Feng Guozhang
chinesischer Politiker und General
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Feng Guozhang (chinesisch 馮國璋 / 冯国璋, Pinyin Féng Guózhāng, W.-G. Feng Kuo-chang; * 7. Januar 1859 in Hejian, Provinz Zhili, Kaiserreich China; † 12. Dezember 1919 in Peking) war ein chinesischer General und Politiker, der unter anderem zwischen 1917 und 1918 Präsident der Republik China war.

Leben
Feng Guozhang war Absolvent der Tianjin-Militärakademie und trat 1886 in die Armee des Kaiserreichs China ein. Er nahm am Ersten Japanisch-Chinesischen Krieges (1. August 1894 bis 13. Februar 1895) und am Boxeraufstand (18. Oktober 1899 bis 7. September 1901) teil. In seinen frühen Jahren als Soldat der späten Qing-Dynastie war er ein Weggefährte von Yuan Shikai.[1] Er war am 10. Oktober 1911 Kommandeur der nördlichen Qing-Armee im Kampf gegen die Rebellen beim Wuchang-Aufstand in Wuhan, wo im November 1911 eine republikanische Militärregierung gegründet worden war. Nach diesem Garnisonsputsch kommt es zur Xinhai-Revolution (10. Oktober 1911 bis 12. Februar 1912) gegen die kaiserliche Regierung, in deren Verlauf eine Provinz nach der anderen ihre Unabhängigkeit erklärt. Nachdem der wieder berufene Yuan Shikai zwischen dem kaiserlichen Hof und den Aufständischen vermittelt hatte, wurde Sun Yat-sen[2] am 29. Dezember 1911 zum provisorischen Präsidenten proklamiert und am 1. Januar 1912 die Republik China ausgerufen. Nach der Abdankung des Kaisers Puyi[3] trat Sun Yat-sen am 12. Februar 1912 freiwillig zurück, um einen Bürgerkrieg zu verhindern und machte dadurch ab dem 10. März 1912 eine Präsidentschaft von Yuan Shikai frei.[4][5]
Daraufhin wurde Feng am 15. März 1912 als Nachfolger von Zhang Xiluan[6] Militär- und Zivilgouverneur der Provinz Zhili und wurde am 17. Juli 1913 als Zivilgouverneur von Liu Ruozeng sowie am 16. Dezember 1913 als Militärgouverneur von Zhao Bingjun[7] abgelöst.[8] 1913 kämpfte Feng, der den Spitznamen „Der Hund“ trug und Anführer der Zhili-Clique war, erneut an Yuans Seite während der Zweiten Revolution (12. Juli bis 12. September 1913), die durch die Absetzung der Provinzgouverneure der Kuomintang ausgelöst wurde gegen die von Sun Yat-sen angeführten Revolutionskräfte in Jiangsu, blieb nach seinem Sieg dort und war als Nachfolger von Zhang Xun[9] vom 16. Dezember 1913 bis zu seiner kommissarischen Ablösung durch Qi Yaolin am 8. Juli 1917 Militärgouverneur dieser Provinz. Er nahm während dieser Zeit auch am sogenannten Nationalen Schutzkrieg, der Dritten Revolution (25. Dezember 1915 bis 14. Juli 1916), teil.[4][5]
Nach dem Tode von Yuan Shikai am 6. Juni 1916 wurde Feng Guozhang während der Beiyang-Regierung unter Präsident Li Yuanhong[10] zum Vizepräsidenten Chinas gewählt. Andererseits führte Yuan Shikais Tod zu einer politischen Desintegration, die dazu führte, dass regionale Militärcliquen mit ihren Privatarmeen herrschten und sich gegenseitig bekämpften. Die parasitäre Regime der Warlord-Ära beuteten ihre Einflussgebiete durch Sondersteuern, Beschlagnahme von Arbeitstieren und Zwangsrekrutierungen rücksichtslos aus. Die Zentralregierung in Peking bestand zwar formell fort, beschränkte sich aber auf die außenpolitische Vertretung Chinas. Nach dem gescheiterten Versuch der Restauration der Qing-Dynastie wurde Feng am 17. Juli 1917 als Nachfolger von Li Yuanhong schließlich selbst Präsident der Republik China, wobei er bis zum 1. August 1917 das Amt zunächst nur geschäftsführend ausübte. Er bekleidete das Präsidentenamt bis zum 10. Oktober 1918, woraufhin Xu Shichang[11] neuer Präsident wurde.[12] Während seiner Präsidentschaft fungierten Duan Qirui (14. Juli bis 22. November 1917, 23. März bis 10. Oktober 1918),[13] Wang Daxie (22. bis 30. November 1917),[14] Wang Shizhen (30. November 1917 bis 20. Februar 1918)[15] sowie Qian Nengxun (20. Februar bis 23. März 1918)[16] als Premierminister des Staatsrates der Republik China.[17] Am 14. August 1917 erklärte er dem Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn den Krieg. Der damit einhergehende Versuch Sun Yat-sens von Kanton aus eine Regierung aufzubauen, scheiterte.[4][5]
Literatur
- Ralph L. Powell: The Rise of Chinese Military Power 1895–1912, Princeton University Press, Princeton 1955, ISBN 978-0-8046-1645-4.
- Xu Qin: Die drei Helden von Beiyang, (北洋三杰), 1993
- Rong Pan: Präsident Feng Guozhang, (敎头总统冯国璋), 1995
Edward J. M. Rhoads: Manchus and Han. Ethnic Relations and Political Power in Late Qing and Early Republican China, 1861–1928, University of Washington Press, Seattle 2000, ISBN 978-0-295-99748-3.
- Was ich über die „Drei Helden von Beiyang“ weiß, (我所知道的"北洋三杰"), 2004
- Tian Jianqun: Feng Guozhang, (冯国璋), 2009
- Feng Guozhang-Forschung, 2011
- Direkter Ausbilder Feng Guozhang, (直系教头冯国璋), 2011
- Peng Xiuliang: Biografie von Feng Guozhang, (冯国璋传), 2015
- Eric Setzekorn: The Rise and Fall of an Officer Corps. The Republic of China Military, 1942–1955, University of Oklahoma Press, Norman 2018, ISBN 978-0-8061-6296-6.
- Xiong Qunrong: Feng Guozhangs Forschungen zu Zhili und Jiangsu, (冯国璋督直及督苏研究), 2020