First Abu Dhabi Bank

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Die First Abu Dhabi Bank PJSC (arabisch بنك أبو ظبي الأول, DMG Bank Abū Ẓaby al-Awwal) ist eine börsennotierte Universalbank mit Sitz in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Das Institut entstand im April 2017 aus dem Zusammenschluss von National Bank of Abu Dhabi und First Gulf Bank und ist an der Abu Dhabi Securities Exchange gelistet. Mit einem Marktanteil von 27 Prozent in ihrem Heimatmarkt (2024), ist die First Abu Dhabi Bank die führende Bank in den Emiraten.[2] Mit einer Bilanzsumme in Höhe von 330 Milliarden US-Dollar (2024/25) gehörte sie zu den 100 größten Banken weltweit.[3]

StaatVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
RechtsformAktiengesellschaft
Schnelle Fakten Staat, Sitz ...
  First Abu Dhabi Bank PJSC
Staat Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
Sitz Abu Dhabi
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AEN000101016
BIC NBADAEAAXXX[1]
Gründung 2017
Website First Abu Dhabi Bank
GeschäftsdatenVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltetVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Jahr fehlt
Bilanzsumme 330 Mrd. US-Dollar (2024)
Mitarbeiter 7.500 (2024)
Leitung
Vorstand Hana Al Rostamani (CEO)
Aufsichtsrat Tahnoun bin Zayed Al Nahyan (Chairman)
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Geschichte

Die Vorgängerin National Bank of Abu Dhabi (NBAD) wurde am 13. Februar 1968 in Abu Dhabi als Public Joint Stock Company (PJSC) gegründet; ihre Aktien waren an der Abu Dhabi Securities Exchange notiert. Die NBAD fungierte als Hausbank für staatliche Stellen und öffentliche Unternehmen im Emirat; ein maßgeblicher wirtschaftlicher Eigentümer war die staatliche Investmentgesellschaft Abu Dhabi Investment Council (ADIC).[4] Die ebenfalls halbstaatliche First Gulf Bank (FGB) wurde nach Angaben von Fitch Ratings im Jahr 1979 gegründet und zählte zu den größten Banken des Landes mit einem Marktanteil von ca. 10 Prozent (2011).[5]

Im Juni 2016 wurden erste Gespräche über eine Fusion zwischen NBAD und FGB bekannt; in diesem Zusammenhang wurde auf die durch niedrigere Ölpreise geprägte Marktsituation und die Anpassungsnotwendigkeit im Bankensektor verwiesen.[6] Am 3. Juli 2016 erhielten die Fusionspläne die Zustimmung der Verwaltungsräte beider Institute. Durch die Fusion entstand ein regionaler Bankenriese mit einer Bilanzsumme in Höhe von rund 175 Mrd. US‑Dollar.[7] Die Fusion erfolgte über einen Aktientausch und die FGB‑Aktien zum 30. März 2017 von der Börse genommen; die neuen Aktien des fusionierten Instituts mit dem Namen First Abu Dhabi Bank begannen am 2. April 2017 zu handeln.[8]

Im Januar 2021 wurde in einer Mitteilung die Unterzeichnung eines bindenden Vertrags über den Erwerb von 100 % der ägyptischen Bank Audi SAE (Egypt), einer Tochter der Bank Audi, bekanntgegeben.[9] Die Übernahme wurde im Mai 2022 abgeschlossen.[10]

Tätigkeit

Die Bank beschreibt ihre Geschäftstätigkeit als Universalbank mit Schwerpunkten in Corporate & Investment Banking sowie Personal Banking und ergänzenden Angeboten in Islamic Banking und Private Banking. Für den Heimatmarkt weist der Jahresbericht 2024 eine Infrastruktur aus 63 konventionellen Filialen, 8 islamischen Filialen und 15 „digital branches“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus; außerdem werden 397 Geldautomaten/Einzahlungsautomaten (ATMs/CDMs) im Inland genannt. Der Bericht nennt zudem eine globale Präsenz auf fünf Kontinenten in 20 Märkten (u. a. USA, Brasilien, Schweiz, Frankreich, Vereinigtes Königreich; sowie mehrere Märkte im Nahen Osten und Afrika und im asiatisch‑pazifischen Raum), wobei Ausländsumsätze knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen.[2] Die US‑Aktivitäten werden u. a. über First Abu Dhabi Bank USA N.V. abgewickelt. Nach bankeigener Darstellung ist diese Einheit in Curaçao inkorporiert, unterliegt einer Offshore‑Banklizenz und betreibt seit 1981 eine Filiale in Washington, D.C.[11]

Kontroversen

Im Jahr 2019 reichte Katar eine Klage gegen drei Banken ein, die an den Plänen zur Abwertung des katarischen Riyal im Jahr 2017 während der Katar-Krise beteiligt gewesen sein sollen. Die Klage gegen zwei Banken, die First Abu Dhabi Bank und die saudische Samba Bank, wurde in New York eingereicht, während die Klage gegen die Privatbank Banque Havilland in London eingereicht wurde. Im Jahr 2023 verhängte die Londoner Finanzaufsichtsbehörde eine Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Pfund gegen die Banque Havilland.[12][13] Im August 2019 verhängte die Qatar Financial Centre Regulatory Authority (QFCRA) eine Sanktion in Höhe von 200 Mio. Riyal gegen die Bank wegen mutmaßlicher Behinderung einer Untersuchung zu mutmaßlicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Katar‑Riyal, katarischen Staatsanleihen und verwandten Instrumenten.[14]

Eigentümer

Für den Stichtag 31. Dezember 2025 weist die Bank die folgenden Eigentümer aus:[15]

Weitere Informationen Anteilseigner, Anteil ...
Anteilseigner Anteil
Mubadala Investment Company 37,9 %
Herrscherhaus von Abu Dhabi 17,8 %
sonstige Investoren aus den Emiraten 20,1 %
ausländische Investoren 24,1 %
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Aufgrund der strategischen Bedeutung der Bank gibt es eine Beschränkung für ausländische Investoren (Foreign‑Ownership‑Limit) von 40 Prozent der Gesamtanteile.[15]

Einzelnachweise

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