Fermat-Preis
Preis für mathematische Leistung
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Fermat-Preis der Universität Toulouse wird alle zwei Jahre für besondere mathematische Leistungen auf den Arbeitsgebieten von Pierre de Fermat vergeben: Aufstellen von Variationsprinzipien (Variationsrechnung), Zahlentheorie, Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und analytische Geometrie. Er ist mit 20.000 Euro dotiert.

Es gibt auch eine Pierre-Fermat-Medaille der Académie des sciences inscriptions et belles lettres de Toulouse, die zum Beispiel (als sechster überhaupt) Linus Pauling 1957 erhielt.[1]
Preisträger
| Jahr | Preisträger | Begründung |
|---|---|---|
| 1989 | Abbas Bahri | für neue Methoden der Variationsrechnung |
| Kenneth Alan Ribet | für Beiträge zur Zahlentheorie und dem Fermattheorem | |
| 1991 | Jean-Louis Colliot-Thélène | für Zahlentheorie und speziell rationale Varietäten und Arbeiten mit J.-J. Sansuc. |
| 1993 | Jean-Michel Coron | für Arbeiten zu Variationsproblemen und Kontrolltheorie. |
| 1995 | Andrew Wiles | für seine Beiträge zur Taniyama-Shimura-Vermutung, die zum Beweis des Fermattheorems führten. |
| 1997 | Michel Talagrand | für fundamentale Beiträge zur Wahrscheinlichkeitstheorie. |
| 1999 | Fabrice Béthuel | für wichtige Beiträge zur Variationsrechnung mit Anwendungen auf Physik und Geometrie. |
| Frédéric Hélein | ||
| 2001 | Richard Taylor | für den Beweis des Modularitätssatzes mit Wiles und anderen über die Beziehung von Galoisdarstellungen zu automorphen Formen. |
| Wendelin Werner | für seine Arbeiten zur Perkolationstheorie und der Theorie der Brownschen Bewegung (für die er auch die Fields-Medaille erhielt). | |
| 2003 | Luigi Ambrosio | für Beiträge zur Variationsrechnung und geometrischen Maßtheorie. |
| 2005 | Pierre Colmez | für Arbeiten über L-Funktionen und p-adische Galoisdarstellungen. |
| Jean-François Le Gall | für die Analyse der Feinstruktur der Brownschen Bewegung, die Entdeckung der „Brownschen Schlange“ und Anwendungen auf nichtlineare partielle Differentialgleichungen. | |
| 2007 | Chandrashekhar Khare | für die Lösung der Serre-Vermutung, der auch ein neuer Beweis der Fermatvermutung folgte. |
| 2009 | Elon Lindenstrauss | für Arbeiten zur Ergodentheorie und ihrer Anwendung in der Zahlentheorie.[2] |
| Cédric Villani | für Beiträge zur Theorie des optimalen Transports und nichtlinearen Evolutionsgleichungen. | |
| 2011 | Manjul Bhargava | für seine Arbeiten zu Verallgemeinerungen von Davenport-Heilbronn-Abschätzungen und für seine Ergebnisse zum durchschnittlichen Rang elliptischer Kurven.[3] |
| Igor Rodnianski | für seine Beiträge zur Untersuchung von Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie und zur Ausbreitung von Licht entlang Kurven in der Raumzeit.[3] | |
| 2013 | Camillo De Lellis | für seine grundlegenden Beiträge (in Zusammenarbeit mit László Székelyhidi) zur Vermutung von Onsager über dissipative Lösungen der Eulergleichungen und seine Arbeiten zur Regularität von Minimalflächen |
| Martin Hairer | für seine Beiträge zur Analyse stochastischer partieller Differentialgleichungen, insbesondere zur Wohlgestelltheit von Problemen, der Regularität der Lösungen und Konvergenz zum Gleichgewicht | |
| 2015 | Laure Saint-Raymond | für die Entwicklung der asymptotischen Theorie der partiellen Differentialgleichungen, einschließlich der Flüssigkeitsgrenzen verdünnter Strömungen, der Multiskalen-Analyse in den Plasmaphysik-Gleichungen und in der Ozeanmodellierung und der Ableitung der Boltzmann-Gleichung aus der Interaktion von Partikelsystemen.[4] |
| Peter Scholze | für seine Erfindung der perfektoiden Räume und ihre Anwendung auf die grundlegenden Probleme in der algebraischen Geometrie und in der Theorie der automorphen Formen. | |
| 2017 | Simon Brendle | für seine zahlreichen und tiefgreifenden Ergebnisse in der geometrischen Analysis, die partielle Differentialgleichungen vom elliptischen, parabolischen und hyperbolischen Typ beinhalten.[5] |
| Nader Masmoudi | für seine bemerkenswerte Arbeit, die Tiefe und die Kreativität in der Analyse von nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen und insbesondere für seine jüngsten Beiträge zur rigorosen und vollständigen Lösung von hydrodynamischen Stabilitätsproblemen. | |
| 2019 | Alexei Borodin | für die Erfindung der integrierbaren Wahrscheinlichkeitstheorie, ein neues Gebiet an der Schnittstelle von Darstellungstheorie, Kombinatorik und statistischer Physik.[6] |
| Maryna Viazovska | für ihre ursprüngliche Lösung des berühmten Kugelpackungsproblems in den Dimensionen 8 und 24. | |
| 2021 | Fernando Codá Marques | für wichtige Fortschritte (mit André Neves) zu geometrischen Anwendungen bei der Berechnung von Variationen.[7] |
| Vincent Pilloni | für bemerkenswerte Ergebnisse in der arithmetischen Geometrie in Bezug auf p-adische Modulformen, insbesondere durch die Einführung und Entwicklung der höheren Hida-Theorie. | |
| 2023 | Jason P. Miller | für seine großen Fortschritte in der Zufallsgeometrie, einschließlich der Beziehung zur Liouville-Quantengravitation (teilweise mit Scott Sheffield)[8] |
| Aaron Naber | für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Ricci-Grenzräumen, insbesondere Gleichrichtbarkeit, Isometriegruppe und Co-Dimension-4-Vermutung. | |
| 2025 | Vesselin Dimitrov | für bedeutende Fortschritte in der Zahlentheorie, der diophantischen Geometrie und der Theorie der Modulformen.[9] |
| Vlad Vicol | für tiefgreifende und bahnbrechende Erkenntnisse in der mathematischen Analyse von Gleichungen der Strömungsmechanik und Turbulenz. |