Fossemagne

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Fossemagne (Aussprache [fosˈmaɲ], okzitanisch Fòssamanha) ist eine französische Gemeinde mit 556 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Fossemagnacois und Fossemagnacoises genannt.

Schnelle Fakten Fòssamanha ...
Fossemagne
Fòssamanha
Fossemagne (Frankreich)
Fossemagne (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Le Haut-Périgord noir
Gemeindeverband Terrassonnais Haut Périgord Noir
Koordinaten 45° 8′ N,  59′ O
Höhe 173–282 m
Fläche 21,88 km²
Einwohner 556 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code
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Geografie

Der aufgestaute Manoire bei Fossemagne
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Fossemagne liegt etwa 22 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 43 Kilometer westlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 32 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Manoire, vom im Oberlauf trockenfallenden Saint-Geyrac und von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Fossemagne liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, im Nordwesten und besonders durch den Domänenforst Forêt Domaniale Barade im Südosten bewaldete Landschaft, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird und deren Erhebungen meist über 250 m betragen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 282 m Höhe im Südosten in der Nähe des Lieu-dit Fontjarisse nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Thenon. Der tiefste Punkt mit 173 m Höhe ist im äußersten Westen beim Austritt des Manoire aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt auf dem rechten Ufer des Manoire auf etwa 207 m Höhe.

Rund 52 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 44 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation, rund 1 % auf bebaute Zonen, rund 1 % auf Bergwerke, Deponien und Baustellen.[2]

Fossemagne wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Limeyrat Ajat
Bassillac et Auberoche Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Thenon
Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac Bars

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Fossemagne

Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1993, 1999 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Fossemagne ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1991, 1992, 1995, 1997, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die zentral das Gemeindegebiet durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes ist im 13. Jahrhundert belegt in der Schreibweise Fosse Manhac, in der Folge im 14. Jahrhundert in Castrum de Fosse Manha (1365), wo castrum an die Existenz eines Adelssitzes erinnert, der von Auberoche abhängig war. Das 16. Jahrhundert liefert zwei Formvarianten, Fosse Manhe und Fosse Maigne, wobei die Aussprache der Endungen -anhe und -aigne identisch ist. Im 19. Jahrhundert dachte man, dass dieser Name einen Bezug zur Quelle von Saint-Cyprien hatte, aber fons (deutsch Quelle) erschien in keiner früheren Namensform. Fossemagne stammt über eine Zwischenform im Okzitanischen von zwei lateinischen Wörtern ab, fossa, das im Lateinischen eine natürliche oder künstliche Grube bezeichnet, dann in der christlichen Zeit ein Grab, und magnus (deutsch groß), im Femininum magna, das das altokzitanische manha ergab, das im Personennamen Magne wiederzufinden ist. Im Périgord gibt es einige Lieux-dits, die „Fossemagne“ heißen, andere „Les Fosses“ und „Les Fossés“.[5]

Die jungsteinzeitliche Fundstätte Morands zeugt von der frühen Besiedlung dieses Gebiets. Das Dorf war möglicherweise auch in gallorömischer Zeit bewohnt, obwohl dies nicht belegt ist. Fossemagne taucht in schriftlichen Aufzeichnungen des Frühmittelalters wieder auf, als dort eine Erdhügelburg existierte, die zur Kastellanei Auberoche gehörte.[6]

Die Kastellanei Auberoche fiel 1317 unter die Herrschaft Isabellas von Kastilien, nachdem diese 1312 Johann III., Vizegraf von Limoges und Herzog der Bretagne, geheiratet hatte. Dies geschah auf Intervention des französischen Königs, da die Kastellanei Teil ihrer Mitgift war. Isabella von Kastilien leistete 1318 dem Bischof von Périgueux die Huldigung für diese Kastellanei und verwaltete sie bis zu ihrem Tod 1328.

