Fischbachau

Gemeinde und Dorf im Landkreis Miesbach in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Fischbachau ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Fischbachau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fischbachau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 43′ N, 11° 57′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Höhe: 771 m ü. NHN
Fläche: 75,82 km²
Einwohner: 5562 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83730
Vorwahlen: 08028, 08025
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 114
Gemeindegliederung: 123 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 10
83730 Fischbachau
Website: www.fischbachau.de
Erster Bürgermeister: Stefan Deingruber[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Fischbachau im Landkreis Miesbach
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Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im weitläufigen Tal der Leitzach auf einem Schwemmkegel am Ostrand des Leitzachtals und am Fuß des Breitensteins. Der Ort befindet sich 15 km südöstlich von Miesbach, 25 km südwestlich von Rosenheim, 32 km nordwestlich von Kufstein, 17 km von der Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Irschenberg oder Bad Aibling) und 60 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Der Haltepunkt Fischbachau an der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell liegt im Gemeindeteil Hammer 2,5 km vom Ortskern entfernt. Es bestehen hauptsächlich Linienbusverbindungen von Hammer über Fischbachau und Wörnsmühl nach Miesbach und zurück. 900 Meter südlich des Ortskerns liegt der Wolfsee.

Gemeindegliederung

Es gibt 123 Gemeindeteile:[3][4]

  • Die Pfarrdörfer:
    Elbach und Fischbachau, das Kirchdorf Birkenstein
  • Die Dörfer:
    Ahrain, Aurach, Brunnfeld, Deisenried, Durham (mit Durhamer Berg), Dürnbach, Eben, Faistenau, Grandau, Greisbach, Hagnberg, Hammer, Hundham, Lehen, Marbach, Mühlau, Ried, Sandbichl, Schwarzenberg, Sonnenholz, Stauden und Wörnsmühl
  • Die Weiler:
    Achau, Aich, Bichl, Buchberg, Drachenthal, Effenstätt, Endstall, Gasteig, Grabenau, Kreit, Krugalm, Mühlkreit, Oppenried, Point, Sacher, Salmer, Schneider, Schreiern, Stocker, Stög, Streitwiese, Unterschönberg, Weißenbach und Winkl
  • Die Einöden:
    Achatswies, Aigenthal, Angermann, Auerbauer, Auerberg, Bach, Baderer, Brandstatt, Buch, Dürreneck, Engelsberg, Engelsried, Feilenberg, Frauenried, Fülling, Funk, Galling, Gern, Gerstenbrand, Glückstatt, Gmais, Gottenau, Graben, Granzer, Großhalmannseck, Großkirchberg, Grub, Grünberg, Hammerer, Hocheck, Höh, Holz, Hub, Kaltenbrunn, Kleinhalmannseck, Kleinkirchberg, Kogl, Koller, Kuhberg, Lammerhof, Lehenmühle, Maier, Mittelgschwend, Neuhäusler, Oberachau, Obergschwend, Öd, Oeder, Osten, Pötzing, Rank, Rettenbach, Roßruck, Schneeberg, Schnellsried, Schnitzenbaum, Schönberger, Sonnenleiten, Sonnenreuth, Stadl, Steingraben, Stipfing, Thalhäusler, Tiefenthal, Trach, Untergasteig, Untergrünberg, Untergschwend, Unteröd, Uslau, Vorderauerberg, Westengern, Westner und Wetzelsberg.

Es gibt die Gemarkungen Fischbachau, Hundham, Niklasreuth und Wörnsmühl.[5]

Natur

Die folgenden Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

Das Taferlmoos ist ein Hochmoor an der Gemeindegrenze nach Schliersee.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Erstmals wurde Fischbachau im Freisinger Traditionsbuch Liber commutationum et traditionum um 1078/1080 als Viscpachisowa erwähnt.

Ein von Gräfin Haziga von Diessen erst einige Jahre vorher in Bayrischzell gegründetes Benediktinerkloster wurde 1085 nach Fischbachau verlegt, übersiedelte aber bereits 1104 schon wieder auf den Petersberg bei Dachau. 1096 bis 1100 entstand dabei als Klosterkirche die heutige Pfarrkirche St. Martin. Sie war bis zur Säkularisation 1803 Propstei der Abtei Scheyern und ist die älteste romanische Basilika Oberbayerns.

Die politische Gemeinde Fischbachau entstand im Jahre 1811.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1976 die Gemeinden Hundham und Wörnsmühl eingegliedert. Die südlichen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Niklasreuth kamen am 1. Mai 1978 hinzu. Die Ortsteile Bärenschütz, Bemberg, Holzer, Lehen, Steinberg und Sulzgraben der früheren Gemeinde Wörnsmühl wurden zum 1. Mai 1978 an die Stadt Miesbach abgetreten.[6][7]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4818 auf 5675 um 857 Einwohner bzw. um 17,8 %.

