Fintau

Nebenfluss der Wümme From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Fintau ist ein 18,9 Kilometer langer linker Nebenfluss der Wümme in Niedersachsen, Deutschland. Der Fluss entspringt südöstlich von Eggersmühlen bei Wesseloh im Landkreis Heidekreis und fließt überwiegend in Nord-West-Richtung zunächst durch naturbelassene Wald-, Feld- und Wiesenflächen im Naturschutzgebiet Oberes Fintautal in der Samtgemeinde Fintel. Er durchquert die Gemeinde Vahlde und mündet nordwestlich von Lauenbrück in die hier kaum gleich große Wümme.[4]

Schnelle Fakten
Fintau
Mühlenteich der Fintau in Eggersmühlen bei Wesseloh

Mühlenteich der Fintau in Eggersmühlen bei Wesseloh

Daten
Gewässerkennzahl DE: 49414
Lage Landkreise Rotenburg und Heidekreis in Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Wümme Lesum Weser Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Wintermoorgraben und Reinsehlener Graben im Grimmsmoor zwischen den Schneverdinger Ortsteilen Wintermoor und Insel
53° 10′ 1″ N,  46′ 28″ O
Quellhöhe 57 m ü. NN[1]
Mündung bei Lauenbrück in die Wümme
53° 12′ 9″ N,  32′ 48″ O
Mündungshöhe 29 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 28 m
Sohlgefälle 1,5 
Länge 18,9 km[1]
Einzugsgebiet 105,14 km²[2]
Abfluss am Pegel Lauenbrück F[2]
AEo: 96 km²
NNQ
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ
240 l/s
350 l/s
1,23 m³/s
12,8 l/(s km²)
6,5 m³/s
13,9 m³/s
Abfluss[3] an der Mündung
AEo: 105,14 km²
MQ
Mq
1,34 m³/s
12,7 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Reinsehlener Graben, Umlaufgraben Eggersmühlen, Keenmoor Graben, Moselgraben, Ruschwede, Benkeloher Graben
Rechte Nebenflüsse Wintermoorgraben, Wesseloher Graben, Florgraben
Durchflossene Stauseen Mühlenteich Eggersmühlen
Gemeinden Schneverdingen, Fintel, Vahlde, Lauenbrück
Fintau in Vahlde

Fintau in Vahlde

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Zustand

Die Fintau ist seit einigen Jahren wieder Lebensraum von Meerforelle und Lachs. Die Angelvereine Lauenbrück und Fintel betreiben hier seit 1982 ein Wiederansiedlungsprojekt für diese Großsalmoniden.

Fintaubegradigung und Rückbaumaßnahmen

Bis zu den 50er Jahren waren die Flächen am unteren Lauf der Fintau zwischen Vahlde und Lauenbrück von Staunässe und häufigen Überflutungen geprägt. Demnach war die Vegetation auf Sauergräser begrenzt. Um die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern, indem auch Ernteverluste durch Überschwemmungen verhindert werden, wurde die Fintau 1955–1956 in diesem Gebiet begradigt. Dabei wurde die Sohlenbreite von 3 bis 4 auf 5,30 m ausgebaut, das Sohlengefälle von 0,92 auf 0,4 % gesenkt. Durch die Baumaßnahmen verminderte sich der sumpfige Charakter des Geländes, und Wiesen und Felder wurden landwirtschaftlich besser nutzbar.[5] Im Zuge der Maßnahmen wurden auch Altarme des Flusses abgeschnitten. Einer dieser Altarme hat eine Länge von 200 m und wurde 2007–2008 im Rahmen des Projekts Modellregion Wümme zum Zwecke des Artenschutzes reaktiviert. Die Kosten betrugen 31.250 €, wovon das Land Niedersachsen 80 % übernahm.[6]

Fintauwehr

Aufgrund großer Überflutungen in den Jahren 2002 und 2008 wurde 2009/2010 vor dem Dorfe Lauenbrück zum Schutz vor Hochwässern ein 700 m langer Damm mit Flutsperre gebaut.

Befahrungsregeln

Zum Schutz, dem Erhalt und der Verbesserung der Fließgewässer als Lebensraum für wild lebende Tiere und Pflanzen erließ der Landkreis Rotenburg (Wümme) 2015 eine Verordnung für sämtliche Fließgewässer. Seitdem ist das Befahren der Fintau ganzjährig verboten.[7]

Nebenflüsse

Diagramm der größten Zuflüsse

Einzelnachweise

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