Ferrari 312B

Formel-1-Rennwagen From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ferrari 312B war ein Formel-1-Wagen, den die Scuderia Ferrari 1970 und 1971 baute und einsetzte.

Schnelle Fakten Technische Spezifikationen, Statistik ...
Ferrari 312B

Konstrukteur: Italien Scuderia Ferrari
Designer: Mauro Forghieri
Vorgänger: Ferrari 312F1
Nachfolger: Ferrari 312B2
Technische Spezifikationen
Chassis: Halbschale, Stahlrohre und Aluminiumplatten, teilweise tragender Motor.
Motor: Ferrari-V 12, 180°, 2991 cm³
Länge: 4020 mm
Breite: 1740 mm
Höhe: 950 mm
Radstand: 2380 mm
Gewicht: 534 kg
Reifen: Firestone
Benzin: Shell
Statistik
Fahrer: Belgien Jacky Ickx
Italien Ignazio Giunti
Schweiz Clay Regazzoni
Vereinigte Staaten Mario Andretti
Erster Start: Großer Preis von Südafrika 1970
Letzter Start: Großer Preis von Südafrika 1971
Starts Siege Poles SR
19 5 6 11
WM-Punkte:
Podestplätze:
Führungsrunden: k. A. / tba
Schließen
Vorlage:Infobox Rennwagen/Wartung/Alte Parameter

Entwicklungsgeschichte

Der Ferrari 312B beendete 1970 eine lange sieglose Periode der Scuderia in der Formel 1. 1969 stieg der italienische Autokonzern Fiat bei Ferrari ein und schaffte neue Strukturen. Vor allem die neue finanzielle Sicherheit sorgte für Ruhe im Rennstall. Der 312B bekam ein völlig neues Fahrwerk und einen neuen Motor. Der Zwölfzylinder-V-Motor mit einem Zylinderbankwinkel von 180° hatte einen Hubraum von 2991 cm³ und leistete 460 PS. Das Triebwerk wurde in einer rückwärtigen Verlängerung des Fahrgestells aus Leichtmetallblechen und Rohren montiert.

Technik

Ferrari 312B Technische Daten.
Zu Punkten A/B/C/D siehe Tabelle
Weitere Informationen Technische Informationen Ferrari 312B (1970) ...
Technische Informationen Ferrari 312B (1970)[1]
A (Motor) Bezeichnung: Typ 001 / Typ: Heckeinbau.
180° V12, Zylinderblock und Zylinderkopf aus Leichtmetall, Aluminium-Nasslaufbuchsen, 112-mm-Pleuelstangen, wassergekühlt
Bohrung & Hub: 78,5 × 51,5 mm Hubraum: 2991 cm³
Verdichtung: 11,8
Max. Leistung: 460 PS (ca. 338 kW) bei 12.000/min
Ventilsteuerung: DOHC-Ventilsteuerung; vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderreihe, angetrieben über Stirnräder an der Motorrückseite
Gemischbildung: Lucas-Saugrohreinspritzung
Zündung: Dinoplex-Hochspannungskondensatorzündung
Schmiersystem: Trockensumpfschmierung, Ölkühler
B (Getriebe) Hinterradantrieb, Borg-&-Beck-Lamellenkupplung, hinten längs überhängendes Fünfganggetriebe + Rückwärtsgang, in Einheit mit Lamellen-Sperrdifferenzial
Übersetzungsverhältnisse: Variabel je nach Strecke
C (Aufhängung Vorderräder) Vorderradaufhängung: Doppelquerlenkerachse, unten Dreiecksquerlenker, oben Querlenker mit Umlenkhebel, innenliegende Feder-/Dämpfereinheiten und Stabilisator
Bremsen: Außenliegende Scheiben und Bremssättel (Girling), getrennt einstellbare Hydraulikkreisläufe
D (Aufhängung Hinterräder) Hinterradaufhängung: Mehrlenkerachse, oberer Querlenker, umgekehrter unterer Dreiecksquerlenker, zwei weit vorn ausgreifende Querlenker und Stabilisator
Bremsen: Außenliegende Scheiben und Bremssättel (Girling), getrennt einstellbare Hydraulikkreisläufe
Schließen

Renngeschichte

Obwohl der Wagen von Beginn an konkurrenzfähig war, stellten sich Erfolge erst ab Mitte der Saison 1970 ein. Jacky Ickx gewann den Großen Preis von Österreich und am Ende des Jahres noch die Rennen in Kanada und Mexiko, wurde aber am Saisonende in der Gesamtwertung hinter Jochen Rindt Zweiter. Der österreichische Lotus-Pilot war beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza in seinem Lotus 72 tödlich verunglückt und wurde posthum Weltmeister. Das Rennen gewann Clay Regazzoni im 312B.

Mario Andretti gewann 1971 mit dem 312B noch den Großen Preis von Südafrika, dann setzte die Scuderia ab dem Rennen in Monaco das Nachfolgemodell, den 312B2, ein.

Die kompletten Resultate des Ferrari 312B in der Automobil-Weltmeisterschaft

(Resultate in Fettdruck bedeuten Pole Position; Resultate in Kursiv zeigen „Schnellste Runde“)

Weitere Informationen Jahr, Chassis ...
Jahr Chassis Reifen Fahrer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Punkte Rang
1970 312B F RSA ESP MON BEL NED FRA GBR GER AUT ITA CAN USA MEX 52

(55)

2.
Jacky Ickx Ret Ret Ret 8 3 Ret Ret 2 1 Ret 1 4 1
Clay Regazzoni 4 4 Ret 2 1 2 13 2
Ignazio Giunti 4 14 7 Ret
1971 312B F RSA ESP MON NED FRA GBR GER AUT ITA CAN USA 33* 3.*
Jacky Ickx 8 2 Ret Ret
Clay Regazzoni 3 Ret
Mario Andretti 1 Ret DNQ Ret
Schließen

* In 1971 wurde ein Großteil der Punkte mit dem Nachfolgemodell Ferrari 312B2 erzielt

Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
Schließen

Literatur

  • Mike Lang: Grand Prix! Race-by-race account of Formula 1. Haynes Publishing Group, Sparkford 1982, ISBN 0-85429-321-3.
  • David Hodges: Rennwagen von A bis Z nach 1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
  • Pino Casamassima: Storia della Scuderia Ferrari. Nada Editore, Vimodrome 1998, ISBN 88-7911-179-5.
  • Leonardo Acerbi: 60 Jahre Ferrari. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-815-6.
Commons: Ferrari 312 B – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI