Firbeix
französische Gemeinde
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Firbeix (Aussprache [fiʁ.bɛ], okzitanisch Firbes) ist eine französische Gemeinde mit 294 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Bewohner werden Firbexois und Firbexoises genannt.
| Firbeix | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Nontron | |
| Kanton | Thiviers | |
| Gemeindeverband | Périgord-Limousin | |
| Koordinaten | 45° 36′ N, 0° 59′ O | |
| Höhe | 290–451 m | |
| Fläche | 22,66 km² | |
| Einwohner | 294 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 13 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24450 | |
| INSEE-Code | 24180 | |
| Website | www.firbeix.fr | |
Kirchplatz von Firbeix | ||
Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Geografie
Firbeix liegt etwa 26 Kilometer ostnordöstlich von Nontron, etwa 33 Kilometer südöstlich von Limoges und etwa 51 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux im Norden des Départe3ments an der Grenze zum benachbarten Département Haute-Vienne. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Die Gemeinde Firbeix ist mit 451 m nach Saint-Pierre de-Frugie die zweithöchstgelegene Gemeinde im Département Dordogne. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem sehr asymmetrisch im Nordosten liegenden Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, zwei Herrensitze, ein Schloss und eine Schmiede:
Bellevue-les-Vignes, Boursaneix, Chantegros, Coupiat, Durdreix, Gourso(l)las, Jambe de Banc, La Chabrerie, La Forge, La Jourde, La Lande, Lavaud, Le Barrat, Le Bost, Le Château de Firbeix, Le Châtenet, Le Dognon, Le Gadonnet, Le Laurier, Le Mas Goudier, Le Passage, Les Bordes, Les Pouyades, Matibois, Montchapeix, Pauliac, Puiffe, Puissechien, Puybernard und Puyregonde.
Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit 290 m Höhe liegt im Nordwesten beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindeareal, der höchste Punkt mit 451 m Höhe befindet sich im Osten beim Lieu-dit Les Pouyades nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Pierre-de-Frugie.
Firbeix wird von folgenden fünf Nachbargemeinden umgeben:
| Dournazac (Haute-Vienne) | Bussière-Galant (Haute-Vienne) | |
| Saint-Pierre-de-Frugie | ||
| Mialet | La Coquille |

- Bodenbedeckung
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Firbeix schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
- Wälder – 35,5 %
- heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 16,4 %
- Grünland – 39,2 %
- Strauch- und/oder Kräutervegetation – 3,9 %
- Kulturboden – 4,9 %
Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund, sie ist aber für die rein landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft inklusive Grünland und Kulturboden) von 61,4 % im Jahr 1990 auf 60,5 % im Jahr 2018 leicht zurückgegangen.[1]
Klima
Firbeix besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971-2000
|
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 35 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971-2000 über 11,4 °C für 1981-2010 auf 11,8 °C für 1991-2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie
Die gesamte Nordgrenze der Gemeinde Firbeix wird von der Ost-West-fließenden Dronne gebildet. An der Südostecke östlich vom Weiler Le Châtenet liegt das Quellgebiet der Côle. Sie schlägt einen Südkurs ein und wird zu mehreren kleineren Weihern aufgestaut. Anschließend verlässt sie das Gemeindegebiet in südwestlicher Richtung und legt dabei gleichzeitig die Grenze zu La Coquille fest. Nur unweit nordwestlich von der Quelle der Côle entspringt der Coly beim Weiler Goursollas. Er bewegt sich nach Westsüdwest in Richtung der Gemeinde Mialet.
Sämtliche Flussläufe gehören zum Flusssystem Isle-Dronne und drainieren in westliche, südwestliche bis südliche Richtung.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes beträgt 23 Kilometer.
Geologie

Die Gemeinde Firbeix liegt vollkommen auf metamorphen Grundgebirgsgesteinen des nordwestlichen Massif Central. In der Hauptsache sind dies Augengneise der Unteren Gneisdecke des Limousins. Östlich vom Ortskern sind auch gerade noch Plagioklas-führende Paragneise aufgeschlossen (Formation ζ1-2), welche derselben Deckeneinheit angehören.
Die Augengneise sind nicht homogen, sondern können grob in drei Serien unterteilt werden – gewöhnliche Augengneise an der Basis (Formation oζ3), gefolgt von sehr massiven Augengneisen (ehemalige Metagranite – Formationen OCλ3 und (OC)λ3m) und leptynitischen Augengneisen (ehemalige Rhyodazite und Rhyolithe) im Hangenden (Formation oζλ3). Als Kuriosität enthalten die Augengneise zwei inselartige Vorkommen von strukturell tieferliegenden Glimmerschiefern der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit (Formation ξ1) entlang der Westgrenze (südwestlich von Ourdreix und westlich von Les Bordes).
Der Südostteil der Gemeinde wird von der Nordost-Südwest-streichenden La Coquille-Störungszone durchquert, die teils kataklasischen bis mylonitischen Charakter annehmen kann. Sie bewirkt neben örtlichen Versätzen ein Umbiegen der generell NNW-SSO-streichenden Foliation der Gneise in die Nordostrichtung.
Das Grundgebirge wird stellenweise von relativ dünnem Kolluvium des Pleistozäns und vor allem von in situ aufliegenden Alteriten (Formation A) verhüllt. Im Dronnetal findet sich rezentes Alluvium (Formation Fz).
