Bombardier Flexity Link

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Der Flexity Link ist ein Niederflur-Straßenbahn- bzw. Stadtbahn-Gelenktriebwagentyp von Bombardier Transportation. Als Tram-Train konzipiert können die Triebwagen sowohl auf städtischen Straßenbahnstrecken als auch auf Eisenbahnstrecken verkehren, sis entsprechen daher sowohl der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) als auch der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BoStrab) und sind als Zweisystemfahrzeuge ausgeführt. Der Flexity Link war das erste uneingeschränkt vollbahntaugliche Zweisystemfahrzeug gemäß EBO in Deutschland.[1] Dies ermöglicht, entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt, eine umsteigefreie Anbindung der Region an die Innenstädte.

Schnelle Fakten Flexity Link ...
Flexity Link
Nummerierung: 1001 – 1028
Anzahl: 28
Hersteller: Bombardier
Baujahr(e): 1997 – 2000
Ausmusterung: seit 2024
Achsfolge: Bo’Bo’Bo’Bo’
Bauart: Zweisystem-Stadtbahnwagen
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 37070 mm
Länge über Kupplung: 37870 mm
Breite: 2650 mm
Höhe: 3360 mm
Laufraddurchmesser: 660mm (neu)

580mm (abgenutzt)

Leermasse: 55600 kg
Dienstmasse: 81600 kg
Höchstgeschwindigkeit: 90km/h

(100km/h)

Installierte Leistung: 8 × 120kW
Beschleunigung: 1,1m/s²
Bremsverzögerung: Betriebsbremse 1,6m/s²

Gefahrenbremse 2,8m/s²

Motortyp: querliegende Drehstrom-Asynchronmotoren
Stromsystem: Zweisystem: 750V=

15kV~,16,7Hz

Fahrmotoren: 8
Antrieb: Drehstrom-Asynchronmotoren
Bremse: - Betriebsbremse elektrisch: generatorisch

- Betriebsbremse mechanisch: hydraulische Scheibenbremse
- Magnetschienenbremse: 8 × 60kN

Zugbeeinflussung: Indusi, ZUB
Steuerung: Wagenbus
Sitzplätze: 96
Stehplätze: 147
Fußbodenhöhe: Niederflurbereich: 400mm

im Triebgestellbereich: 600mm im Mittelwagen: 805mm

Niederfluranteil: 48%
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Der Typ Flexity Link wurde nur an die Regionalstadtbahn Saarbahn in und um Saarbrücken geliefert, wo die Wagen als Baureihe S1000 eingestellt sind. Für den Betrieb auf dem Eisenbahnnetz sind die Triebwagen mit UIC-Betriebsnummern 94 80 0450 1xx[2] versehen worden, wobei die letzten beiden Stellen mit den letzten beiden Stellen der Saarbahn-Nummer übereinstimmen.

Vom Hersteller Bombardier wurden die Flexity Link mit den Flexity Swift unter dem Begriff Flexity Light Rail bzw. Flexity Stadtbahnen zusammengefasst. Sowohl Flexity Link als auch Flexity Swift basieren auf den niederflurigen Stadtbahnwagen des Typs T für die Wiener U-Bahn-Linie U6 und können technisch als eine Fahrzeugfamilie verstanden werden. Spätere Tram-Train-Triebwagen aus dieser Fahrzeugfamilie, wie etwa die ET 2010 für die Stadtbahn Karlsruhe, wurden unter dem Typ Flexity Swift ausgeliefert.

28 Triebwagen wurden von der Saarbahn 1995 bestellt. Gefertigt wurden sie im Bombardierwerk in Wien-Floridsdorf. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt 100km/h, betrieblich sind jedoch nur 90km/h zugelassen, die maximale befahrbare Steigung beträgt 80 ‰. Pro Wagen sind 96 Sitz- und 147 Stehplätze verfügbar; ein Wagen ist 37m lang.

Die Triebwagen sind auf der Saarbahn (Linie S1) im Großraum Saarbrücken im Einsatz und kommen auf dieser Linie bis ins französische Saargemünd. Sie verkehren auch in Doppeltraktion.

Von 2001 bis 2005 wurden sechs Triebwagen (Wagen 1002, 1003, 1004, 1005, 1011 und 1013) für den RegioTram-Kassel-Vorlaufbetrieb nach Kassel ausgeliehen. Von Dezember 2009 bis Dezember 2013 kamen auch auf der Linie S9 der Stadtbahn Karlsruhe drei Flexity Link-Triebwagen (Wagen 1018, 1024, 1028) der Saarbahn zum Einsatz.[3]

Die Ausmusterung der Fahrzeugserie begann mit dem Triebwagen 1001, welcher am 4. März 2024 nach Trier zu einem Schrotthändler zur Zerlegung überführt wurde.[4] Die übrigen Fahrzeuge sind 2024 noch bei der Saarbahn im Einsatz, wobei es aufgrund eingeschränkter Fahrzeugverfügbarkeit zeitweise zu Reduktionen im Fahrplan kam.[5]

Als Nachfolge wurde seitens der Saarbahn im Zuge der gemeinsamen Beschaffung von deutschen und österreichischen Stadtbahnunternehmen VDV Tram-Train Stadler Citylink bestellt.[6] Der Fahrgastbetrieb und damit einhergehend der Ersatz der Flexity Link ist ab 2026 vorgesehen.[7]

Einzelnachweise

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