Festung Marburg
Wehranlage westlich des landgräflichen Schlosses in Marburg
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Die Festung Marburg ist eine ehemalige Wehranlage westlich des landgräflichen Schlosses in Marburg, der Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen. Der heutige Schlosspark entstand um ca. 1780 nach der Aufgabe der Festung Marburg und umfasst weitgehend das Areal mehrerer im 17. und 18. Jahrhundert angelegter und später größtenteils beseitigter Bastionen, Schanzen, Ravelins, Kasematten und Geschützstände.

Geschichte


Um 1620 verfasste der hessen-kasselsche Festungsbaumeister Wilhelm Dilich einen Entwurf zur Stadtbefestigung Marburgs und, darin einbegriffen, zur Erweiterung des Schlossbereichs nach Westen und zum Bau von Festungsanlagen auf diesem Gelände.[1] In der Folge entstanden, mehrheitlich jedoch erst in der Zeit von etwa 1700 bis 1740, westlich des Schlosses umfangreiche Festungsbauten. Dieser Festungsring befand sich vor dem die eigentliche Schlossanlage schützenden Halsgraben.
Spätestens im Siebenjährigen Krieg (1756–63) zeigte sich, dass die Festung den militärischen Entwicklungen nicht mehr gewachsen war: mehrfach wechselten das Schloss und die Stadt durch Eroberung den Besitzer. Die strategische Bedeutung der alten Festungsanlagen war damit unbedeutend geworden und auf Geheiß des Landgrafen Friedrich II. wurden zwischen 1770 und 1786 die Mauern, Wälle und Gräben weitgehend geschleift. Nachdem im Jahre 1806 Truppen Napoleons kampflos in Marburg eingerückt waren, ordnete der Kaiser 1807 die Sprengung aller noch bestehenden Mauern und Kasematten an – ausgenommen blieben lediglich die Kasematten, durch die Wasserleitungen zum Schloss führten. Neben Resten einer bereits 1701 erbauten großen Bastion blieben somit nur zwei Kasematten unzerstört bis in die Neuzeit.
Ab 1977 wurden diese beiden Kasematten schrittweise wieder freigelegt, teilweise wieder hergestellt und dann Besuchern zugänglich gemacht. Sie sind heute fester Bestandteil der Kasematten-Führungen, die an Samstagen nachmittags stattfinden.