Felix Stiegele
deutscher Geistlicher und Politiker (Zentrum), MdR
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Felix Stiegele (* 30. August 1881 in Mochental; † 2. September 1951 in Untermarchtal) war katholischer Geistlicher und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Leben
Stiegele entstammte der ursprünglich in Ingstetten ansässigen Familie, welche u. a. mehrere Ärzte, studierte Juristen und Forstwissenschaftler, dazu eine größere Anzahl von katholischen Geistlichen, und den Opernsänger Johann Georg Stiegele hervorbrachte.
Stiegele wurde in Mochental (Pfarrei Kirchen) am 30. August 1881 als Sohn des Johannes Baptist Ferdinand Stiegele (geb. Bad Waldsee 14.1.1840, † 1883) und der Johanna geb. Bux (geb. 1852, † nach 1886) geboren. Sein Vater war ein Sohn des Friedrich Jakob Stiegele (geb. Ingstetten 1803, † Bad Waldsee 14.7.1855), Oberamtsarzt in Bad Waldsee (siehe Ingstetten, Söhne und Töchter der Gemeinde); der Vater war von 1880‒1882 Oberförster in Mochental. 1883, nach dem Tod des Vaters zog die Witwe mit den Kindern nach Baindt. Felix Stiegele hatte mindestens fünf Geschwister, darunter den Bruder Hermann Alphons Maria (geb. Mochental 5.4.1880), der in Tübingen von 1900‒1905 Forstwissenschaften studierte u. 1928 Forstmeister in Gundelsheim wurde.
Stiegele besuchte von 1893 bis 1900 das Gymnasium Ravensburg; anschließend studierte er in Tübingen katholische Theologie als Konviktuale des Wilhelmsstifts. Nach Beendigung seines Studiums bezog er am 30. September 1905 seine erste Stelle als Vikar in Reutlingen; am 23. Oktober 1907 wurde er beurlaubt zur Fortsetzung volkswirtschaftlicher Studien; anschließend folgten Priesterweihe und Anstellungen als Kaplan. Am 1. Januar 1909 wurde er beurlaubt zur Übernahme des Landessekretariats [Position: Landessekretär] des Volksvereins für das katholische Deutschland in Württemberg mit Sitz in Ravensburg. Am 14. August 1917 wurde er Pfarrverweser in Untermarchtal und kurz darauf am 30. September 1917 Pfarrer derselben Pfarrei. Am 27. Juni 1924 wurde er ernannt zum Bischöflichen Kommissär und schließlich am 14. Oktober 1932 zum Dekan des Kapitels Ehingen. Er war auch Mitglied der Diözesansteuervertretung.
Politik
Neben der Seelsorge beteiligte sich Stiegele auch in der aktiven Politik. Als Mitglied des Zentrums war er von August 1914 bis November 1918 Abgeordneter des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Württemberg 17 (Ravensburg, Tettnang, Saulgau, Riedlingen). Überdies war er Mitglied des Landtags von Württemberg von 1916 bis 1921; 1920 verzichtete er auf eine erneute Landtags-Kandidatur. 1919 war er Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung des Württembergischen Landtags.
Literatur
- Stephan Krießmann: Series Parochorum. Reihenfolge der kath. Pfarrer in den Pfarreien der Diözese Rottenburg (Württ.) nach den Dekanaten zusammengestellt. Selbstverlag des Verfassers Altshausen (Württemberg) 1950, Dekanat Ehingen, S. 45.
- Bischöfliches Ordinariat (Hrsg.): Allgemeiner Personalkatalog der seit 1880 (1845) ordinierten geistlichen Kurie des Bistums Rottenburg. Selbstverlag der bischöflichen Kanzlei, Rottenburg a.N. 1938, S. 158.
- Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 898.
Weblinks
- Felix Stiegele in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Biografie von Felix Stiegele. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stiegele, Felix |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geistlicher und Politiker (Zentrum), MdR |
| GEBURTSDATUM | 30. August 1881 |
| GEBURTSORT | Mochental |
| STERBEDATUM | 2. September 1951 |
| STERBEORT | Untermarchtal |