Flora Zenker

deutsche Malerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Florentine Auguste Elisabeth „Flora“ Zenker (* 9. Dezember 1870 in Geithain; † 17. Januar 1916 in Dresden[1]) war eine deutsche Malerin.

Porträt von Flora Zenker, Pastellbildnis gemalt von Henry Luyten.
Flora Zenker: rastendes holländisches Bauernmädchen bei der Kartoffelernte
Flora Zenker: Hafenlandschaft

Leben

Flora Zenker wurde in Geithain geboren, wo ihr Vater Carl August Zenker[2] seinerzeit als Kommandeur der Reitenden Abtheilung des Kgl. Sächs. 1. Feldartillerie-Regiment Nr. 12 stationiert war.[3] Sie wuchs auf dem später vom Vater erworbenen[4] Rittergut Greisitz im Kreis Sagan auf[5] und besuchte dann die Städtische Höhere Töchterschule in Dresden als Selektanerin.[6] Den ersten Malunterricht erhielt sie bei Emily Lengnick.[7][8][Anm. 1] Danach studierte Zenker bei Eugène Joors in Antwerpen. Anschließend lebte sie mehrere Jahre in München und war Schülerin des Bildhauers Roth. Danach studierte sie bei Robert Sterl in Dresden.

Ab 1902 studierte sie im Institut de Beaux-Arts in Brasschaat bei Antwerpen bei Henry Luyten[9], welcher in seinem Institut bis zum Ersten Weltkrieg Zulauf von etwa 50 Schülern aus Europa und den Vereinigten Staaten hatte. 1904 folgte ihr Flora Zenkers Schwester (vermutlich „Franziska“) um ebenfalls bei Luyten zu studieren.[9] Im Bestand des Stedelijk Museum Roermond befindet sich ein von Luyten gemaltes Porträt von Franziska Zenker. Im selben Museum befindet sich das Werk „Sonata“ von Luyten von 1907, welches Flora Zenker auf einem Sofa rechts unten als Teil einer Gesellschaft im Rahmen eines Klavierrezitals zeigt.[Anm. 2] Luyten fertigte im Vorfeld eine Aquarellstudie von Flora Zenker an.[9] In der unteren Reihe von links nach rechts sind abgebildet: Amelie Ruths, Mary B. Poull, Helene Schurig, Baer und Flora Zenker.[9] In der oberen Reihe von links nach rechts sind abgebildet: Mara Corradini, Antoine Emilie (Toni) Müller, König (zentral im Bild), Maria Janssen (am Flügel) und als „la tourneuse des pages“ Hedwig Behnisch. Luyten hat auch sich selbst abgebildet, direkt rechts neben Hedwig Behnisch.[10] Ganz rechts außen ist Henry Rul sichtbar.[9]

Im Mai 1904, wenige Monate nach einer umfangreichen Ausstellung mit Werken von Luyten im Sächsischen Kunstverein, wurde Flora Zenker's Werk „Holländisches Fischermädchen“ im Rahmen der „Großen Dresdner Kunstausstellung“ gezeigt.[9][11] 1905 hält sie sich mit ihrer Schwester in Reifenstein (Sachsen) auf.[9] In Dresden wohnt Flora Zenker an der Georgenstraße 2.[9] 1906 folgt im Kunstsalon Emil Richter eine Personalausstellung mit gegen 20 Werken von Flora Zenker. Während des Sommers 1906 kehrt sie nach Brasschaat zurück, um erneut bei Luyten zu studieren. 1907 befindet sich ihr Wohnsitz an der Pulsnitzerstraße 1 in der Äußeren Neustadt in Dresden.[9] 1907 nimmt sie an der Exposition Générale des Beaux-Arts in Brüssel teil.[12] Im Juni 1913 hält sie sich unter anderem mit Maria Janssen in der Provinz Noord-Brabant auf.[9] Um 1913/1914 wohnt Flora Zenker in Jena.[9][13]

