Pfette
waagerechter Träger in der Dachkonstruktion
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Als Pfette oder Dachpfette bezeichnet man in einer Dachkonstruktion den Träger, der in Längsrichtung parallel zur Traufe und First eines Gebäudes auf Giebelwänden, Querzwischenwänden, Pfosten und Drempel aufliegt. Die Pfette hat einen rechteckigen Querschnitt und wird grundsätzlich hochkant eingebaut. Sie liegt als Fußpfette auf dem Drempel, als Mittelpfette auf Giebelwänden, Querzwischenwänden und Pfosten und als Firstpfette auf Pfosten mit Kopfbändern. Die Pfette trägt den Sparren, der mit einer Kerve oder einem Sattel aufsitzt und die Dachhaut trägt.[2]


Im Fachwerkbau wird auch das Rähm als Pfette bezeichnet.
Wortherkunft
Der Begriff Pfette ist seit dem 14. Jahrhundert überliefert[3] und aus dem mittellateinischen patena (= Firstbaum) entlehnt.[4]
Arten

Firstpfette
Die Firstpfette befindet sich unter dem Dachfirst und trägt ihre Lasten über Stützen, Wände oder Dachbinder eines liegenden oder stehenden Dachstuhls ab.
Mittelpfette
Mittelpfetten, auch Zwischenpfetten,[5][6] werden bei Pfettendächern als Vollholz-Konstruktion traditionell eingesetzt, wenn ihre größte Spannweite (z. B. Zweifeldträger) nicht mehr als 4,5 Meter beträgt.
Fußpfette
Die Fußpfette (oder Wandpfette[6]) liegt in der Regel im Fußbereich[7] eines Dachs auf einer Geschossdecke oder einem Drempel. Wenn sie vollflächig auf der Außenwand aufliegt, wird sie auch als Fußschwelle oder Mauerlatte bezeichnet und kann schwächer dimensioniert werden als die anderen Pfetten.
Kopfbandpfette (Bugpfette)
Ein Pfettenstrang, der aus Pfetten, Pfosten und Kopfbändern (Bügen) besteht.[8][9]
Statisches System im Holzbau
In Vollholz-Konstruktionen kommen wegen der üblichen Schnittholzlängen (6 m bis 7 m, maximal 9 m) häufig Zweifeldträger zur Ausführung.[10] Bei größerer Dachlänge werden Zweifeldträger aneinandergekoppelt oder Gelenkträger (Gerberträger) ausgeführt.[10]
Mit üblichen Schnittholz-Abmessungen werden traditionell Stützweiten von 4,5 m bis 5,5 m vorgesehen. Bei längerer Stützweite (oder hoher Schneelast) können auch Brettschichtholz-, Wellsteg- oder Fachwerkträger sowie Stahlprofile oder durch Stahlprofile verstärkte Holzquerschnitte als Einfeld- oder Durchlaufträger wirtschaftlich eingesetzt werden.[10]
Gestaltete Pfettenköpfe

Besonders im 19. Jahrhundert (u. a. im Schweizerstil) wurden die Balkenköpfe der außen am Giebel sichtbar auskragenden Pfetten mit verzierenden Profilen versehen.
Literatur
- Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Mai 2024), S. 363: Pfette.
- Thomas Eißing, Benno Furrer, Christian Kayser, Stefan King, Ulrich Klein, Ulrich Knapp, Burghard Lohrum, Tilmann Marstaller, Claudia Mohn, Heinz Pantli, Hans-Hermann Reck, Daniel Reicke: Vorindustrieller Holzbau Terminologie und Systematik für Südwestdeutschland und die deutschsprachige Schweiz (= Südwestdeutsche Beiträge zur historischen Bauforschung, Sonderband). 2., überarbeitete Auflage. Universität Heidelberg / Universitätsbibliothek, Heidelberg 2023, ISBN 978-3-96929-223-5 (Digitalisat auf journals.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 10. Mai 2024), S. 79, 109.
Weblinks
- Pfettendach, auf baubeaver.de