Politik

Kommunalwahl 2020
Wahlbeteiligung: 69,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,59 %
26,27 %
18,42 %
10,32 %
3,6 %
0,79 %
Freie aktive Bürger
Die Neue Liste
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
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+6,39 %p
−6,03 %p
−7,88 %p
+10,32 %p
−3,8 %p
+0,79 %p
Freie aktive Bürger
Die Neue Liste
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Unabhängige Freie Wählergemeinschaft Fischbachau

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen in Bayern 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Weitere Informationen Partei/Liste ...
Partei/Liste 2014[8] 2020[9]
UWG 7 8
CSU 6 5
Freie Aktive Bürger 5 4
Grüne 2
Die Neue Liste 2 1
SPD 0
Gesamt 20 20
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Bürgermeister

Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist seit dem 22. März 2022 Stefan Deingruber (Christlich-Soziale Union in Bayern e. V.). Bei der Wahl am 13. März 2022 wurde er bei einer Wahlbeteiligung von 32,8 % mit 90,6 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen

Wappen von Fischbachau
Wappen von Fischbachau
Blasonierung: „Durch einen silbernen Wellenbalken geteilt; oben gespalten, vorne fünfmal gespalten von Rot und Gold, hinten in Blau ein goldener Zickzackbalken; unten in Blau eine edelsteinbesetzte goldene Marienkrone.“[10]
Wappenbegründung: Der silberne Wellenbalken versinnbildlicht die Lage der Gemeinde im Leitzachtal. Die fünffache Spaltung von Rot und Gold und der goldene Zickzackbalken in Blau sind aus dem Klosterwappen von Scheyern übernommen, das mit diesen Heroldsbildern auf die Stifterin Haziga von Aragon, die Gemahlin des Pfalzgrafen Otto von Scheyern-Wittelsbach, (mehrfache Spaltung) und das Haus Scheyern-Wittelsbach (Zickzackbalken) hinweist. Im Gemeindewappen wird daran erinnert, dass die Gräfin Haziga 1085 in Fischbachau ein Kloster gründete, das später nach Scheyern verlegt wurde. Diese Verbindung bestand bis zur Säkularisation 1803, denn solange war Fischbachau Propstei und Klosterhofmark der Benediktinerabtei Scheyern. Die Marienkrone symbolisiert die viel besuchte Marienwallfahrt von Birkenstein, deren Aufblühen seit Beginn des 18. Jahrhunderts von den Fischbachauer Benediktinern der Abtei Scheyern gefördert wurde.

Dieses Wappen wird seit 1987 geführt.

Religion

Fischbachau liegt im römisch-katholischen Erzbistum München und Freising und gehört zum Dekanat Miesbach-Buchen. Insgesamt leben ca. 4.300 Katholiken in der Gemeinde Fischbachau. Sie teilen sich auf in drei verschiedene Pfarrsprengel:[11]

  • Pfarrei St. Martin Fischbachau mit Fischbachau selbst und den südlich von Marbach liegenden Ortsteilen bis einschl. Hammer/Aurach
  • Pfarrei St. Andreas Elbach mit den Ortsteilen Elbach, Auerberg und Hundham
  • Pfarrverband Irschenberg für Wörnsmühl

Ein berühmter Wallfahrtsort ist Birkenstein mit seiner Kapelle mit Freilichtaltar.

Die evangelische Christuskirche in Fischbachau wird von Schliersee aus betreut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

  • Fischbachau
    • St. Martins-Münster (Ende 11. Jahrhundert, um 1700 umgestaltet)
    • Friedhofskirche Mariä Schutz (1087 erbaut)
    • ehemalige Propstei
  • Birkenstein
Blick vom Breitenstein auf Elbach

Bodendenkmäler

Bekannte Musik- und Gesangsgruppen

  • Fischbachauer Sängerinnen
  • Fischbachauer Tanzlmusi
  • Roaner Sängerinnen
  • Duo Sontheim-Burda
  • Lindmair Dreigsang
  • Fischbachauer Holzbläser
  • Wendlsteiner Musikanten
  • Musikkapelle Fischbachau
  • Birkensteiner Musikanten
  • Röpfl Dreig'sang

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Ehemaliges Richterheim (Jetzt: Tagungshotel Aurachhof)[12]

Verkehr

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Haltepunkt Fischbachau an der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell liegt im Gemeindeteil Hammer 2,5 km vom Ortskern entfernt. Die Strecke wird von der Bayerischen Regiobahn mit der Linie RB 55 von München nach Bayrischzell befahren.

Es bestehen hauptsächlich Linienbusverbindungen von Hammer über Fischbachau und Wörnsmühl nach Miesbach und zurück.

Seit Mai 2024 hält der DAV BergBus (Linie 396) Richtung Hinterthiersee und Bahnhof München Ost in Fischbachau. Die Buslinie wird nur während der Sommersaison am Wochenende bedient und liegt komplett im Tarifgebiet des MVV.[13]

Straßenverkehr

Fischbachau liegt südlich der Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Irschenberg Nr.: 99 bzw. Bad Aibling Nr.: 100).

Die Bundesstraße 307 verläuft südlich der Gemeinde.

Die Staatsstraße 2077 verläuft durch den Ort.[14]

Radverkehr

Fischbachau liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Persönlichkeiten

In Fischbachau geboren

  • Josef Grimm (1900–1945), römisch-katholischer Geistlicher, NS-Opfer
  • Heide Ackermann (* 1943), Volks-, Fernseh- und Theaterschauspielerin
  • Jakob Kreidl (* 1952), CSU-Politiker und ehem. Landrat des Landkreises Miesbach (2008–2014)
  • Thekla Mayhoff (* 1957), bayrische Volksschauspielerin und Wirtin des Cafés Winklstüberl in Fischbachau

Mit Fischbachau verbunden

Einzelnachweise

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