Francisco Duarte

portugiesischer Kolonialsoldat From Wikipedia, the free encyclopedia

Unterleutnant (Alferes) Francisco Duarte da Silva[1] (* 8. Dezember 1862; † 17. Juli 1899 in Atabae, Gemeinde Bobonaro, Portugiesisch-Timor), Spitzname „O Arbiru“ (deutsch Der Unbesiegbare), war eine Gestalt der portugiesischen Kolonialgeschichte. Er diente als portugiesischer Kolonialsoldat.[2]

Francisco Duarte und D. José Rodrigues da Silva, der Herrscher von Maubara in der Uniform eines Obersts
Die Pedras de Bicari, Ort des Todes von Francisco Duarte in Atabae
Portugiesische Kavallerieschwadron am 17. Juli 1969 in Atabae in Gedenken an Francisco Duarte

Seit Duartes Ankunft in Portugiesisch-Timor 1893 erwarb er sich den Ruf eines charismatischen, mutigen und gewalttätigen Kommandanten.[3] Laut dem Journal A Voz do Gente habe er wahllos Geldstrafen verhängt, verlangte unbezahlte Zwangsarbeit und griff auf Gewalt und körperliche Züchtigung zurück.[4] Militärische Aufzeichnungen bezeichnen Duarte später als „Lawrence von Timor“. Er führte Tausende einheimische Krieger in mindestens fünf Feldzüge für die portugiesische Kolonialmacht. Bekannt wurde Duarte durch die Presse in Macau, als sie von der Revolte von Maubara 1893 berichtete.[2]

Nach der Rebellion gab es den Vorwurf, Duarte sei selbst ein Anstifter der Rebellion gewesen. Er wurde seines Amtes enthoben, diente aber kurz darauf wieder bei verschiedenen Feldzügen, wie im Krieg von Manufahi. Am 7. Oktober 1895 wurde er an der Grenze bei Balibo verwundet, kämpfte aber erneut im Juli 1896 in Cotubaba und 1897 in Lamaquitos. Die Kemak glaubten, nur eine goldene Kugel könne Duarte töten, doch am 17. Juli wurde er bei einem Gefecht bei den Pedras de Bicari (Bicari-Felsen, auch Buicari, tetum Fatubuikaren oder Fatu Buikaren) in Atabae erschossen, als die Kolonialtruppen das Einheimischendorf belagerten. Beerdigt wurde Duarte auf dem Friedhof Santa Cruz von Dili.[2]

Am 17. Juli 1959 wurde ein Gedenkstein am Ort des Todes von Duarte aufgestellt.[2] Sowohl bei den Timoresen, als auch in Portugal wurde er zur Legende. Zu seinem Todestag gab es in der Kolonie jährlich eine feierliche Gedenkveranstaltung.[3]

Literatur

  • René Pélissier: Timor en guerre – le crocodile et les Portugais (1847–1913). Éditions Pélissier, Montamets, Orgeval 1996, ISBN 2-902804-11-3 (französisch).
  • Ricardo Roque: The death of the Arbiru: colonial mythic praxis and the apotheosis of officer Duarte, in: Roque & Traube: Crossing histories and ethnographies: following colonial historicities in Timor-Leste, 2019. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche

Einzelnachweise

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