Fort Maubara
Kleine Festung in Maubara (Osttimor)
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Das Fort Maubara ist eine kleine, koloniale Festung im osttimoresischen Ort Maubara (Suco Vaviquinia, Verwaltungsamt Maubara, Gemeinde Liquiçá). Das rechteckige Fort, auf dessen Mauer noch zwei Kanonen stehen, ist das markanteste Bauwerk des Ortes. Es befindet sich direkt am Ortseingang von Maubara, an der gut ausgebauten Durchgangsstraße, von wo man am Strand die gesamte Bucht überblicken kann. Das Fort befindet sich im Besitz des Staates, wird aber von der Maubara Vereinigung Mós Bele verwaltet.[1]

Geschichte

1756 schloss Maubara im Vertrag von Paravicini mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) ein Bündnis, was es für die nächsten hundert Jahre zu einer niederländischen Enklave in Portugiesisch-Timor machte. 1758 griffen zwei Schiffe aus Sikka, das mit Portugal verbündet war, Maubara an. Die VOC reagierte mit der Entsendung zweier Schiffe aus Kupang zur Unterstützung Maubaras Herrschers José Xavier Doutel. Nach der erfolgreichen Abwehr wurde eine Einheit aus hundert europäischen und balinesischen Soldaten, unter dem Kommando von Jacob Pietersz, nach Maubara entsandt, die das Fort an einem Ort namens Dasitulu errichtete. Um das Fort herum entstand der heutige Ort Maubara.[2.1]
Die Umfriedung hatte nun einen Durchmesser von 80 Fuß und die Mauern waren sechs Fuß dick. Noch heute gibt es in der gut erhaltenen Festung alte Kanonen. Als Abschreckung reichte dies aber nicht. Als Pietersz 1759 mit frischen Soldaten nach Maubara zurückkehrte, musste er erneut das Reich gegen nicht genannte Angreifer verteidigen. 1760 erfolgte der nächste portugiesische Angriff. Ein Schiff der VOC mit Mardijkern kam Maubara zur Hilfe. In diesem Jahr kam der deutsche VOC-Kommandant Hans Albrecht von Plüskow ums Leben. Daraufhin wurde 1761 die Besatzung von Fort Maubara fast vollständig nach Kupang zurückbeordert. Zurück blieben nur zwölf europäische Soldaten. Doutel bat daher in Kupang um erneute Verstärkung. Um dem Nachdruck zu verleihen, schickte er große Mengen an Sandelholz und Bienenwachs als Geschenk. Die Jahre darauf blieben unruhig. Domingos Samuel Doutel (Dom Cleto), der Sohn von des alten Liurai musste zeitweise die Festung aufgeben, im Kampf gegen seinen mit den Portugiesen verbündeten Onkel Dom Paulo. 1788 vermeldet ein niederländischer Brief, dass Dom Cleto der VOC treu blieb und die Festung in Maubara nun auf eine Fläche von 60 × 71 Meter erweitert worden sei. Sie war also wieder in der Hand des Herrschers von Maubara und seinen niederländischen Verbündeten.[2.2]

1790 griff der Topasse-Herrscher Pedro da Hornay im Auftrag Portugals Maubara an. Die Attacke wurde abgewehrt. Der Topasse erreichte mit der Aktion nur, dass Maubara sein Bündnis mit den Niederlanden erneuerte und die Flagge der Niederlande setzte. Von 1796 bis 1799 befand sich Maubara, zusammen mit Groß-Sonba’i erneut im Krieg mit den Portugiesen.[2.1][3][4][5]
Im Vertrag von Lissabon vereinbarten die Niederländer aber 1859 im Rahmen eines größeren Gebietsaustauschs, Maubara an die Portugiesen abzutreten. Die Übergabe erfolgte im April 1861. José Doutel, der alte Herrscher von Maubara erkannte die Portugiesen nicht als neue Herren an und setzte noch immer die Flagge der Niederlande. Mit Dom Carlos, dem von den Portugiesen eingesetzten neuen Liurai, kam es zum Streit, weil er sich auch weigerte, das Fort Maubara zu verlassen und Dom Carlos als neuen Herrscher anzuerkennen. In einer Nacht startete Dom Carlos einen Überraschungsangriff auf das Fort, nahm Dom José gefangen und übergab ihn den Portugiesen. Dom José wurde in der Kolonialhauptstadt Dili inhaftiert und wurde nie wieder gesehen.[2.3]
1869 beschrieb der Kapitän der portugiesischen Korvette Sa de Bandeira das Fort als Bau aus losen Steinen, nah am Meeresufer, das zu diesem Zeitpunkt nur noch mit einer einzelnen, rostigen Kanone bestückt war. Mehrmals revoltierte Maubara noch bis 1893 gegen die Portugiesen. 1889 wurde in Maubara eine Zollstation errichtet. Das Zollhaus befindet sich noch heute gegenüber dem Fort.[3]
Im Fort Maubara und der Grundschule wurden während des Bürgerkrieges 1975 hunderte vermeintliche FRETILIN-Anhänger von der UDT interniert.[2.4]
Das Gebäude innerhalb der Festung stammt aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und diente als Sitz der lokalen Verwaltung. Heute beherbergt es ein Restaurant.[1]
- Kanone im Fort
- Kanone von außen
- Die zweite Kanone
- In der Festung
- In der Festung
Literatur
- Steven Farram: The Maubara fort, a relic of eighteenth-century local autonomy and Dutch-Portuguese rivalry on Timor, Journal of Southeast Asian Studies, 2019, DOI:10.1017/S0022463419000225.