Fatima El-Tayeb

deutsche Historikerin und Drehbuchautorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Fatima El-Tayeb (* 1966 in Uelzen) ist eine deutsche Historikerin, Kultur- und Sozialwissenschaftlerin sowie Drehbuchautorin. Sie lehrt seit 2021 als Professorin für Ethnicity, Race & Migration sowie Women's, Gender, and Sexuality Studies an der Yale University.[1] El-Tayeb ist Mitbegründerin der Black European Studies.[2]

Leben

Fatima El-Tayeb studierte von 1990 bis 1996 Geschichte und Amerikanistik an der Universität Hamburg, wo sie mit dem Magistergrad abschloss. Mit der magna cum laude bewerteten Arbeit Schwarze Deutsche. Der Diskurs um „Rasse“ und nationale Identität 1890–1933 wurde sie 2001 in Hamburg in Geschichte promoviert. Ab 2002 war sie Mitorganisatorin des Forschungsprojekts „Black European Studies“ (BEST) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 2003 bis 2004 war sie Kuratorin des Projekts „Black Atlantic“ in Berlin.

Von 2004 bis 2021 lehrte sie an der University of California, San Diego, wo sie zunächst Assistenzprofessorin, ab 2010 Associate Professor in der Literaturabteilung war. Ab 2011 lehrte sie auch am Department of Ethnic Studies und war zudem stellvertretende Direktorin und von 2014 bis 2017 Direktorin des Critical Gender Studies Program. 2014 wurde sie zur ordentlichen Professorin sowohl in der Ethnic-Studies- als auch der Literaturabteilung ernannt.

Als Professorin für Women’s, Gender, and Sexuality Studies (Frauen-, Gender- und Sexualitätsforschung) sowie Inhaberin des Lehrstuhls für Ethnicity, Race & Migration (Ethnizität, Race und Migration) wurde sie 2021 an die Yale University in New Haven (Connecticut) berufen.[3][4]

Ihre Forschungsinteressen umfassen Schwarzes Europa, vergleichende Diasporastudien, Queer of Color-Kritik, critical muslim Studies, dekoloniale Theorie, transnationale Feminismen, visuelle Kulturstudien, Race und Technologie sowie kritische europäische Studien. Ihre Veröffentlichungen dekonstruieren den strukturellen Rassismus im „farbenblinden“ Europa und stellen Strategien des Widerstands unter rassifizierten Gemeinschaften in den Mittelpunkt, insbesondere solche, die Kultur durch eine intersektionale, queere Praxis politisieren.

El-Tayeb ist Autorin mehrerer Bücher und zahlreicher Artikel über die Wechselwirkungen von 'Rasse', Geschlecht, Sexualität, Religion und Nation.[5]

Neben ihrer akademischen Arbeit hat sie (zusammen mit Angelina Maccarone) die Schwarze lesbische Screwball-Komödie „Alles wird gut/Everything Will be Fine“ (1998) geschrieben und ist in Schwarzen feministischen, migrantischen und queeren Organisationen in Europa und den USA aktiv.

Werke

  • mit Angelina Maccarone: Alles wird gut – das Filmdrehbuch. Orlanda Verlag, 1999, ISBN 3-92982-358-6.
  • Schwarze Deutsche: Der Diskurs um Rasse und nationale Identität 1890–1933. Campus-Verlag, Frankfurt am Main / New York 2001, ISBN 3-593-36725-4.
  • Anders Europäisch. Rassismus, Identität und Widerstand im vereinten Europa. Unrast Verlag, Münster 2015,[6] ISBN 978-3-89771-5837
  • Undeutsch. Die Konstruktion des Anderen in der postmigrantischen Gesellschaft. Transcript Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3074-9.

Filme

  • Alles wird gut (1998[7])

Literatur

  • Hito Steyerl, Encarnatión Gutiérrez Rodríguez (Hrsg.): Begrenzte Horizonte. Queer Identity in der Festung Europa. In: Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik. Unrast Verlag, Münster 2003, ISBN 3-89771-425-6.

Einzelnachweise

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