In seinen Forschungen zu den Ursprüngen der Vizegrafenbastide Bonneval stellte Bernard Fournioux fest, dass sie erstmals 1324 erwähnt wird. Sie findet sich nicht in dem Huldigungsbekenntnis Isabellas von Kastilien an den Bischof von Périgueux aus dem Jahr 1318. Die Bastide muss daher zwischen diesen beiden Daten errichtet worden sein. Zu den Gründen, die er für die Gründung dieser Bastide anführt, zählte möglicherweise der Wunsch, die französische Präsenz in einem Konfliktgebiet zwischen Kapetingern und Plantagenets zu festigen, aber auch das Bevölkerungswachstum während dieser ruhigen Zeit vor dem Wiederaufflammen des Krieges. Die Engländer hatten sich in den Burgen Miremont und Reilhac niedergelassen. Die Bastide liegt in den Wäldern von Bonneval. Diese Wälder ermöglichten die Entwicklung einer Glasindustrie in der Bastide, die der Earl of Derby 1345 in Besitz nahm. Kurz darauf wurde sie vom französischen König zurückerobert, der sie an den Hélie de Talleyrand-Périgord verkaufte. Dieser übertrug die Verwaltung mit einer Urkunde vom 24. Januar 1351 seinem Bruder Roger-Bernard, Graf von Périgord. 1438 fiel die Bastide wieder an die Vizegrafen von Limoges und später an das Haus Albret. Die Gerichtsbarkeit wurde 1486 an François Hélie, Seigneur von La Mothe, verkauft und ging anschließend in den Besitz von François de Hautefort über. Letztendlich entwickelte sich diese Bastide nicht weiter.[7]

Unter dem Ancien Régime basierte die Wirtschaft Fossemagnes auf der Landwirtschaft, wie das Herrenhaus Bonneval und seine Nebengebäude aus dem 17. Jahrhundert belegen.[6]

Anfang 1944 siedelte sich eine Geheimarmee der FFI im Wald von Barade an einem Lieu-dit namens La Granval an. René-Victor Heitzler und Élie Chatelier, Mitglieder dieser ersten Kampfgruppe, wurden bei einer deutschen Patrouille dort entdeckt und fanden ihren Tod.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Fossemagne: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
851
1800
 
1.013
1806
 
917
1821
 
968
1831
 
1.083
1836
 
1.056
1841
 
1.035
1846
 
1.150
1851
 
1.089
1856
 
1.008
1861
 
973
1866
 
960
1872
 
888
1876
 
924
1881
 
876
1886
 
871
1891
 
838
1896
 
802
1901
 
782
1906
 
778
1911
 
757
1921
 
667
1926
 
663
1931
 
647
1936
 
670
1946
 
640
1954
 
582
1962
 
558
1968
 
556
1975
 
505
1982
 
544
1990
 
535
1999
 
528
2006
 
575
2013
 
614
2020
 
542
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Astier aus dem 12. Jahrhundert mit einem Glockengiebel mit vier Glockenöffnungen.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[13]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 244 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Fossemagne erwerbstätig, entsprechend 77,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (78,8 %) höher war als bei den Frauen (76,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 23 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,9 % (2016) auf 9,4 % (2022).[14]

Branchen und Betriebe

53 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Fossemagne wirtschaftlich aktiv:[14]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt53
Fertigung, Bergbau und andere Industrien611,3 %
Baugewerbe917,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1732,1 %
Information und Kommunikation23,8 %
Immobilien11,9 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten713,2 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln59,4 %
Andere Dienstleistungen611,3 %
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Landwirtschaft

Fossemagne liegt in den Zonen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.[15]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 23 im Jahr 2010 und 14 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 893 Hektar im Jahre 1988 auf 572 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 25,5 Hektar auf 40,8 Hektar.[17][18][19]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 89 von Lyon nach Bordeaux durchquert das Gemeindegebiet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Fossemagne mit den Weilern und Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Fossemagne mit Périgueux und Montignac-Lascaux.[20]

Persönlichkeiten

  • Suzanne Lacore (1875–1975), französische Politikerin, war Lehrerin in Fossemagne
  • Marcel Campagnac (1957–) französischer Fußballspieler und -trainer, aufgewachsen in Fossemagne

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Fossemagne – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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