Filialkirche Kuffern
Filialkirche und Friedhof in Statzendorf (54711)
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Die römisch-katholische Filialkirche Kuffern steht leicht erhöht in der Ortsmitte von Kuffern in der Gemeinde Statzendorf im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich. Die dem Patrozinium des heiligen Pankratius unterstellte Filialkirche der Pfarrkirche Statzendorf gehört zum Dekanat Göttweig in der Diözese St. Pölten. Die Kirche und der nordseitige Friedhof mit einer mittelalterlichen Ummauerung stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geschichte
Urkundlich bestand 1260 eine Pfarrkirche, welche im Jahr 1544 verödete. Die Kirche war 1627 eine Filiale von Mautern, 1693 eine Filiale von Getzersdorf und seit 1784 eine Filiale von Statzendorf und ist damit dem Stift Herzogenburg inkorporiert.
Die Kirche wurde 1999 innen restauriert.
Architektur
Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus mit einem profilierten Traufgesims und barocken Segmentbogenfenstern. Südseitig steht am Langhaus ein Kapellenanbau mit zweibahnigen Maßwerkfenstern. Der Chor, das Langhaus mit einem hohen Dach überragend, hat einen Fünfachtelschluss und ein- und zweibahnige Maßwerkfenster aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, teils wurden 1898 die Fenster erneuert. Südseitig am Chor steht verbunden mit dem Kapellenanbau ein Sakristeianbau aus dem 17. Jahrhundert. Der dem Langhaus etwas eingestellte Westturm ist massiv und wehrhaft, er hat einen quadratischen Grundriss und ein oktogonales Schallgeschoß mit spitzbogigen Schallfenstern. Der Turm hat nordseitig ein barockes Portal und trägt einen barocken Zwiebelhelm.
Das Kircheninnere zeigt ein Langhaus mit einer Flachdecke aus dem 17. Jahrhundert und eine hölzerne Westempore aus dem 19. Jahrhundert. In der Südwand des Langhauses führt einen breite Spitzbogenöffnung zur einjochigen Kapelle mit einem Kreuzrippengewölbe mit gekehlten Rippen auf skulpturierten Kopfkonsolen und mit einem floral reliefierten Schlussstein, an der Westwand der Kapelle gibt es zwei spitzbogige Sitznischen aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Der Triumphbogen ist korbbogig.
Der einjochige Chor hat ein Kreuzrippengewölbe auf Konsolen und Scheibenschlusssteine. In der Nordwand befindet sich eine schlicht gerahmte Sakramentsnische mit einem Dreieckgiebel und einem schmiedeeisernen Gitter. Die Sakristeitür mit Oberlichte und Steckeisen entstand um 1500, die Sakristei ist tonnengewölbt.
Es gibt Glasmalerei im Chor.
Einrichtung
Der Hochaltar ist ein neugotisches Flügelretabel. Die mittlere Figurengruppe Christus segnet Maria wird links von hl. Anna und rechts von einem römischen Soldaten und einem männlichen Heiligen flankiert; die Flügel zeigen zwölf Figuren, links Julius, Viogoria, Rudolphus, Henricus, Eleonora, Ferdinandus und rechts Eugenius, Theresia, Carolus Borr., Ladislaus, Sophia, Gregorius. Der Hochaltar zeigt zwei Wappen zu Falkenhayn und Oettinger-Wallerstein.
Ein Kruzifix mit der Schmerzensreichen Maria auf einem konturierten Holzbrett entstand im 18. Jahrhundert. Ein Gemälde Aufnahme des hl. Florian in den Himmel stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Ein Gemälde mit den Heiligen Florian und Monika entstand um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Kreuzwegbilder entstanden 1900/1910.
Eine Glocke goss Michael Dobler 1550. Eine weitere Glocke datiert aus dem Jahr 1921.
Grabdenkmäler
- Das Kriegerdenkmal vor der Kirche trägt auf einem hohen Quadersockel eine Figur Kniender Soldat um 1920.
Literatur
- Kuffern, Filialkirche hl. Pankratius, Kriegerdenkmal nordwestlich vor der Kirche. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003, S. 1129–1130.