Fischstein

Ehemaliger Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz From Wikipedia, the free encyclopedia

Fischstein (oberfränkisch: Fischschtah[1]) ist eine Wüstung. Es ist aber trotzdem ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[2] Hammerschrott liegt in der Gemarkung Höfen.[3]

Schnelle Fakten Markt Neuhaus an der Pegnitz ...
Fischstein
Koordinaten: 49° 41′ N, 11° 34′ O
Höhe: ca. 390 m ü. NHN
Blick auf die Antoniuskapelle
Blick auf die Antoniuskapelle
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Lage

Das ehemalige Dorf lag im Pegnitztal. Im Norden befinden sich das Naturdenkmal Eulenloch, der Obere und der Untere Kammerweiher sowie der Kammerberg (436 m). Heute ist das Areal Teil des Naturschutzgebietes Pegnitzau zwischen Ranna und Michelfeld. Ein Wirtschaftsweg verlief über Oberbrand 1,5 km südlich zu einer Gemeindeverbindungsstraße, die 0,5 km südöstlich nach Mosenberg führte.[4]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1326 als „malle[us] Pognerinn[]“ (lat. Hammer Pognerin) erstmals schriftlich erwähnt.[5] Die Familie der Pogner betrieb den Hammer. Die Witwe des Konrad Pogner, Kunigunde, „Dicto Pognerin de Auerbach, eine Bona Matrona“ (genannt die Pognerin aus Auerbach, eine gute Frau) schenkte 1333 Zehentrechte dem Kloster Michelfeld. 1398 verzichteten die Brüder Alhart aus Amberg auf „der Pognerin hamerstatt an der Pegnitz gelegen“, den Hammer Fischstein also, zugunsten des Klosters Michelfeld. 1406 kam der Hammer an die Auerbacher Familie Stromeir (Stromer). 1618 kaufte die Stadt Auerbach den Hammer und ein Haus, sowie das Fischerei- und Holzrecht um 7200 Florint. Er war noch nach dem Dreißigjährigen Krieg ein gangbarer Schienhammer, dabei ein schönes Schlösschen, der Stadt Auerbach gehörig und nach Michelfeld (dem Kloster) zins- und steuerbar. Aus einem Bericht des Johann German Barbing an den Kurfürst Ferdinand Maria vom 16. Januar 1666 heißt es: „Fischstain: Ein gangbarer Schinhammer, dabei ein schönes Schloß so der Stadt Aurbach gehörig und nach Michelfeld zins- und steuerbar; das Pezensteiner ‚Arzt‘ ist ihm am gelegensten auch das Sulzbach’sche nicht zu weit.“[6]

Das Dorf Fischstein links der Pegnitz lag im Fraischbezirk des bambergischen Amtes Neuhaus, der Hammer rechts der Pegnitz lag im Fraischbezirk des brandenburg-bayreuthischen Oberamtes Pegnitz, was von Pfalz-Bayern strittig gemacht wurde. Niedergericht, Grundherrschaft und Dorf- und Gemeindeherrschaft standen dem Amt Neuhaus zu.[7][8] Von 1791/92 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[9] Mit dem Gemeindeedikt wurde Fischstein dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Höfen[10] und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Höfen zugewiesen.

Am 5. Oktober 1859 verkaufte die Stadt den Besitz an den Staat, damit endete der Hammerbetrieb. Damals waren zwei der 24 Häuser Ruinen. Zwei weitere Häuser und die Kohlhütte ließ der Staat abbrechen. Dem Bahnbau 1876–1877 fielen drei weitere Häuser zum Opfer.

Im Jahr 1960 wurde die Gegend, in der die Orte Fischstein, Oberbrand, Unterbrand und Rauhenstein lagen, in ein Trinkwasserschutzgebiet umgewandelt, da hier neue Quellen zur Trinkwasserversorgung für die Stadt Nürnberg erschlossen wurden. In der Folge mussten die Orte aufgelöst werden. Zwischen 1960 und 1991 wurden alle Anwesen abgebrochen und die Bewohner umgesiedelt. Zum Andenken wurde ein Findling mit der Inschrift „Fischstein – aufgelöst 1960 bis 1991 – Dorf und Eisenhammer – erstmals genannt anno 1326“ neben der Antoniuskapelle aufgestellt. Am Feiertag Christi Himmelfahrt 2001 erhielt im Rahmen einer traditionellen Maiandacht der Gedenkstein den kirchlichen Segen.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Fischstein am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.[11]

Bodendenkmäler

  • Hammerwerk und Siedlung des Mittelalters und der Neuzeit[12]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818186118711885190019251950196119701987
Einwohner 921321071061049411656293
Häuser[13] 16191715132
Quelle [10][14][15][16][17][18][19][20][21][22]
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Religion

Fischstein war römisch-katholisch geprägt und nach St. Leonhard (Michelfeld) gepfarrt. Die Protestanten waren nach St. Maria (Velden) gepfarrt.[5][20] In Fischstein war die kleine Antoniuskapelle ein Mittelpunkt der Ortschaft. Sie wurde in den 2010ern renoviert und wird von ehemaligen Bewohnern des Ortes gepflegt. Wann genau die Kapelle entstanden ist, lässt sich nicht exakt sagen. Jedenfalls soll die Kapelle schon einige Jahrhunderte an dieser Stelle stehen.

Persönlichkeiten

  • Lisl Kreuz (1923–2016), Malerin und Philanthropin, wurde in Fischstein geboren

Bildergalerie

Literatur

Fußnoten

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