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Firbeix neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1988 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Firbeix ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[2]
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Fünftel des Gemeindegebiets von einer mittleren, meist aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Firbeix der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.[3]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Firbes belegt. Er erscheint völlig vereinzelt und auf den ersten Blick von unklarer Herkunft. Jedoch entspricht die Lage vom heutigen Gemeindezentrum einer ehemaligen Zwischenstation, genannt Fines auf der gallorömischen Straße zwischen Limoges und Bordeaux über Périgueux, der sogenannten Antoninischen Route. Fines entspricht dem okzitanischen fins, das vom lateinischen finis kommt, welches die Grenzen eines Territoriums bezeichnet. Firbeix könnte eine Dublette von Fines sein und für das lateinische finibus (deutsch Grenzen) stehen, das regelmäßig zu firbes führt. Firbeix liegt überdies an der Grenze der ehemaligen Diözesen von Périgueux und Limoges.[4]
Lange Zeit bildete Firbeix die Grenze zwischen den gallischen Stämmen der Petrocorier und der Lemoviken sowie zwischen den Vizegrafschaften Périgueux und Limoges.
1461 wurde Berdun Arlot, Herr des Adelsguts Frugie, in der Kirche von Firbeix beigesetzt. Der Grabstein verschwand Ende des 19. Jahrhunderts. Die Grundherrschaft von Firbeix und ihre Gerichtsbarkeit wurden 1535 von Heinrich von Albret, König von Navarra, an Philipp von Bourbon-Busset übertragen.[5]
1745 wurde die erste Karte von Firbeix im Maßstab 1:862 für den Atlas de Trudaine der Region Limoges angefertigt. Sie zeigte den Straßenabschnitt kurz hinter Châlus, der sich etwas über Firbeix hinaus erstreckte, den Wald von Piolet durchquerte und bis ins Périgord führte. Die Karte enthielt auch einen Höhenplan der 1745 begonnenen Brücke von Firbeix über die Dronne.[6]
Bevölkerungsentwicklung
Bürgermeister
Sehenswürdigkeiten
- Manoir de Coupiat, Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert
- Manoir de Goursolas, ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert
- Schloss Firbeix aus dem 18. Jahrhundert
- Kirche Saint-Étienne aus dem 19. Jahrhundert
Fotogalerie
- Südliche Ortseinfahrt an der RN 21
- Ortszentrum mit Kriegerdenkmal, Kirche Saint-Étienne und Mairie
- Inneres von Saint-Étienne
- Alte Herberge auf dem Jakobsweg
- Weiher von Firbeix (Étang de Firbeix)
- Weiher von Firbeix
- Siedlung am Weiher von Firbeix
- Gewöhnlicher Augengneis, wahrscheinlich hervorgegangen aus sauren Vulkaniten oder deren Erosionsprodukten
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 119 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Firbeix erwerbstätig, entsprechend 69,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (68,5 %) niedriger war als bei den Frauen (70,9 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (17). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,6 % (2016) auf 10,9 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 42,9 %.[8]
Branchen und Betriebe
24 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Firbeix wirtschaftlich aktiv:[8]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 24 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 16,7 % |
| Baugewerbe | 3 | 12,5 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 3 | 12,5 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 10 | 41,7 % |
| Andere Dienstleistungen | 4 | 16,7 % |
Landwirtschaft
Firbeix liegt in der Zone der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP) der Apfelsorte des Golden Delicious aus dem Limousin, genannt Pomme du Limousin.[9]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch.[10] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 37 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, auf 15 im Jahr 2010 und 10 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 73 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 1403 Hektar im Jahre 1988 auf 1363 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 37,9 Hektar auf 136,3 Hektar.[11][12][13]
Fernwanderweg
Durch Firbeix verläuft der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis, einem der er vier Jakobswege in Frankreich, ähnelt.[14]
Verkehrsanbindung
Der Ortskern von Firbeix liegt direkt an der Nationalstraße N 21 von Limoges nach Périgueux. Das Gemeindegebiet wird von mehreren Départements- und Kommunalstraßen durchquert. Von Bussière-Galant kommend kreuzt eine Kommunalstraße den Ortskern in Ost-West-Richtung. Sie führt dann weiter zur D 77 (Verbindung von Mialet mit Pensol bzw. La Chapelle-Montbrandeix). Den Südteil des Gemeindegebiets quert die D 82 von Saint-Pierre-de-Frugie nach Mialet, sie verlässt südlich des Ortskerns die RN 21 nach Südwesten in Richtung Mialet. Die D 66 kreuzt den Westen der Gemeinde in Nord-Süd-Richtung von Dournazac nach Mialet. Die Nachbargemeinden La Coquille und Sainte-Pierre-de-Frugie können über Kommunalstraßen erreicht werden.
Persönlichkeiten
Pierre Basile, 12. Jahrhundert. Laut den Chronisten Roger von Wendover und Bernard Itier war Pierre Basile, der Besitz in Pouyades hatte, der Armbrustschütze, der Richard Löwenherz während der Belagerung der Burg Châlus-Chabrol am 26. März 1199 tödlich verwundete.
Literatur
- Briand, B. et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
- Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).


