit Hüttenkopf, Hochgerach, Tälispitze, Melkspitze, Kreuzspitze, Schäfiskopf, Gerenspitze, Mutabellaspitze, Löffelspitze und Pfrondhorn.

Einzelnachweise

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