Flavobacterium

Gattung der Familie Flavobacteriaceae From Wikipedia, the free encyclopedia

Flavobacterium ist eine Gattung von Bakterien.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Flavobacterium

Durch Hunger verursachte Verringerung der Zellgröße & Morphologie des Grundwasserisolats Flavobacterium-like sp. hainich_200 [Flavobacterium sp. strain isolate200]: Vollmediumkultur (oben), Hunger-Kultur (unten). TEM-Aufnahmen, Maßstab: 500 nm, Hainich Critical Zone Exploratory (CZE) AquaDiva, verkarsteter Hauptgrundwasserleiter HTL.

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Bacteroidota
Klasse: Flavobacteriia
Ordnung: Flavobacteriales
Familie: Flavobacteriaceae
Gattung: Flavobacterium
Wissenschaftlicher Name
Flavobacterium
Bergey et al. (1923)
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Kiemeninfektion beim Königslachs (Onco­rhynchus tshawytscha) durch Flavo­bacterium columnare
Gelbe Flecken auf den Kiemen von Deltistes luxatus verursacht durch eine Infektion mit F. columnare.

Merkmale

Die Bakterien-Gattung Flavobacterium umfasst gramnegative, aerob-mikroaerophile Stäbchen von 4–8 μm Länge. Sie enthält einige fischpathogene Arten, die früher den Gattungen Cytophaga und Flexibacter zugerechnet wurden. Die Kolonien sind gelb bis rotorange pigmentiert, daher der Name (lateinisch flavus gelb). Flagellen sind nicht vorhanden. Allerdings können sich einige Arten "gleitend" fortbewegen (gliding motility). Ihr Indol-Test ist normalerweise positiv. Viele Arten der Gattung Flavobacterium weisen einen hohen bis überwiegenden Anteil an verzweigten Fettsäureketten in ihren Membranlipiden auf.[1] Flavobacterium kann Sphaeroplasten bilden. Hierbei verliert es einen Großteil der Mureinschicht der Zellwand, bleibt aber lebensfähig.[2]

Stoffwechsel

Alle Arten von Flavobacterium sind chemoorganoheterotroph. Die Mehrheit ist strikt aerob und der Stoffwechselweg ist die Atmung. Einige Arten, wie Flavobacterium hydatis, F. johnsoniae und F. succinicans, können auch anaerob, also unter Sauerstoff­ausschluss, wachsen.

Viele Arten können zusätzlich zur Atmung auch Nitrat zu Nitrit reduzieren, z. B. F. johnsoniae und F. columnare. F. denitrificans reduziert Nitrat komplett zu molekularem Stickstoff (N2). Es wurde aus einem Darm eines Regenwurms isoliert. Neben N2 wird hierbei auch Distickstoffmonoxid (Lachgas, N2O), ein Treibhausgas freigesetzt.[3]

Viele Arten sind proteolytisch und zersetzen Proteine. Sie können somit Verfärbungen und Fäulnis bei verschiedenen Lebensmitteln hervorrufen. Hierzu zählen z. B. Eier, Milch, Geflügel und Fische.[4]

Arten

Literatur

  • Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre von Rolle/Mayr, Enke Verlag Stuttgart (2007)
  • M J Pickett: Methods for identification of flavobacteria. In: J Clin Microbiol. Band 27, Nr. 10, Oktober 1989, S. 2309–2315; PMC 267015 (freier Volltext) (englisch).

Einzelnachweise

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