Fischer-Base

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Fischer-Base (Trivialname, systematisch 1,3,3-Trimethyl-2-methylenindolin) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Indoline. Die Darstellung durch Methylierung von 2-Methylindol wurde 1887 durch Emil Fischer beschrieben, der jedoch annahm, dass es sich dabei um ein Trimethyldihydrochinolin handelt.[3][4] Die korrekte Struktur wurde 1898 unabhängig voneinander von Giuseppe Plancher und Karl Brunner publiziert.[5][6]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel der Fischer-Base
Allgemeines
Name Fischer-Base
Andere Namen
  • 1,3,3-Trimethyl-2-methylenindolin (IUPAC)
  • 2,3-Dihydro-1,3,3-trimethyl-2-methylen-1H-indol
Summenformel C12H15N
Kurzbeschreibung

rote Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 118-12-7
EG-Nummer 204-235-1
ECHA-InfoCard 100.003.851
PubChem 8351
ChemSpider 8048
Wikidata Q72514138
Eigenschaften
Molare Masse 173,25 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,979 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−10 bis −8 °C[2]

Siedepunkt

239 °C[2]

Löslichkeit

wenig in Wasser (0,5 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302315410
P: 273301+312302+352[2]
Toxikologische Daten

56 mg·kg−1 (LD50, Maus, i.v.)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Die Fischer-Base wird als Startmaterial für die Herstellung von Farbstoffen eingesetzt.[7]

Synthese

Die Synthese der Fischer-Base erfolgt in einer Fischer-Indol-Synthese durch die Kondensation von 3-Methylbutanon 1 und Phenylhydrazin 2 in alkoholischem Zinkchlorid. Das Phenylhydrazon 3 wird unter Abspaltung von Ammoniak zum 2,3,3-Trimethylindolenin 4 cyclisiert. Die Methylierung mit Dimethylsulfat 5 führt zu dem 1,2,3,3-Tetramethyl-3H-indolium-Salz 6, das unter basischen Bedingungen in die Fischer-Base 7 übergeht.[7] Die Methylierung des indolischen Stickstoffatoms wurde in der Originalliteratur mittels Methyliodid durchgeführt.

Synthese der Fischer-Base aus 3-Methylbutanon und Phenylhydrazin (Fischersche Indolsynthese)
Synthese der Fischer-Base aus 3-Methylbutanon und Phenylhydrazin (Fischersche Indolsynthese)

Anwendung

Die Fischer-Base ist ein Ausgangsstoff bei der Herstellung verschiedener Methinfarbstoffe, beispielsweise Basic Yellow 28.[8]

Struktur von Basic Yellow 28
Struktur von Basic Yellow 28

Die doppelte Methylsubstitution in der 3-Position des Indolkörpers der Fischer-Base sorgt in den Polymethin-Farbstoffen für Stabilität, da hierdurch die üblicherweise herrschende Nucleophilie dieser Position blockiert ist. Dies ist auch notwendig, um die Regioselektivität bei der Herstellung der Polymethin-Farbstoffe zu gewährleisten, da die Methinketten hier in Form eines elektrophilen synthetischen Äquivalenz wie etwa vinylogen Ameisensäureestern eingebracht werden.[7]

Einzelnachweise

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