Festung Akkerman

Burg in Bilhorod-Dnistrowskyj, Ukraine From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Festung Akkerman (auch Ackerman) in Bilhorod-Dnistrowskyj ist eine große Festung in der Ukraine. Sie wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet.

Festung Akkerman
Luftbild der Festung

Geschichte

Die Festung wurde auf den Ruinen der antiken griechischen Stadt Tyra errichtet. Tyra war eine Kolonie der Stadt Milet und wurde durch regelmäßige Angriffe zerstört. Danach durfte die Stadt zuerst der Kyjiwer Rus, dann dem Ungarischen Königreich und dem Fürstentum Galizien-Wolhynien gehören.

Es ist nicht genau bekannt, wann und von wem die Festung gebaut wurde. Einigen Angaben nach sei die Festung von Genuesern angelegt worden, die damals die Stadt kontrollierten. Anderen Angaben nach wurde sie während der Herrschaft des Fürstentums Galizien-Wolhynien errichtet.

Die Genueser herrschten in der Stadt bis ins 14. Jahrhundert. Danach wurde die Stadt vom Fürstentum Moldau regiert. In der Stadt gab es ca. 20.000 Einwohner verschiedener Nationalitäten. Die Festung wurde mehrmals ausgebaut. Es gab 34 Türme, einige davon waren 20 Meter hoch. Im Jahr 1440 wurde ein Teil gebaut, dessen Funktion nicht bekannt ist.

Ende 15. Jahrhundert verlor das Fürstentum Moldau seinen Einfluss. Seit dem Jahr 1457 regierte dort moldauischer Woiwode Stefan cel Mare. Er sorgte für die Entwicklung der Stadt. Die Festung wurde fertiggestellt und mit neuen mächtigen Mauern und dem Großen Tor befestigt.

Seit dem Jahr 1485 besaß das Osmanische Reich die Stadt. Neun Tage wurde um die Festung gekämpft. Die Festung war wichtig für weitere Eroberungen der Osmanen. Sie wurde mit den besten Technologien ausgebaut.

Im 18. Jahrhundert gab es drei Kriege zwischen dem Osmanischen Reich und Russland. Im Jahr 1770 wurde die Festung erstmals von Russland besetzt. Jedoch wegen des Friedens von Küçük Kaynarca kam die Stadt im Jahr 1774 an die Osmanen zurück. 1789 wurde sie von Russland wiedererobert. 1791 wurde die Stadt gemäß dem Frieden von Yassy wieder restituiert.

Gemäß dem Frieden von Bukarest ging der Süden von Bessarabien mit Akkerman 1812 an das Russische Reich über.

1918 wurde Bilhorod von Rumänen erobert. Es stand bis 1940 unter der Herrschaft des rumänischen Königreichs. Dann trat sie kurzzeitig in die ukrainische SSR ein, aber von 1941 bis 1944 gehörte die Stadt wieder zum Königreich Rumänien. 1944 wurde Belgorod von sowjetischen Truppen besetzt. Die Stadt wurde in Bilhorod-Dnistrowskyj umbenannt, und die Festung wurde zum Museumsreservat gemacht.

Festungsplan

Festungsplan

Die Festung Bilhorod-Dnistrowskyj ist eine der größten mittelalterlichen Festungen in der Ukraine. Der Länge seiner Mauern beträgt 2,5 km. Die Gesamtfläche liegt bei mehr als 2 Hektar. Die Wandstärke reicht von 1,5 bis 5 m, und die Höhe der Mauern und Türme reicht von 5 bis 15 m. Von Norden her liegen die Festungsmauern nahe der Dnister-Mündung. Auf drei Seiten ist die Festung von einem Wassergraben umgeben, dessen Tiefe 13–14 m erreicht.

Der Kern des Festungskomplexes ist die Zitadelle als der am stärksten befestigte Teil, der von den Genuesen erbaut wurde. Es besteht aus vier großen Türmen, die durch eine mächtige Mauer verbunden sind. Die Türme haben eigenen Namen. Derzeit ist der Schatzturm zur Hälfte zerstört, während der Rest in einem guten Zustand ist. Der Hofbereich der Zitadelle beträgt 300 m². Es gibt viele Räumlichkeiten und ein ausgedehntes Netz von unterirdischen Gängen, die noch unerforscht sind. In der Zitadelle befand sich der Palast eines Kommandanten.

Die Festung ist durch Innenmauern in mehrere Höfe unterteilt, die unabhängige Befestigungen darstellen. Die Zitadelle befindet sich auf dem Gebiet des Garnisonhofs, der eine Fläche von etwa zwei Hektar hat. Zuvor wurde es mit Kasernen, Ställen und Munitionsdepots gebaut.

Der größte Hof der Festung ist der Civilhof. Seine Fläche beträgt 5 Hektar. Es wurde einst mit Wohngebäuden gebaut. Während der osmanischen Zeit gab es hier eine große Moschee. Im 19. Jahrhundert wurden alle Wohngebäude des Hofes abgerissen. Die drei größten Türme tragen die Namen Ovidiieva (Divotscha), Storoschova und Puschkin. Das zentrale Tor der Festung, Kiliska, führt zu diesem Innenhof.

Es gab auch einen dritten Innenhof in der Festung, den Quarantinehof, der hauptsächlich für Handel und Lagerhäuser gedacht war. Von hat sich fast nichts erhalten.

Galerie

Literatur

  • Wolodymyrskyi Oleg: Festung Akkerman: glorreiche Vergangenheit, traurige Gegenwart und hoffnungsvolle Zukunft, Schwarzmeernachrichten, 26. Juli 2012, S. 57.
  • Zavgorodnya Inna: Der Moment der alten Festung, Ukrainische Woche, 25. Dezember 2009, S. 52.
  • M. Rutynskyi: Burgtourismus in der Ukraine. Geographie von Denkmälern der Befestigungsarchitektur und Perspektiven für ihre touristische Wiederbelebung, K. : Zentrum für Bildungsliteratur, S. 222–228.
  • Shubart Pavlo: Festung Belgorod auf den Seiten der Geschichte und in Legenden, Black Sea News, 29. Dezember 2012, S. 103–104.
  • Shubart Pavlo: War Ovid in der Festung Belgorod?, Freies Leben, 12. Januar 2013.

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