Flora Zenker war Mitglied der Gruppe Dresdner Künstlerinnen, Ortsverband Dresdner Künstlerinnen, des 1908 neu gegründeten Bundes deutscher und österreichischer Künstlerinnenvereine.[14] 1916 fand eine Nachlassausstellung in der Galerie Arnold mit um die hundert Werken von Flora Zenker statt.[15] [16] Die von Philipp Kropp[Anm. 3] gehaltene Gedächtnisrede ist im Ausstellungskatalog von 1916 abgedruckt.[7] Der Ausstellungskatalog enthält auch die Abbildung eines von Luyten geschaffenen Pastellbildnisses von Flora Zenker, sowie die Reproduktion des Gemäldes „Muschelfischer V“ von 1913 von Flora Zenker.

Werk

Flora Zenkers Werk ist beeinflusst von der Haager Schule, von Max Liebermann als Vertreter des deutschen Impressionismus und von Henry Lyuten. Sie gilt als eine der begabtesten Schülerinnen aus dem Umkreis von Luyten.[9] Werke von Flora Zenker wurden an den großen Ausstellungen in Berlin, München, Dresden und Brüssel gezeigt. Zu Lebzeiten fanden mehrere Personalausstellungen statt.

Ausstellungen (Auswahl)

Anmerkungen

  1. Die um 14 Jahre ältere Emily Lengnick (* 1856) studierte ebenfalls u. a. in Antwerpen bei Joors und Luyten. Aus dem Umfeld von Flora Zenker studierte auch Helene Schurig um 1903 bis 1907 bei Luyten.
  2. Abbildung des Gemäldes Sonata von Henry Luyten.
  3. Philipp Kropp geboren um 1880, war der Schwager von Flora Zenker. Er war Altertumsforscher, Privatgelehrter, vermutlich Mitbegründer der Weimarischen Zeitung, Schriftführer des Jenaer Kunstvereins und der Ortsgruppe Jena des Bundes Heimatschutz.
  • Flora Zenker. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)
  • Galerie Arnold. Die Nachlass-Ausstellung Flora Zenker. Enthält biografische Angaben. In: Dresdner Nachrichten. 61. Jahrgang, Nr. 317, 15. November 1916, S. 3 (Digitalisat [abgerufen am 18. August 2023]).
  • Philipp Kropp: Nachlaß-Ausstellung Flora Zenker. Ausstellungskatalog. Eröffnung am 3. November 1916. Galerie Ernst Arnold, Dresden 1916, Worte des Gedächtnisses. Gesprochen von Philipp Kropp, S. unpag. (archive.org).

Literatur

  • Nachlaß-Ausstellung Flora Zenker. Ausstellungskatalog. Eröffnung am 3. November 1916. Galerie Ernst Arnold, Dresden 1916 (Digitalisat).
  • Hermann Alexander Müller, Hans Wolfgang Singer: Zenker, Flora. In: Allgemeines Künstlerlexikon : Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. 6. Band, Zweiter Nachtrag. Rütten & Luenning, Frankfurt am Main 1922, S. 101 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Joachim Busse: Internationales Handbuch aller Maler und Bildhauer des 19. Jahrhunderts: Busse-Verzeichnis. Verlag Busse Kunst Dokumentation, Wiesbaden 1977, ISBN 3-9800062-0-4, S. 1383.
  • Hans Kraan: Dromen van Holland. Buitenlandse Kunstenaars Schilderen Holland 1800–1914. Waanders Publishers, 2002, ISBN 90-400-9620-1 (niederländisch).
  • Jozef De Beenhouwer: Flora Zenker. Biographies of Henry Luyten's Students. In: Institut des Beaux-Arts Henry Luyten" in Brasschaat : een terugblik na honderd jaar = „Institut des Beaux-Arts Henry Luyten“ at Brasschaat : one hundred years on. Pandora, Brasschaat 2008, ISBN 978-90-5325-293-2, S. 161–164.
  • Andreas Dehmer: Moderne Frauen. Künstlerinnen des Fin de Siècle. Hrsg.: Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Sandstein, Dresden 2024, ISBN 978-3-95498-841-9, Künstlerinnen um 1900, S. 9 (Teil-Digitalisat [PDF]).

Einzelnachweise

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