Flaugeac
französische Gemeinde
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Flaugeac (Aussprache [floˈʒak], okzitanisch Flaujac) ist Dorf mit 325 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) in der französischen Gemeinde Sigoulès-et-Flaugeac im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die bis 2018 selbstständige Gemeinde gehörte zum Arrondissement Bergerac. Die Bewohner werden Flaugeacois und Flaugeacoises genannt.
| Flaugeac | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département | Dordogne | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Gemeinde | Sigoulès-et-Flaugeac | |
| Koordinaten | 44° 45′ N, 0° 27′ O | |
| Postleitzahl | 24240 | |
| Ehemaliger INSEE-Code | 24181 | |
| Eingemeindung | 1. Januar 2019 | |
Pfarrkirche Saint-Remy | ||
Der Erlass der Präfektin vom 6. November 2018 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Eingliederung von Flaugeac zunächst als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Sigoulès zur Commune nouvelle Sigoulès-et-Flaugeac fest.[1]
Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung bereits am 7. Januar 2019 den Status der beiden Ortsteile von Sigoulès-et-Flaugeac als Communes déléguées zu widerrufen.[2]
Geografie
Flaugeac liegt etwa 12 Kilometer südsüdwestlich von Bergerac am südwestlichen Rand des Départements. Der Ort befindet sich in der Landschaft des Bergeracois, im touristisch benannten Landesteil Périgord pourpre. Flaugeac bildet den östlichen Teil der Gemeinde Sigoulès-et-Flaugeac. Das Ortsgebiet befindet sich in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne. Es wird entwässert von der Gardonnette, die es im Norden begrenzt, sowie u. a. von den Flüsschen Ayguessou und Escourou.
Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine im Tal der Gardonnette im Norden und im Süden bewaldete Hügellandschaft mit Erhebungen nicht über 200 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 189 m Höhe im Südwesten am Lieu-dit Peytirat, der tiefste Punkt mit 57 m im Nordwesten beim Austritt der Gardonnette aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum vor der Ortskirche liegt auf etwa 137 m Höhe.
Umgeben wird Flaugeac von fünf Nachbargemeinden und eines weiteren Ortsteils von Sigoulès-et-Flaugeac:
| Pomport | Rouffignac-de-Sigoulès | |
| Sigoulès (Sigoulès-et-Flaugeac) | Singleyrac | |
| Mescoules | Saint-Julien-Innocence-Eulalie |
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist erst seit dem 16. Jahrhundert belegt in der latinisierten Form in Gaiacensis seu de Flaviaco („Gageac ou Flaviac“) (1555). Er stammt von einem gallorömischen Personennamen, Flavius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Flaviacum, Anwesen des Flavius). Flavius ist bekannt als Namen einer Familie im alten Rom.[3]
Flaugeac hat sich im Mittelalter entwickelt. Im 16. Jahrhundert wurde das Erzpriestertum von Gageac nach Flaugeac verlegt. Bis zum Ende des Ancien Régime war die Pfarrgemeinde somit das wichtigste religiöse Zentrum der Region mit einem Primat über 59 Pfarrgemeinden.[4]
Einwohnerentwicklung
| Flaugeac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2017 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 288 | |||
| 1800 | 282 | |||
| 1806 | 317 | |||
| 1821 | 367 | |||
| 1831 | 415 | |||
| 1836 | 379 | |||
| 1841 | 341 | |||
| 1846 | 381 | |||
| 1851 | 363 | |||
| 1856 | 298 | |||
| 1861 | 279 | |||
| 1866 | 300 | |||
| 1872 | 325 | |||
| 1876 | 300 | |||
| 1881 | 337 | |||
| 1886 | 268 | |||
| 1891 | 261 | |||
| 1896 | 235 | |||
| 1901 | 237 | |||
| 1906 | 237 | |||
| 1911 | 242 | |||
| 1921 | 211 | |||
| 1926 | 230 | |||
| 1931 | 207 | |||
| 1936 | 214 | |||
| 1946 | 252 | |||
| 1954 | 279 | |||
| 1962 | 201 | |||
| 1968 | 238 | |||
| 1975 | 184 | |||
| 1982 | 180 | |||
| 1990 | 196 | |||
| 1999 | 250 | |||
| 2006 | 290 | |||
| 2013 | 320 | |||
| 2017 | 325 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7][8] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Saint-Remy
Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Ihr markantes Element ist ihre wuchtige Westfassade mit einem spitzbogenförmigen Eingangsportal mit vier Archivolten. Weiter oben bergen zwei rundbogenförmige Wandöffnungen unterschiedlicher Größe die Glocken. Die Apsis ist flach abgeschlossen. Das Langhaus ist im Inneren mit eleganten gedrehten Pfeilern versehen. Das Gewölbe wurde im 16. Jahrhundert während der Hugenottenkriege zerstört und ist heute durch eine Deckentäfelung ersetzt.[9][10] Das in Lehmbauweise gefertigte Malteserkreuz im Kirchenboden und die auf dem Friedhof gefundenen griechischen Kreuze lassen einige lokale Gelehrte vermuten, dass sich in diesem Dorf einst eine Kommende des Templerordens befand. Die Kirche Saint-Rémy liegt am Weg Heinrichs IV., der der Legende nach seinem Besuch bei seinem Freund Pardaillan auf Schloss Bridoire im Jahr 1576 benannt wurde.[11]
- Westfassade
Herrenhaus Maurillac
Es liegt auf einem Hügel über dem Tal der Gardonnette und war Wohnsitz mehrerer Grundherrenfamilien. Das heutige moderne Wohnhaus ersetzt einen ehemaligen Adelssitz, der 1363 erstmals in den Schriften unter dem Toponym Maurelhac erwähnt wurde anlässlich einer Ehrerbietung an den englischen Thronfolger in Bergerac. Das Anwesen befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[12]
Sport und Freizeit
Der Rundweg Boucle du Bois de Monsieur – Flaugeac besitzt eine Länge von 8,3 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 60 Meter. Er führt vom Ortszentrum durch das Gebiet von Flaugeac durch die Weinberge.[13]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

