Fluorenon

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Fluorenon ist ein Derivat des Fluorens (ein polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff) und gehört zur Gruppe der Aromaten und der Ketone. Unterschied zum Fluoren ist die Ketogruppe am Fünfring (in der 9-Position).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Fluorenon
Allgemeines
Name Fluorenon
Andere Namen
  • Fluoren-9-on
  • 9-Fluorenon
  • Diphenylenketon
  • FLUORENONE (INCI)[1]
Summenformel C13H8O
Kurzbeschreibung

gelbe Schuppen[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 486-25-9
EG-Nummer 207-630-7
ECHA-InfoCard 100.006.937
PubChem 10241
Wikidata Q421328
Eigenschaften
Molare Masse 180,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,9 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

84 °C[2]

Siedepunkt

342 °C[2]

Löslichkeit
Brechungsindex

1,6309 (99 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 319411
P: 264273280305+351+338337+313391[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Geschichte

Derivate des Fluorenons waren die ersten Medikamente weltweit mit einer nachgewiesenen Wirksamkeit gegen Viren in Nagetieren (Tiloron, seit ca. 1970). Die klinische Anwendung wurde jedoch aufgrund fehlender Wirksamkeit im Menschen eingestellt.[5][6][7]

Gewinnung und Darstellung

Fluorenon wird durch Oxidation von Fluoren im basischen Milieu hergestellt:

Synthese von Fluorenon
Synthese von Fluorenon

Weiterhin entsteht es (wie das Fluoren) in geringer Konzentration auch bei der Verbrennung von Benzin und Diesel.

Eigenschaften

Der reine Stoff ist eine brennbare, gelbe, kristalline Festsubstanz. Fluorenon besitzt in Lösung eine auffällige, intensive Färbung, welche seine Verwendung in der Chromatographie erklärt. Die im Vergleich zu Fluoren dunklere (gelbe) Farbe resultiert aus der Erweiterung des aromatischen Systems auf das Sauerstoffatom (durch konjugierte Doppelbindungen).

Verwendung

Fluorenon wird als Farbstoff bei der Säulenchromatographie eingesetzt. Einige Derivate wurden schon früher als Anti-Viren-Medikamente (Virostatika) verwendet. Zurzeit laufen Forschungen zur Entwicklung von neuen Chemotherapeutika und Virostatika aus Fluorenon (analog dem Tiloron). Durch passende Substituenten am Molekül soll die Wirksamkeit maximiert und die Nebenwirkungen sollen minimiert werden. Außerdem wird der Wachstumsregulator Chlorflurenol aus Fluorenon synthetisiert.

Sicherheitshinweise

Fluorenon wirkt nicht akut toxisch. Es ist ein starkes Mitogen. Deswegen vermutete karzinogene Eigenschaften lassen sich nicht belegen. Das Fluorenderivat 4-Acetylaminofluoren (AAF) hingegen wirkt auf Tier und Mensch krebserzeugend.[8][9]

Einzelnachweise

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