Fenoxycarb

organische Verbindung, Insektizid From Wikipedia, the free encyclopedia

Fenoxycarb ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbamate. Die Verbindung ist ein breit wirksames Insektizid aus der Klasse der Entwicklungshemmer, welches von Maag (später Novartis) entwickelt und 1985 eingeführt wurde.[1] Als Analogon des Juvenilhormons von Insekten hemmt es die Metamorphose zum Erwachsenenstadium (Imago) und stört die Häutung der Larven im Frühstadium.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Fenoxycarb
Allgemeines
Name Fenoxycarb
Andere Namen
  • Ethyl-[2-(4-phenoxyphenoxy)ethyl]­carbamat (IUPAC)
  • Insegar
Summenformel C17H19NO4
Kurzbeschreibung

weißes, kristallines Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 72490-01-8
EG-Nummer 276-696-7
ECHA-InfoCard 100.069.702
PubChem 51605
ChemSpider 46739
Wikidata Q415472
Eigenschaften
Molare Masse 301,34 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,23 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

53–54 °C[3]

Löslichkeit

schwer in Wasser (7,9 mg·l−1)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 351410
P: 201202373280308+313391[2]
Toxikologische Daten

16.800 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[3]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Fenoxycarb kann durch Reaktion von p-Phenoxyphenol (p-Chlorphenol + Natriumphenolat) und 2-(Chlorethyl)-carbamidsäureethylester (2-Chlorethylamin + Chlorameisensäureethylester) gewonnen werden.[5]

Verwendung

Fenoxycarb wird gegen den Fruchtschalenwickler, den Apfelwickler, den Pflaumenwickler, Miniermotten und den Traubenwickler eingesetzt.[6]

Zulassung

Fenoxycarb war in einigen Staaten der EU zugelassen, diese Zulassung ist jedoch am 31. Mai 2021 ausgelaufen. Auch in der Schweiz ist es nicht mehr zugelassen.[7] Das Aufbrauchende in Deutschland war schon am 30. Juni 2015.[6]

Toxikologie

Fenoxycarb ist für Säugetiere nur von geringer Giftigkeit und wird von der WHO als ungefährlich eingestuft, ist jedoch für Fische und Wirbellose toxisch. Die Halbwertszeit im Erdboden beträgt 85 Tage, unter Luftabschluss verlängert sie sich auf 136 Tage.[8]

Einzelnachweise

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